Dielenboden: Fase oder keien Fase??

18.01.2013



Eine Frage an die Erfahrenen:
Ist eine Fase bei Massivholdielen sinnvoll?

Mir gefällt eigentlich ein glatter Boden besser, aber ich erwarte, dass ein Dielenboden doch Fugen entwickelt; leicht gefast sähen diese akzeptabel aus, Spalten zwischen scharfen Kanten wären weniger schön.

Geplant ist Verschraubung.

Sollte man aus praktischen Gründen gefaste Dielen nehmen?

Und eine Bitte, ohne beleidigen zu wollen:
Antworten die mit "ich denke mir..." oder "ich habe auch sowas vor..." anfangen, brauche ich nicht.

Ich hätte gerne Rat von Leuten, die sowas oft verlegen, oder selbst schon länger zu Hause haben.

Danke!!



die Fase



hat sich bei allen mir bekannten Herstellern von hochwertigen Massivholzdielen durchgesetzt. Die als Microfase bezeichnete Fase hat heute eine Abschrägung von 1-1,5mm und erlaubt auch eine werkseitig ausgeführte Oberfläche. Gefaste Dielen, die roh verlegt werden, sollten in der Regel nochmals komplett überschliffen werden. Bei gefaster Ware reicht in der Regel ein Schleifgang mit der Tellerschleifmaschine.
alle weiteren selbst gegebenen Antworten stimmen.



Was soll eine Fase an Dielen???



Guten Tag!
Ich habe mal Tischler gelernt und auch einige Zeit als solcher gearbeitet. In meiner Lehrzeit hatte ich 2 Meister (Brüder). Es war nicht immer einfach (2 Meister = 2 Meinungen und Kritiken) aber ich habe sehr viel dabei gelernt. In Sachen Fase waren sich beide einig: "Wenn Du nicht genau arbeiten kannst Junge - mach ne Fase ran." Eine Fase an Dielenböden ist einfach Schwachsinn und nur der Industrie geschuldet. Spätestens beim ersten Abschliff (nach Jahren)merkt man, was für ein Blödsinn dies war - leider nicht mehr reparabel!



Denk doch einmal an die Schmutzrille!



Meine Freundin hat in ihrem Haus Dielen montiert mit einer Abkantung zu den daneben liegenden Dielen. Dies ist eine richtige Schmutzrille. Sie muß immer mit den Staubsauger und schmaler Düse diese sauber halten. Das ist viel unnütige Arbeit.



Fasen oder nicht Fasen?



Lieber Chrisholz!

Was ist überhaupt der Grund für die Anbrigung einer Fase? Bei Metall die Entgratung, bei Holz die Verhinderung von Absplitterungen. Die Splitterbildung ist u.a. abhängig von der Art und Härte des Holzes.
Wir bauen seit etlichen Jahren Kieferndielung (märkische Kiefer, langsam gewachsen, daher relativ hart)OHNE Fase. Bisher hatten wir 0 Kundenreklamationen aufgrund von Splittern oder Ausbrüchen an den ungefasten Kanten.

Herzlichen Gruß, Erik Heinrich.



Danke!



Danke für die Antworten bisher, und gleich noch eine Frage hinterher:

Wozu ist die Dehnfuge am Rand? Ich meine die 10mm zur Wand, die überall empfohlen werden:
Wenn die Dielen wirklich so quellen würden, dass die äusseren je einen cm nach aussen geschoben werden, würde doch jeder Kleber ab- und jede Schraube ausreissen, oder nicht?

Ist das ein geistiges Überbleibsel von schwimmender Verlegung, oder verstehe ich die Geometrie nicht richtig?

Danke nochmal!



