Fassade streichen, Grundierung

14.06.2005



Ich möchte, um zumindest zunächst optisch das von mir erworbene Haus (Baujahr 1900) etwas zu verschönern (nächste Jahr soll eine eine Wärmedämmung angebracht werden), die Fassade neu streichen.

So.... jetzt..... die Frage..... Die Farbe welche bisher drauf ist (das Haus ist sicherlich in den letzten Jahren vom Vorbesitzer mal geweisselt worden) färbt nicht ab, d. h. ich hab heute über die Hauswand gestrichen (auch feucht) und von der weissen Farbe war nix zu erkennen.

Kann ich eine Fassadengrundierung aufbringen oder aber was passiert, wenn ich die Grundierung aufbringe und es sich dennoch, evtl. auch nur teilweise, um einen Kalkanstrich (welcher doch sicherlich auf der Hand weisse Flächen hinterlässt?) handelt? Sollte ich die Wand vorsichthalber doch mal grob abwaschen?

Das Bild ist schon etwas älter. Zwischenzeitlich wurden schon die Fenster gegen Alu-/Holzfenster ausgetauscht und div. andere Umbaumassnahmen durchgeführt.



Stoßen Sie ein Bisserl Farbe ab,



halten Sie sie in eine Feuerzeugflamme, wenn sie brennt und stinkt wie Gummi, ist es Plastikpampenmist. Dann können Sie nur wieder mit sowas drüber. Folge: Schnelles Versauen, Untergrundschädigung durch Trocknungsblockade.

Wenn Sie später dämmen, wird alles noch ärger. Einmal dämmt Dämmstoff so gut wie nicht im erwarteten Sinn, dann wird das Zeug nachts sehr kalt und folglich schnell von Kondensat durchfeuchtet. Und deswegen wird die Plastikpampe darauf arg vergiftet, um nicht während der Gewährleistungszeit zu veralgen. Das Gift ist aber wasserlöslich und spült in Ihren Vorgarten und Hof.

Ich würde fallweise Plastik runter holen, und dann (ebenso, wenn es wider allen Erwartens schon gekalkt ist) nur kalken. Das will aber auch gekonnt sein.

Weitere Infolinks mit vielen Details:


Dämmstoff dämmt nicht wie gedacht und bringt Schäden



Dämmstoff ohne sinnvolle Wirkung - die Praxis beweist es



Anstrich- und Farbprobleme



Geheimnisse rund um
Putz und Mörtel


Wissenswertes zum
Kalk und die typischen Fehler



Fassadenfarbe ohne Acrylat



Zunächst besten Dank für die Tips!!
Gebrannt oder geglimmt hat kein Stückchen von der Wand bzw. von der Farbe. Es handelt sich, anscheinend, um eine alte normale ohne jegliche Zusätze (kein Acrylat etc.) Fassadenfarbe.

Nachdem ich heute die Fassade händisch abgewaschen habe, die ganze Fassade im ersten Stock trocken war erfolgte im 1. Stock, bis zum ersten Fenster von links eine Testgrundierung.

Nach ca. 2 Stunden war der Großteil der Grundierung bereits aufgesogen. Lose Stellen hatte ich keine mehr im Putz, die wurde von mir bereits bei der Reinigung abgemacht und ausgebessert bzw. neu verfugt.

So jetzt wo ich Ihren Beitrag lesen durfte, bin ich mir nunmehr überhaupt nicht mehr sicher ob ich eine Fassadenfarbe von Obi (Classic Wetterschutz, 5 Jahre nicht 10 Jahre) OHNE Acrylat aufbringen soll. Bei anderen Fassadenfarben ist Acrylat beigemengt, welches ja grd. nicht zu befürworten ist (wegen der Gummierung der Fassade).

Bei dieser handelt es sich um eine "normale" Fassadenfarbe. Ich denk jetzt das ich diese sicherlich, auch in Hinsicht auf die im nächsten Jahr bevorstehende Dämmung der Fassade, am Freitag aufbringen kann!? Oder lieg ich da jetzt absolut falsch.

Super das es ein Forum, nicht nur für neue Häuser, sondern für die alten Fachwerkhäuser gibt.



Nur die Acrylate sind es nicht,



es gibt eine Unzahl von polymer vernetzenden und dadurch trocknungsblockierenden Bindemitteln. Darauf müssen Sie also achten - gibt es etwas anderes in der Farbe als Kalk, den Sie offensichtlich an der Wand haben. Was Sie im Baumarkt kriegen, weiß ich nicht. Ich wäre vorsichtig.

Mit Kalktünche dünn ca. 3-4 mal drüberweißeln wäre für einen Kalkuntergrund die Vorteilsvariante. Alles andere kann absperren und die kapillare Trocknung behindern.

