Hinterlüftete Fassade

18.03.2012



Guten Abend Gemeinde,

meine Frage habe ich im bisherigen Forumseintrag nicht gefunden, deshalb hier gestellt:

Ich möchte die Wand nach Westen, also Wetterseite, mit Schiefer verkleiden und dämmen. Mein Gedanke war Holzfaserdämmung, Lattung senkrecht 3-4 cm Abstand zur Hinterlüftung, Schalbretter, Schiefer. Jetzt dient ja die Hinterlüftung für das was sie aussagt, nämlich lüften. Im Internet habe ich gelesen, dass die Luft unten rein geht und oben wieder austreten soll oder umgekehrt. Die Frage die sich mir stellt ist, wenn die senkrechten Hölzer bis zum Ortgang gehen und entsprechend die Schalbretter bis zum Ortgangbrett geschraubt werden, wo soll denn da die Luft ausweichen bzw. rein?
Allerdings habe bei alten FWH ich noch nie gesehen, dass oben Platzgelassen wurde.
Abgesehen davon habe ich bei den alten Häusern auch noch eine Hinterlüftung gesehen.
Unsere alten Häuser haben sehr viel Fassadenverkleidung mit einem Regenabfangbrett? unten am Ende aber keine Hinterlüftung.

Frage an die Fachleute: Wie ist der Aufbau dieser Fassadenverkleidung wenn ich die Wetterseite verkleiden möchte?
Ist es auch möglich die Schalbretter direkt auf die Holzfaser aufzunageln, selbstverständlich sollen die Schrauben durch die Dämmung ins Mauerwerk.

Ach noch ne' Frage: Wie ist das mit der Fassadenverkleidung wenn ich das ganze auf der Nordseite mit Holz verkleiden möchte. Wie ist denn da die Konstruktion?

So, besten Dank für die Hilfe und Gute Nacht zusammen. Ich bin auf Eure Antworten gespannt.

Beste Grüße
Markus



Hinterlüftung ...



... am Ortgang: Ortgangbrett über die verschieferte Fassade min. 2cm Überstehen lassen und mit Ortgangziegel oder Verblechung abdecken (Tropfkante ausbilden). Die Verbretterung der Schieferfassade endet 2-3cm unterhalb des Ortgangbrettes. Der Spalt lässt die aufsteigende Luft entweichen. Schlagregen darf nicht hineingelangen (Tropfkante) und keine Insekten (Insektenschutzgitter)

... unten am Fusspunkt: Fassade muss min. 30 cm oberhalb OK Gelände enden (Spritzwasserbereich). Von unten wird die Luft in den senkrechten Lattungsbereich eingesogen: Insektenschutzgitter nicht vergessen.

- Alte Fassadenverbretterungen sind (nicht sichtbar) hinterlüftet worden, weil sich dahinter keine Dämmung verborgen hat und den Menschen die Wichtigkeit einer ausreichenden Belüftung und der Abfuhr von Feuchtigkeit aus dem Hausinneren nicht bewusst gewesen ist.

- Schalbretter direkt of HoFaPlatte ?: NEIN (!!!). Keine Hinterlüftung = Schimmel und Dauerfeuchte in der HoFaPlatte aus der ausdiffundierenden Raumluft innen.

- Nordfassade: Gleicher Aufbau wie Westfassade. Aber mehr Abstand zur Dämmung lassen (6cm), da wegen fehlender Besonnung und geringerer Luftkonvektion hinter der Schalung die Austrocknung der HoFaPlatte länger dauern kann.

Viel Erfolg. Und immer schön Luft lassen.



Hinterlüfete Fassade



Danke Herr Pickartz, das ging ja schnell.

Respekt und Kompliment!!

Nur ist mir eben noch was eingefallen: Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass die hinterlüftete Fassade mit Lattung, Konterlattung und Schalung mind. 6cm vorsteht. Das sieht aber ziemlich doof aus.

Frage: kann ich mit der Dämmung der Vorhangfassade auch zurückbleiben, soll heißen: Der Teil untere Teil der Fassade wird gedämmt und verputzt, 1.OG und DG Giebel wird gedämmt und erhält die Schieferfassade. Kann ich also mit der Dämmung 2-4 cm weniger Dämmen ( das wäre auch noch ausreichend) unm somit den Vorsprung geringer zu halten? Wie ist es dann aber mit der Luftzufuhr von untten? Reicht's noch?

Gruß
Markus Becker
Antwort reicht auch morgen noch, aber nicht vergessen!! :-)



Hinterlüfete Fassade



Danke Herr Pickartz, das ging ja schnell.

Respekt und Kompliment!!

Nur ist mir eben noch was eingefallen: Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass die hinterlüftete Fassade mit Lattung, Konterlattung und Schalung mind. 6cm vorsteht. Das sieht aber ziemlich doof aus.

Frage: kann ich mit der Dämmung der Vorhangfassade auch zurückbleiben, soll heißen: Der untere Teil der Fassade wird gedämmt und verputzt, 1.OG und DG Giebel wird gedämmt und erhält die Schieferfassade. Kann ich also mit der Dämmung 2-4 cm zurück bleiben (das wäre auch noch ausreichend) um somit den Vorsprung geringer zu halten? Wie ist es dann aber mit der Luftzufuhr von unten? Reicht's noch?

Gruß
Markus Becker
Antwort reicht auch morgen noch, aber nicht vergessen!! :-)



Wenn Sie ...



... die Aussenfassade dämmen, müssen Sie den Anforderungen der EnEv gerecht werden und die fordert einen U-Wert von 0,24 W/m2K für MW-Vorsatzschalen und Aussenwanddämmungen.

Ob Sie diesen Wert erreichen oder einhalten, bleibt Ihnen überlassen, weil die Anforderung zwar rechtliche Gültigkeit hat, Verstösse oder Abweichungen davon bisher nicht geahndet werden. Wenn Sie keine kfw-Mittel beantragt haben, wird es auch nicht kontrolliert werden, sofern Sie keinen Architekten oder Planer beauftragt haben, der die für Einhaltung der Anforderung geradestehen muss.

Es bleibt also in Ihrem Ermessen. Mit der Belüftung hat das nichts zu tun. Sie müssen nur oberhalb der EG-Aussendämmung ein Tropfkantenprofil einbauen, das bis hinter die Dämmung des OG an die Aussenwand reicht.

Ich gehe mal davon aus, daß die EG-Dämmung kein Wärmedämmverbundsystem (EPS|PUR|XPS o.ä.synthetisch-organsiche oder -anorganische Dämmstoffe))auf einer FW-Wand ist ?! Das käme gar nicht gut und würde in kurzer Zeit zu einem schönen Bauschaden führen.



Hinterlüftete Fassade



Hallo Herr Pickartz,

nein, auch das EG wird mit Holzfasser gedämmt, allerdings verputzt, also der Klassiker.

Aber warum muss das Tropfkantenprofil oberhalb des EG bzw. am unteren Ende des 1.OGs durchgehen bis zum Putz? dass unterbricht mir doch die Dämmung. Das versteh' ich nicht...

Wünsche allen einen sonnigen Wochenstart...