Dehnfuge



Es ist wirklich so! Im Gegensatz zu vielen Politikern arbeitet massives Holz - ich meine Holzdielen aus einem Stück, nichts abgesperrtes oder verleimtes. Man sollte an den Längsseiten ruhig 1,5cm Luft lassen - vor allem wegen der Randdielen. Außerdem gibt es kaum gerade Wände. Das Quellen und Schwinden in Längsrichtung kann man praktisch vernachlässigen, aber wie will man richtige Dielen ohne Luft zur Wand verlegen? Das Quellen und Schwinden - also das Arbeiten - kann man berechnen. Man sollte aber auch bedenken, das erst erhebliche Luftfeuchtigkeitsänderungen oder Wasserschäden zu bedenklichen Formänderungen führen - natürlich zeitversetzt. Das Feuchte Wischen, der umgekippte Wassereimer oder Badspritzer gehören nicht dazu. Eine fachgerechte Verlegung sorgt für zusätzliche Sicherheit. Selbst unter den meisten Holzimitaten befinden sich richtige schöne Holzdielen.



Dehnfuge



Nochmal im Detail, was ich an der 10mm DEHNfuge nicht verstehe:

Agenommen jede Diele quillt, und schiebt ihren Nachbarn 0,5mm zur Seite.

Die Mittlere wird von rechts und links gleich bedrängt, bleibt wo sie ist.
Die nächste wird um einen halben Millimeter verschoben, qillt selbst auch, verschiebt also ihren Nachbarn um 1,0 mm.

Weiter so nach aussen hin, nach ca. 20 Dielen haben wir die 10mm Fuge ausgenutzt.

ABER: Die äussere Diele wäre 10mm "gewandert".
Das hält doch kein Leim der Welt, auch keine Verschraubung.

Daher die Frage: Wozu die "Dehnfuge"?

Mich stört weniger die Fuge, eine Fussleiste ist sowieso praktisch; die Frage, ob ich mit so viel Bewegung rechnen muss, irritiert mich schon.

Und wenn der Boden sich tatsächlich so viel bewegt: wie macht die Bodenkonstruktion das mit? Verstehe ich nicht.

Danke!



Dehnfuge - Versuch einer Erklärung



Also,
Dielen werden heutzutege kammergetrocknet verlegt. Sie sollen eigentlich "in dem zu erwartenden Raumklima ca. 2 Wochen aufgelattet lagern". -Macht fast keiner-. Man mißt die Holzfeuchte der Dielen und ermittelt die Holzausgleichsfeuchte (Ugl) des wirklich zu erwartenden Raumklimas (ist abhängig von der Temperatur, der späteren Luftfeuchtigkeit, der Heizungsart, dem Lüftungsverhalten usw.). Sind die Dielen zu trocken, nagelt oder schraubt man sie mit Abstand (0,5/1,0...mm) fest. Sind die Dielen zu feucht oder ist die spätere Raumluft sehr (zu) trocken (ungesund!), so läßt man sie konditionieren (angleichen) oder befestigt sie dicht an dicht. So ist ja z.B. die Raumluft im Sommer viel feuchter als im Winter. Sollten die gut getrockneten Dielen im Winter verlegt worden sein, so werden sich auch bei dichter Verlegung im Sommer zuerst die Trockenrisse - nur die großen sind sichtbar, es gibt auch jede Menge Mikrorisse - schließen, bevor sich die Dielen verschieben. Da geht schon viel Spannung ab, ohne daß sich etwas ändert. Sind die Dielen im Sommer verlegt oder wurde kurz vor der Verlegung Feuchtigkeit ins Gebäude gebracht (Estrich, Tapeten, Wandputz..., so bilden sich in der Heizperiode Fugen, die dann genug Raum zum Arbeiten geben. Es ist also jede Diele für sich in der Lage, innen (Risse) oder außen (Fugen) Spannungen aufzunehmen, ohne daß der fertige Fußboden den Giebel auf die Straße wirft (Horror, den es wirklich nur im Film gibt!). Das ist alles viel Theorie und das beste Mittel dagegen ist - ein Fachmann, der fachgerecht arbeitet. Einstein konnte sein Doppelfenster auch nicht berechnen, dafür aber E=mc². Richtige Dielen sollte man aus diesem Grunde auch nicht "durch die Feder" oder "durch die Nute" befestigen. Dann kann es wirklich böse Überraschungen zwischen den Dielen geben - nicht nur an der Wand.



