Felsbrandsteinfassade als Fachwerk?

12.06.2005



Wir haben ein 65 Jahre altes Haus, dessen Fassade aus Felsbrandsteinen besteht. Da wir ländlich wohnen und die Steine nicht mehr die schönsten sind haben wir uns überlegt das Haus so zu sanieren das es wie Fachwerk aussieht. Wer hat mit so etwas Erfahrung, kann uns Tipps geben oder hat solch eine Sanierung schon einmal gesehen?



Welcher Felsen hat denn da gebrannt,



um seine Steine rauszurücken?

Vielleicht Feldbrandsteine?

Sei es wie es sei, was bei Wandaufbauten im Fachwerkbau und sonstwo im Allgemeinen (und so stellen Sie Ihre Frage) zu beachten ist, dazu gibt es auf dem Link Info:


Zu Wandbildnern und Fachwerk - Technische Daten und Aufklärung





Sorry, natürlich Feldbrandstein. Wir würden einfach gerne ein Fachwerk vorbauen.
Gruß
Baerbel



Ach so. Da würd ich sparen:



erstes Bild, Anbau vor Barockmühle: Habe ich nur Bohlen vor Massivwand aufgesetzt und Gefache verputzt. Hat gehalten (seit 1980).



2. Bild: An Walmseite nur aufgemalt (gem. Bestand)



Hat auch gehalten.





hallo bärbel,
warum denn aus einem massivbau ein kulissenfachwerk machen?
gibt es keine besseren vorbilder?
chr. bernard



@ Kollege Bernard



Es wird die Verzweiflung an der Moderne sein, die sich hier betätigt. Natürlich wär ein grauschlichter Nacktbetonsichtkubus+Edelstahlglas auch was Vortreffliches;-)



Fachwerkscheinfassade



Keine schlechten Erfahrungen (seit 8 Jahren)mit Scheinfassade aus 5*18 cm Bohlen, dazwischen Dämmung gedübelt+geklebt(Styropor-würde ich heute nicht mehr nehmen). Befestigung der Bohlen verdeckt mit seitlich (mittig) hälftig in die Bohlen eingeschnittenen 1,5" Unterlegscheiben und Schrauben. Bohlen sägerau!

(siehe Bild Erdgeschoss)

Manche sägen auch noch Trockennuten hinten rein, um das Aufwölben zu verhindern. War aber wohl bei 5 cm nicht notwendig

Von zu dünnen Brettern würde ich abraten. Sobald Feuchtigkeit dahinter kommt, wölben diese sich auf und lassen noch mehr dahinter.

Gruss Eckard





werter hr. fischer,
ich verstehe ihren kommentar nicht.
grüsse
chr. bernard





Erstmal vielen Dank für die Antworten.
Warum Kulissenfachwerk? Das ist leicht zu erklären. An dem Haus sind im Laufe der Zeit einige Dinge verändert worden, z.B. wurde die ehemalige Toreinfahrt zugemauert (mit einem farblich nicht passenden Stein) und es wurden nachträglich Rolladenkästen eingebaut. Über die Kästen wurde roter Mörtel geschmiert, so dass nun jedes Fenster wie ein T mit einem roten Oberstrich ausschaut.
Gruß
Baerbel



röhrende hirsche in der architektur?



nun gut, hier gehen die meinungen sicher auseinander. wenn jedoch "fachwerk" lediglich auf die äussere erscheinung degradiert wird, dann geht es wirklich nur um kulisse und nicht um architektur. genauso wenig wie ein betonkubus fassade sein kann, kann fachwerk als raumgefüge, als tragkonstruktion lediglich als abbild unserer träume dienen. ein laie darf das, aber wir, kollegen und fachleute, sollten uns dies verkneifen. das hat nicht mit der vielgepriesenen ehrlichkeit, geschweige denn mit materialgerechtigkeit oder handwerkskunst zu tun. die erstmal als gedankenanstoss.
und nun mein vorschlag, zu einer wie vor beschriebenen fassade, wenn ich sie auch nicht gesehen habe:
ein massives Gebäude kann durchaus mit Putz (ggf., wenn nötig mit einer wärmedämmung) versehen werden, und es muss nicht an einen grauen..... erinnern. vielleicht könnten klappläden dazu beitragen, dass eine proportionierung erreicht wird, die dem umfeld entspricht?
auch eine verschalung, egal welcher art, kann fassade sein. was ist ortstypisch?
es gibt mehrer möglichkeiten auf "ehrliche" art eine fassade zu gestalten.
eine aufgesetzte Fachwerkfassade wird nie fachwerk sein.
schöne grüsse aus dem nicht fachwerkverwöhnten kassel
chr. bernard



Der Orginalton



O-Ton Fischer: "...Das versteht halt nicht jeder."
Was für eine Arroganz !

Lutz



Ich kann mich L. Parisek nur anschließen



und habe meine Meinung hierzu.



@Tandem Lutz/Zöllner



Meine Meinung: Unheimlich wichtige Kommentare, die der Baerbel sicher viel weiterhelfen. Bestimmt ganz im Sinne des Webmasters aus Meldungsdorf. Vorbildlichst! Werds künftig vielleicht auch so probieren.

@Kollege Bernard: D´accord. Jedoch: War der schöne Schein nicht auch immer eine herausragende Eigenschaft der "Architektur"? Nicht nur im Rokkoko? Und hat der Bauherr kein Recht auf seine Wunschgestaltung? Ich weiß freilich, wie leicht unsereiner zum Geschmacksdiktator verkommt, das macht uns ja so beliebt bei der Bauherrschaft;-)