Was die Dämmung betrifft: Verzichten Sie doch einfach drauf. Ihr altes Massivhaus braucht es nicht. Vielleicht nutzen Sie doch mal die angegebenen Links.





Hallo Herr Fischer!

Besten Dank nochmals für Ihre schnellen Rückinfos!

"Was die Dämmung betrifft: Verzichten Sie doch einfach drauf. Ihr altes Massivhaus braucht es nicht."

Dieser Punkt ist wirklich sehr interessant. Ich hab bereits seit längerem hin und her überlegt, ob eine Dämmung überhaupt erstens Sinn macht und zweitens die gewünschte Wärmedämmung im Winter bringt. Die Investition kostet ja auch einiges.

Die Mauer im 1. Stock hat eine Stärke von 45 bis 50 cm.... unterschiedlich auf Grund der Bauweise. Dämmung erforderlich!?

Im Erdgeschoss sind die Mauern z. T. 80 cm stark (das Haus besteht im Erdgeschoss und im 1. Stock aus div. Steinen aus Isar, welche Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Haus befördert und eingebaut wurden).

Ich werd mich nochmals schlau machen und evtl. auch noch einigen Firmen auf den Zahn fühlen (auch wenn die selbstredend etwas verkaufen möchten).



Fassadenbeschichtung



Wenn ich mir das Foto so ansehe-so ein schönes Haus-kann ich nicht glauben das da ein Kalkanstrich angebracht wurde!Ich denke bei dem Altanstrich handelt es sich um einen Silikatanstrich-und Silikat stinkt und brennt meines Wissens nach auch nicht!Das funktioniert bei fertiger Dispersionssilikat(Kunststoffanteil)aus dem Eimer und bei Silikonharz!Alles Plastikpampenmist-das ist schon das richtige Wort dafür!Würde das Haus mit dem Hochdruckreiniger so gut es geht reinigen-kann mir nicht vorstellen das sie mit den Händen(Quast?,Drahtbürste?,Haushaltsschwamm?)viel von der Fassade runtergebracht haben!Ein neuer Anstrich mit Kalk wär schon klasse-ist gesünder für Ihr Haus!Aber warum Streichen wenn sie sowieso eine Dämmung anbringen wollen? Wenn ich jetzt das Foto nochmal betrachte und mir dazu eine Dämmung vorstelle dann denk ich mir-Mensch, das Häuschen hat doch was,und das soll verschwinden hinter einer Dämmung-Wasserwaagengerade,Lotrecht,Kerzengerade,Plastifiziert,evtl.Algenbildend,evtl.Schimmel im Inneren,usw.!
Kommen die Fensterläden dann auch weg?Entschuldigung,hab mich mal wieder verlaufen!Rauben Sie Ihren Haus nicht die Seele-lassen sie die Dämmung sein und gestalten sie das haus lieber mit einem gesunden Anstrich!





Hallo Herr Lingl!

Danke für den Tip mit dem Silikatanstrich.

Ja Sie haben recht... das Haus hat etwas.....

"Dämmung-Wasserwaagengerade,Lotrecht,Kerzengerade,Plastifiziert,evtl.Algenbildend,evtl.Schimmel im Inneren,usw.!" .... nein das möchte ich eigentlich gar nicht... der Stil soll beibehalten werden... und ob die Wärmedämmung das bringt, was ich mir eigentlich bisher versprochen hatte... ich werd meine Architektin nochmals zu Rate ziehen....

Fensterläden: Nein, in der oberen Wohnung sind bereits seit 2 Jahren neue Fenster sowie neue Fensterläden eingesetzt bzw. angebracht. Im 1. Stock wurde nunmehr vor 5 Wochen die neuen Fenster, von einem befreundeten Bauunternehmer, welcher selbst in einem Fachwerkhaus wohnt, eingesetzt. Wegen der Fassade konnte er mir jedoch keinen Tip geben.

Die Fensterklappen für das 1. OG werde ich in Kürze anfertigen lassen und wieder selbst Nussbaumfarben streichen.

Neues Foto anbei! Der ältere Herr auf dem Balkon ist mein Vater.... nicht erschrecken.... Spässle gmacht... ;-)



Versuchen Sie's mit Kalk und Ruhe ...