DIELEN / Fugen



Lieber Neil, lieber Chrisholz!


Spannender threat!

Noch eine kleine Anmerkung: Wir Verarbeiten zum Beispiel bewusst nur luftgetrocknete Dielen; sie werden nach den zwei Wochen Lagern im Raum im Stapel (mit Lagerhölzern) und Akklimatisierung an das Raummilieu dicht verlegt. Wir haben dann eine Fugenbildung von etwa 2 mm, wenn das Holz sehr trocken wird; bei Dielenbreiten von z.T. über 30 cm Breite finden unsere Kunden das akzeptabel. Umgekehrt höre ich aber immer wieder, dass kammergetrocknete Dielen dicht verlegt werden (eben nicht mit dem von Neil angemahnten Abstand)und dann bei Aufnahme von Luftfeuchte so quellen, dass sie sich hochschieben, und dann hat man echt 'n Sch...

Dies als Ergänzung zu Neils sehr kundigen Ausführungen. Mit denen allerdings die Frage noch nicht restlos beantwortet ist: wie nutzen die Dielen die Dehnfuge am Rande, wenn sie sich doch schon in der Mitte dehnen und damit evtl. Schraubenköpfe abreißen? Und auf welche Art soll man Dielen fixieren, wenn nicht schrauben, nageln, kleben? Frei schwimmend halte ich für nicht ideal, denn dann ergibt sich kein Verbund, der den Boden insgesamt stabilisiert. - Wir bevorzugen die "Floß-Methode", mit der wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben: Die Dielen liegen auf den Lagerbalken, Dämmstreifen dazwischen und neben die Lagerbalken legen wir eine Latte, die Dielenschrauben werden durch die Feder in diese Latten gesetzt und ziehen die Latte beim Anschrauben hoch. Somit haben wir einen Dielenverbund, der insgesamt auf den Lagerbalken schwimmt. Die Schrauben lassen beim Arbeiten der Dielen eine gewisse Toleranz zu, so dass der Verbund die Dehnfuge an den Breitseiten nutzen kann. Bei wenig Platz in der Höhe, z.B. auf Estrich, legen wir Dachlatten aus und schaffen die Verbindungen zwischen den Dielen mit Konterlatten (etwas flacher). Daneben gibt es freilich noch die klassische Methode: Dielen von oben durchnageln. Hat auch was für sich; die sichtbaren Nagelköpfe sind aber nicht jedermanns Sache.

Herzlichen Gruß,

Erik Heinrich.



Dehnfugen zu Wand



Da gibt es dann nichts mehr hinzuzufügen! Erst die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit. (Ist nicht von mir!)



Eine Fase...



ist nicht nur Geschmackssache:

Selbst bei industrieller und somit hochtechnifizierter Herstellung ist ein leichter Höhenversatz in der Nut-Federverbindung nicht ganz auszuschließen, auch bei sorgfältiger handwerklicher Herstellung kann er zuweilen auftreten. Der übliche feine Reinigungsschliff nach dem Verlegen mit einem 120er Gitter beseitigt solch einen Höhenversatz nicht. Der Kantenversatz stört auch bei nur 2-3 Zehntel mm nicht nur das Laufgefühl, sondern auch die Optik, wenn das Licht quer zur Fuge fällt.

Ich persönlich bevorzuge sehr feine Fasen (max. 1/2mm), die ich vor dem Einbau mit einem Eisenhobel selbst mache. Optisch ist eine Fase dann angebracht, wenn der Charakter des Dielenbodens als Bretterboden sichtbar werden soll. Praktisch hat eine große Fase den Nachteil, daß sie viel Öl "frisst".

