Wer kennt sich mit "Dampfbremse"in der Wand aus??

05.10.2006



Hallo!
Wir sind gerade beim Bauen eines Fachwerkhauses und wollen die Wanddämmung innen aufbringen.Der Wandaufbau war wie folgt geplant(Aufbau von Aussen nach Innen):10mm Sumpfkalkputz, 11,5cm 1200er Lehmsteine von Claytec,2-3cm Lehmputz von Claytec,und eine 100 mm starke Holzfaserweichplatte von Pavatex bzw.Ungerdiffutherm,in die eine Flächenheizung eingelassen werden soll.Abschliessend ist ein Lehmfeinputz angedacht.
Soweit der Stand bis heute.
Nun wurden uns geraten, zwischen der Faserplatte und dem Feinputz einen 1 cm starken "Multigrund"der Fa.Ungerdiffutherm als Dampfbremse aufzutragen,da sonst die Gefahr bestehen würde, das die Dämmung "absäuft"!!!!
Wer kennt sich aus mit den beiden Versionen??
Es grüßt Euch herzlich
Willi Muth aus Sinntal



Ich würde drauf verzichten...



Hallo Willi

Ich habe ähnliches vor: Im Nebengebäude wird das Fachwerk im Obergeschoß neu errichtet (Erdgeschoß ist Sandstein).
Im Unterschied zu Dir nehme ich aus Platzgründen nur 5cm Schilf zum dämmen und statt Wandheizung Ofen. Wegen der Dampfbremse hatte ich auch diverse Diskussionen mit unserem Architekten bis er es "einsah"
Allerdings werde ich wahrscheinlich auch von außen die Gefache mit einem Lehmputz versehen. Sie sind durchs Dach vor Witterung geschützt.
Viel Spaß
Rainer



bei 10cm Innendämmung mit Holzweichfaserplatten wird viel



Tauwasser entstehen. Der Taupunkt liegt im Übergangsbereich Lehmputz/Beginn Holzweichfaserplatte.
Mein Vorschlag: max 60mm Holzweichfaserplatte, und diese ins Lehmputzbett preß einbetten (sodaß keine Luftschicht entstehen kann).
Dann können Sie auf die angefragte innere Dampfbremse verzichten,die sowieso sehr schlecht (bis gar nicht) funktionieren würde im Übergangsbereich Anschluß Fenster/Türrahrmen,Decke-Wandübergang.



Innenschale



Wird auf die innenseitige Lehmfachwerkkonstruktion eine homogen in Lehm gebettete Holzweichfaserplatte angebracht, so kann dies als Windichtungsscheibe betrachtet werden.
Kommt darauf dann noch eine Wandheizung, die in Lehm verputzt wird, ist eine zusätzliche Winddichtungsbahn eh überflüssig.
Trotzdem eine Nachfrage: Wie wollt Ihr die Wandheizung in die Holzweichfaserplatten einlassen?
Umverständlich!!
Wandheizung auf die Platten mit Klippschienen und dann unter Wärme 2-lagig verputzt mit Gewebeeinbettung im Unterputz.

Grüße Udo



Frage an Udo Mühle zum Thema Winddichtung und Taupunkt :



Was haben die beiden Begriffe Taupunkt und Winddichtung miteinander zu tun? Würden Sie die 10cm dicke Holzweichfaserplatten-Innendämmung ,wie im Aufbau vorgesehen bautechnisch so empfehlen?



Hallo erstmal



und ein großes Danke an die rege Beteiligung an meiner Frage.
Zur Frage von Hr.Udo Mühle :Geplant war ,in die Faserplatte mit einem Oberfräser Nuten einzuarbeiten und die 14mm starken Heizschlagen darin zubefestigen.
ABER: Nachdem was ich jetzt hier von "Euch" an Info`s bekam ,und das was das Bauchgefühl meiner Frau schon vorher angedeutet hatte, wird es wohl besser sein diesen Multigrund weg zu lassen.Ich glaube,der Mittelweg dieses Problems wäre eine 80mm starke Faserplatte OHNE Multigrund und dann,wie Hr. Mühle schon schrieb, die Heizschlagen auf die Faserplatte montieren .Diese Variante hätte dann noch den Vorteil, das mehr Platz zu Verfügung stände ,der durch die Befestigungsschrauben der Faserplatten eingeschrägt würde.Die Einbettung in Lehm mit dazugehöriger Amierung ist dann wohl Ehrensache.
Wie seht Ihr diese Lösung,wie steht Ihr dazu?????

Mit feundlichen und sonntäglichen Grüßen
Willi Muth



So funktioniert's



Sio dürfte es funktionieren.
Heizebene mit Schienen auf Holzweichfaserplatten (diese natürlich in ein homogenes Lehmbett montieren!) anbringen und dann unter Wärme 2-lagig mit Armierungsgewebe verputzen.
Den Unterputz austrocknen lassen (trockenheizen und lüften!)

Grüße Udo