Hallo
80 bis 50 cm dicke Wände würde ich nicht dämmen die Ganzen Details bei den Balkonen, Fesntern etc. das wird nichts!
und die Fassade nicht Grundieren - mal einen Kirchenmaler oder Naturbaumarktladen aufsuchen und ein bisschen Kalkfarbe oder Sumpfkalk besorgen und an einer hintern Fläche mal probieren.
Wenn Sie einen Kalkputz und Anstrich haben machen die anderen Sachen mehr kaputt als dass sie nutzen!

mfG

FK



Ich bin der Meinung



dass es hier noch andere Aspekte gibt. Zwar ging es ursprünglich nur um den Anstrich der Fassade, es hat sich aber am Rande eine Diskussion um die Dämmung der Fassade ergeben.
Die neuen Fenster können natürlich in dem alten Gemäuer Feuchteprobleme an anderen Stellen verursachen. Hierfür gibt es viele Beispiele. Also kann es schon aus diesem Grund sinnvoll sein die Fassade zu dämmen. Darüber hinaus sehe ich keinen Anlass auf die alte Fassade übermässig viel Rücksicht zu nehmen, da eine durchaus vergleichbare Optik auch mit einem Verbundsystem wieder herstellbar ist. Außerdem wurde die ursprüngliche alte Gestalt durch die neuen Fenster bereits so verändert, dass das Bild sowieso schon nicht mehr stimmig ist. Ich nehme an, die dunklen Fenster sind die neuen, aber auch bei den weißen fehlten bereits die Sprossen, wie sie bei den Kastenfenstern im Erdgeschoss noch wunderschön erhalten sind.
Hat man den Weg der Dämmung durch den Einbau von neuen Fenstern bereits eingeschlagen, kann man vermutlich jetzt nicht auf halber Strecke, vom ursprünglich hoffentlich vorhandenen Gesamtkonzept so ohne weiteres abweichen.



Anstrich Fassade in Hand mit der Wärmedämmung



Ursprünglich ging es um den Anstrich der Fassade... richtig... im Laufe der Beiträge wurde jedoch auch das Thema Dämmung, i. V. m. der neuen Fassade, aufgegriffen. Beides muss ja sicherlich ineinandergreifen. Aber wie bei jedem Thema 3 Experten, 4 Meinungen..... ich bin ja froh das dies nicht nur in meinem Fachbereich "Steuern" so ist, sondern auch bei den Wohnexperten. Gibt´s eigentlich schon einen Thread "Steuern sparen etc. im Zusammenhang mit dem Fachwerkhaus"?

"Außerdem wurde die ursprüngliche alte Gestalt durch die neuen Fenster bereits so verändert, dass das Bild sowieso schon nicht mehr stimmig ist." Anzumerken ist, dass das Haus eine Eigentümergemeinschaft darstellt. 1. OG sowie das DG sind mein Eigentum (Teilung nach MEA), das EG gehört einer anderen Person (dem zweiten Hausbesitzer).
Desweiteren waren weder im ersten Stock noch im DG bei Erwerb des Objektes Kastenfenster eingebaut, sondern bereits Isorlierglasfenster aus den 80er Jahren. Kastenfenster würden im DG, auf Grund der geringen Mauerstärke (Statik 1900!), überhaupt nicht gesetzt werden können.

Ich hoffe das der Miteigentümer mit an einem Strang zieht und auch im EG entsprechende Fenster (Farbton) einbauen wird. Wenn nicht, niemand kann gezwungen werden......

Ein Gesamtkonzept ist vorhanden, jedoch evtl. um eben genau diese Wärmedämmung erweiterbar (wenn rentabel, effektiv und auch realisierbar i. V. m. der bereits bestehenden Bausubstanz).

Mein Vorschlag, Fassade etc. ist soweit zunächst für mich geklärt.

Wärmedämmung werde ich im entsprechenden Forum "Wärmedämmung" in Kürze nen Thread eröffnen. Ich hab heute mal versucht meiner Architektin per email, welche im Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen zugleich die Denkmalschutzbeauftragte ist und bereits div. Bauernhäuser im Landkreis federführend mit umgestaltet hat, den Sachverhalt zu schildern (sie kennt das Objekt ja am besten) und warte auf eine Rückantwort.

Mal sehen, wass Sie zu der ganzen Sache meint. Ich bin gespannt.

Dennoch allen Diskussionsteilnehmer und allen Beiträgen, jeder war für sich interessant, DANKESCHÖN... oder wie man in Bayern sagt VERGELT´S GOTT.



Fassadenanstriche????



Hallo


ich hab vor kurzem eine webseite gefunden, die ich hier weiterempfehlen möchte.
Bei mir hat der vorbesitzer auf die 125 jahre alte fassade auch einen anstrich pappen lassen... das ende des putzes ist gekommen, da die farbe mitsammt dem putz runterbröselt. der anstrich verhindert das atmen der wand, wasser sammelt sich im putz...


http://www.konrad-fischer-info.de/2frag.htm


ist eine menge zum lesen, aber hinterher kauft keiner mehr im "fachhandel" !!!



Andreas