Daß hier allerdings eine gutgelaunte Expertenrunde bewährte und grundsätzliche Verlegeregeln eines Handwerkes mit Tradition in die Tonne kloppen will, ist einen deutlichen Widerspruch wert.

1. Holzfeuchte: Für Wohnräume mit normaler Nutzung ist eine HF von 9% für einen halbwegs fugenfreien Boden zwingend erforderlich. Bau man lufttrocknes Holz (ca. 15% HF) ein, kann eine 30cm breite Diele ohne weiteres im Laufe der Jahre nahezu aus Nut und Feder trocknen.

Beispiel Kiefer: tangentiales Schwindmaß 0,36% pro 1% Änderung HF. Ein 30cm breites Brett trocknet von 15 zu 9% HF um 6,5mm!

Beispiel Mein Wohnzimmer: 40-45cm Breite Dielen Fichte, immer 2 Bretter Zopf an Krone verleimt wie in Dresden um 1900 üblich, parallel besäumt. Eingebaut 1902 lufttrocken, bis 1996 Ofenheizung danach Zentralheizung. Schon vor Heizungseinbau waren im Laufe der Zeiten Späne bis 8mm eingesetzt worden, die sich langsam lösten. 3 Jahre nach Heizungseinbau (Raumfeuchten normale 50-55% LF) sind die Spalten bis 12mm groß und wurden im Zuge einer Fußbodensanierung ausgespleißt. Im Herbst sind nun die Spalten dicht, zum Ende der Heizperiode habe ich Fugen von maximal 1,5mm.

Ich würde aus diesen Gründen keinesfalls lufttrockne Dielen einbauen und halte den Verzicht auf die technische Trocknung nicht für eine Produktphilosophie, sondern einen Fehler. So man dem Kunden unbedingt ein halbfertiges Produkt verkaufen will, sollte man ihn zwingend sehr umfassend über die Konsequenzen aufklären. Insofern werden die in einem thread weiter oben erwähnten 2mm Fugen bei normalem Raumklima nicht das Ende der Fahnenstange bleiben. Eine 2 wöchige "Klimatisierung" auf der Baustelle bringt jedenfalls keine nennenswerten Holzfeuchteänderungen.

2. Wandabstand

Die 15mm sind bei massivem Holz immer einzuhalten. Das bietet genug Spielraum, um auch einen feuchtwarmen August gut zu kompensieren, und selbst die gern übersehene Restbaufeuchte kann so (in engem Rahmen!) kompensiert werden). Und das durch (normale!)LF-Änderungen bedingte Arbeiten machen auch der richtige Kleber oder Schrauben mit.



"Ohne daß der fertige Fußboden den Giebel auf die Straße wirft (Horror, den es wirklich nur im Film gibt!)"

Ich habe schon einen 15mm großen senkrechten Wandriss (36cm, Vollziegel) betrachten können, den ein Hirnholzparkett nach einem Dachschaden produziert hat. Frierende wassergesättigte Holzkeile sprengen im Steinbruch Blöcke auseinander... Ein beständiger Druck kann ganz erstaunliche Wirkungen zeugen.

"Richtige Dielen sollte man aus diesem Grunde auch nicht "durch die Feder" oder "durch die Nute" befestigen. Dann kann es wirklich böse Überraschungen zwischen den Dielen geben - nicht nur an der Wand."

Wenn ich nicht mit fetten Schrauben im Doppelpack pro Auflager falsche Holzfeuchten kompensieren muss, ist die verdeckte Schraubung in die Feder kein Problem. Ich verlege bis 25cm grundsätzlich so (selbst auf FBH im Trockenaufbau), bei geeigneten Holzarten UND Materialqualitäten auch darüber. Außerdem: die doppelte Verschraubung von oben provoziert Trockenrisse, die bei einer einfachen Verschraubung nicht entstehen können.

