Anstrich Lärchenvorhangfassade




Die Fachwerkwände des Hauses werden mit einer wärmegedämmten, hinterlüfteten Boden-Deckelschalung aus Lärche versehen. Die ausführende Firma schlägt einen Vorstrich mit Bläueschutzmittel und einen zweimaligen Anstrich mit einer Lasur vor.
Frage: Sind diese Anstriche üblich, obligatorisch - oder
geht es auch ohne ?
Ist Lasur die geeignete Farbe und gibt es die auch
farblos, da ich die natürliche Holzfarbe erhalten
möchte.
Wer kann mir raten - vielen Dank.



Überflüssig?!?



Hallo Dieter,
ist natürlich alles Geschmacksfrage, aber für unbedingt notwendig aus holzschutztechnischer Sicht halte ich die Behandlung mit Bläueschutz und Lasur nicht. Wenn Sie jetzt eine farbige Fassade haben wollen, dann natürlich die Lasur und bei hellen Anstrich meinetwegen auch ein Bläueschutz. Aber das sind optische Fragen.
Bläueschutz, hin oder her, bei farblosen Anstrichen wird Ihnen die Fassade auf Dauer vergrauen, weil bei der UV-Strahlung Bestandteile in den Holzzellen abgebaut werden, die zu diesem Effekt führen. Es gibt Mittel die ein vergrauen des Holzes verhindern sollen, aber es war noch keines dabei, was mich überzeugen konnte.
Meine Meinung: Tragen Sie es mit Fassung und lassen die Fassade in Würde altern...
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



wer einmal streicht ...



der kann sich regelmäßig ranhalten. (Anstrichüberholung)
Guten Tag, es ist eine Geschmacksfrage, wie Martin ja schon schrieb.
Das Bläuerisiko ist relativ gering, da Lärche wenig Splint hat. (Ausnahmen bestätigen die Regel, etwas Splitholz, dass verblauen kann wird jede Schalung haben). Lärche ist harzreich, das macht die Beschichtung schwieriger als auf weniger harzhaltigen Hölzern. Holzschutz gegen Pilze und Insekten halte ich für eine nicht tragende Bekleidung aus Lärche für übertrieben. Außerdem wird in Lärchenkernholz so gut wie keine Eindringtiefe erreicht. Farblos führt zu UV-Schäden, dann enthaftet der Anstrich und es wird grau. Wenn man beschichtet, müssen alle Holzkanten mit mind. 2 mm Radius gerundet werden weil sonst an diesen Kanten die Schichtdicke zu gering wird (Kantenflucht). Früher war dieses Runden bei zimmermannsmäßig hergestellten Fassdenverbretterungen nicht üblich, inzwischen hat der BDZ ein Merkblatt veröffentlicht, in dem diese Rundung gefordert wird. Technologisch ist das auch sinnvoll. Übrigens: Bläueschutz schützt nicht vor allen Schimmelpilzen, d. h. wenn die Randbedingungen schlecht sind, wird die Fassade vielleicht nicht von Bläue sondern durch Schimmelpilze grau-schwarz-blau.
Ich persönlich finde eine Holzfassade verträgt das. Man muss nur wissen was auf einen zukommt. Boden-Deckel-Schalung heißt, dass die Bretter senkrecht verbaut werden, da sehe ich ein relativ geringes Risiko, weil das Wasser gut ablaufen kann.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Da Lärchenholz



sehr Witterungsbeständig ist, und Du den Holzcharakter erhalten möchtest, würde ich auf eine Lasur oder Sonstiges verzichten. Tun wir übrigens auch!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Ich schließe mich



meinen Vorrednern an und freue mich schon darauf auf einer Wanderung an einem schön ergrauten Haus vorbeizukommen. Nur Mut, auch wenn manch anderer meinen wird, dass das Haus langsam aber sicher vergammelt. Das Holz hält ohne Anstrich genauso so lange wie mit, wenn es konstruktiv richtig verbaut wird.



MaMA hat recht:-)))))



Es gibt nicht`s schöneres, als die Badina einer Lärsche.


Gruß von der Insel
Micha



So isses!





Anstrich Lärchenvorhangfassade



Möchte mich herzlich für die Antworten auf meine Frage bedanken; insbesondere für die fachlich hervorragenden Beiträge von Martin Malangeri und Ulrich Arnold.
Natürlich lass ich nach diesen Erkenntnissen die Fassade unbehandelt und ergrauen.

Grüsse
Dieter Ueberschär



Warum



ist diese Frage eigentlich "nicht öffentlich" gestellt?

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Eine Beschichtung



im Sinne von Schicht AUF dem Holz wäre auch für mich überflüssig, solange keine Farbwirkung erzielt werden soll.

Soweit keine graue Lärchenfassade gewünscht ist, habe ich mit dünneren, gut einziehenden Ölen wie einem Terrassenöl gute Erfahrungen gemacht. Die gibt es auch leicht pigmentiert. Der Vorteil aus meiner Sicht: Die Wasseraufnahme wird reduziert, somit vermute ich eine längere Dauerhaftigkeit der Fassade. Durch den höheren Citrusölanteil ist vermutlich auch die Eindringwirkung in Lärche etwas besser.

Ablösungen der (nicht vorhandenen) Schicht gibt es nicht, Folgeanstriche sind somit sehr einfach auszuführen.

Grüße

Thomas



Öffentliche Fragestellung



Hallo Harald,

die "nicht öffentliche Fragestellung" war eigentlich nicht beabsichtigt - wohl aus Versehen angeklickt.

Danke für den Tipp mit dem Terassenöl an Thomas W. Böhme. Muß mal sehen wie sich die Fassade optisch nach der Fertigstellung darstellt. Grundsätzlich würde mich das Vergrauen nicht stören.

Gruß
Dieter



@Dieter



Kann ich die Frage freigeben? Interessiert bestimmt viele Besucher. Kurze Nachricht genügt.



Lärchenfassade



Kein Problem.

Danke und viele Grüße
Dieter