Einen einzigen Crash hat eine solche Verlegung im Laufe meiner nun mehr als zehnjährigen Verlegepraxis mit SPAX-Dielenschrauben produziert. Zunächst lag der Eicheboden in Breiten bis 25cm, verdeckt geschraubt über den Sommer und Herbst ruhig (im 1.OG auf Balkenlage, Isoflock), dann hat der Bauherr als Winterbaustelle im EG 2 EckAUSSENwände völlig entfernt und neu aufgemauert, geputzt, Estricharbeiten durchgeführt, gleichzeitig den Putz zur Decke OG entfernt und neu geputzt. Der Raum im OG wurde durchgehend als Schafzimmer genutzt, wenig gelüftet. Als vorhersehbares Ergebnis lag nicht nur der Taupunkt sondern teilweise sogar der Frost in der Isoflockebene unter der Dielung, die quietschnass war. Das Wunder an der Sache ist, daß der Boden trotzdem ERST im Frühjahr an einer Seite mit 2 Brettern hochgekommen ist, mit einem lauten Knall gegen Mitternacht. Auf der anderen Seite drückten sich die Bretter in den Putz und wurden nachgeschnitten, und lagen ansonsten weiterhin fest. Soviel also zur Haltbarkeit von Dielenschrauben.

Kammergetrocknete Dielen von Vornherein auf Abstand verlegen? Im Wohnbereich ist das aus technischer Sicht Unsinn. Dielen müssen in der passenden Ausgleichsfeuchte eingebaut werden, dann erübrigt sich eine solche Spielerei. Ich habe das einmal in einer klimatischen Sondersituation gemacht: Höhenlage Erzgebirgsnordrand, Ferienhaus ohne Zentralheizung, Frostwächter nur im WC, undichte alte Fenster. Aus Kostengründen sollten keine raumlangen, auf die Ausgleichsfeuchte hin getrockneten Dielen verlegt werden, sondern 2m lange Eichendielen 170mm aus der Tüte, 9% HF. Hier habe ich Distanzstücke 2mm mit Griff angefertigt, und auf Fuge verlegt, nun liegt der Boden fugenfrei und ohne Spannung. Unter normalen Bedingungen ist so etwas aber völlig überflüssig. Wer die Optik der Fuge liebt, sollte zu stärkeren Fasen greifen und (unter normalen Bedingungen) dicht verlegen.

Grüße

Thomas



Kammer oder kammer nicht?



Lieber ungläubiger Thomas,
Deine Bemerkungen zeugen von Sachverstand und Erfahrung. Dennoch sind sie nicht ganz logisch. Über eine Grundprämisse sind wir uns sicher alle einig: Holz ist ein lebendiger Werkstoff, dafür lieben wir ihn. Wir wissen, dass Holz mit wechselnder Umgebungsfeuchte entweder Feuchte aufnimmt und sich ausdehnt, oder abgibt und schrumpft. Und das wunderbarer Weise Jahrhunderte lang. Wenn Du also sagst, dass kammergetrocknetes Holz (8 oder 9% Restfeuchte) gut und richtig sei, denn es schrumpft nicht mehr in einem stark beheizten, trockenen Raum, widerspricht das Deiner ebenfalls geäußerten Ansicht, man müsse kammertrockenes Holz NICHT mit Abständen legen. Denn wenn es mal etwas feuchter ist, wird das Holz quellen und irgendwo muss es ja dann hin. Du und ich haben schon des öfteren (Du öfter als ich vermutlich) hochgedrückte Dielung oder Parkett gesehen. Häufiger als uns lieb ist, oder?
Auch nimmt kammergetrocknetes Holz unter Umständen bei Lagerung, Transport, im neuen zu Hause Feuchte auf und dann war es mal kammergetrocknetes Holz.
In der Praxis lassen sich doch nur gut balancierte Annäherungen schaffen, indem Raumklima und Trocknungsgrad des Holzes möglichst nahe beieinander sind. Daher wird ja bei jeder Dielung grundsätzlich die Lagerung in dem Raum, wo sie verbaut werden sollen, empfohlen. 2-4 Wochen ist die Regel.
Selbstverständlich kenne ich auch die gängigen Formeln für die Berechnung von Dehnung und Schrumpfung von Holz. Die Praxis zeigt indes, dass – abgesehen von extrem (und ungesund) hoch geheizten Gebäuden – luftgetrocknete Dielen sich sehr günstig verhalten. Ich kann Dir im Dutzend Häuser und Wohnungen zeigen, u.a. unser eigenes Haus, in denen luftgetrocknete Dielen, die bei Auslieferung 12-14% Restfeuchte aufwiesen, sehr gut liegen und wie gesagt nicht mehr als 2mm Fuge während der trockensten Perioden des Jahres (Winter) bilden. Und es ist nicht kalt bei uns. Ich lade Dich gerne ein, mit Zollstock oder Schieblehre vorbei zu kommen! "Halbfertiges Produkt" finde ich unsachlich und falsch!
Mag sein, dass das mondgeschlagene Holz sowieso etwas besser, also mit weniger Verwerfungen liegt. Außerdem wirkt sich positiv aus, dass wir die Dielen immer richtig herum bauen, d.h. mit definierter Oberseite, den Jahresringen entgegengesetzt, so dass die Dielen immer ganz leicht buckeln, statt zu schüsseln. Das wiederum heißt, dass die Dielenkanten sich an den Fugen zueinander neigen und somit die Fugen eher schließen als öffnen. Nebenbei gesagt: Damit schwindet auch die Bedeutung der Fase, denn die Kanten streben nach unten.
Es gibt also keine endgültige Wahrheit oder ein Nonplusultra. Weil aber Kammertrocknung im schlimmeren Fall Trocknungsrisse nach sich ziehen kann (und die meisten Betriebe trocknen zu schnell), unnatürlich ist und natürlich auch wegen des hohen Energieverbrauchs unökologisch, haben wir uns entschieden, darauf zu verzichten. Wir haben trotzdem viele zufriedene Kunden!
Herzlichen Gruß an alle Beteiligten an diesem interessanten Diskurs und an Dich.
Erik Heinrich.



Ausgleichsfeuchte!



bei allem was geschrieben wurde, vermisse ich die Angabe des Zusammenhangs der Holz-Ausgleichsfeuchte mit der zu erwartenden- sich im Mittel einstellenden relativen Luftfeuchte.
Natürlich gibt es hier nur Anhaltswerte, aber wie überall sollte man nicht ohne die " Regel" argumentieren wollen.
Die Handelfeuchte von kammergetrockneten Dielen beträgt 10 +-2%.
Die im Mittel zu erwartende Luftfeuchte in einem zentral-beheizten, normal bewohnten Haus/Wohnung bei 20° C Temperatur beträgt 45-60% rel. Feuchte.
Die Holzausgleichsfeuchte bei o.a. Luftfeuchte beträgt ca. 9-11%.
Bei tausenden verlegten qm. Dielen im städtischen Umfeld hat dieser Zusammenhang funktioniert, - seit Jahrzehnten.
Gerne kann man sich über Ausnahmen unterhalten, oder auch über das unterschiedlich schnelle Ausdehnungsverhalten ( Buche versus Eiche).
Auch über das Nutzerverhalten bei Austrocknung der Wohnung im Winter und über das Verhalten bei extremer Aussenluft-Feuchte im Sommer.
Wie gesagt, die Regel funktioniert nach meiner Erfahrung zu 95%, Luftfeuchte sollte jeder Nutzer per Hygrometer beobachten. Eingriffsmöglichkeiten zur Konditionierung der Luftfeuchte gibt es ausreichend.



@ Karl



Zur Ausgleichsfeuchte hab' ich mich eins weiter oben schon geäußert. Deine Erfahrungen decken sich also mit den meinen.

@Erik

Ich will Dich beileibe nicht verärgern, zu der Einschätzung "halbfertig" stehe ich aber, weil ich sie für sachlich richtig halte. Nicht nur nach der DIN. Für Holzböden schreiben die entsprechenden Regelwerke der Parkettleger unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wohnverhältnisse ( nicht " stark beheizten, trockenen Raum" )die Holzfeuchte von 9% +/- 2% vor. Wobei das im normalen mitteleuropäischen Klima bedeutet, daß der Schnitt bei 9% zu liegen hat, mit einigen "Ausreißern" zwischen 7 und 11%. Das berücksichtigt auch die Tatsache, daß Holz mit den üblichen Meßmethoden nicht auf's Zehntel bestimmt werden kann, schwankender Holzdichten wegen.

Und nein, Du schiebst mir da etwas Unpassendes unter. In meiner Praxis gibt es nahezu keine "hochgekommenen" Böden. Einen Fall habe ich bereits geschildert, da haben Bauherr und Bauunternehmen nach einer fehlerfreien Verlegung einen Bauschaden produziert, in dessen Folge der Boden nahezu hochkommen musste. Vermutlich wäre auch eine weniger trocken eingebaute märkische Kiefer munter geworden, da deren Feuchtewechselzeit geringer ist. Es gibt nur noch einen zweiten Fall, der mich aber nur als Beobachter sieht: Da wurde von einem Fachbetrieb eine sauteuere Esche hell in Premiumsortierung, also Tangentialschnitt, über 9m Breite schwimmend verlegt, unter der Heizung wurden die Verlegekeile stecken gelassen und auf der anderen Seite stand raumbreit eine Bücherwand. Der Schaden war dort nahezu gesetzmäßig.

Bei mir nimmt kammergetrocknetes Holz unterwegs keine Feuchtigkeit auf, weil ich, so klimatisch erforderlich, das Holz beim Hersteller folieren lasse. Die Lagerung im Raum über längere Zeiträume halte ich für überflüssig und falsch.
Zum ersten trocknet Holz auf der Baustelle in kurzen Zeiträumen kaum nach, ein Wohnraum ist keine Trockenkammer. Trocknet es aber doch aufgrund extremer Bedingungen auf der Baustelle nach, oder nimmt andersherum (Bau)Feuchte auf, so wird das ehemals gerade Brett sich unweigerlich schüsseln oder runden (wenn nicht gar verziehen), wenn wir nicht gerade ein 100%iges Mittelbrett betrachten. Daran ändert auch eine gute Einlattung nichts. Deswegen ist auf Baustellen ein Holzfeuchteausgleich weder möglich noch sinnvoll. Lediglich, wenn Lager- oder Transporttemperatur im Vorfeld von der Temperatur vor Ort abweichen, ist eine kurze Klimatisierung im Sinne von Temperaturausgleich erforderlich. Dazu liegt das Holz foliert 2-3 Tage eingelattet vor Ort.

Die erwähnten 12-14% Restfeuchte erreicht ein luftrrocknes Brett im Stapel nicht. Gerade bei Kiefer, die einen besonders heterogenen Aufbau hat, sind Messungen auf Widerstandsbasis fehlerbehaftet. Hier wäre mir besonders wichtig, gut nachgetrocknet zu haben. Eine gute Trocknung produziert denn auch keine Trockenrisse. Wenn mann seine Liferanten kennt, weiß0 man auch bald, wer schonend trocknet.

Lustig hingegen ist der Hinweis, die Dielen würden sich beim Trocknen so verformen, daß sich die Kanten zueinander neigen und die Fuge verringern. Wenn sich an den kurzen Kanten schon etwas tut, wie wellig sieht dann die Fläche aus? Unter einem belebten Boden verstehe ich etwas anderes.

Lieber Erik, Du bastelst Dir hier aus Vermutungen und Hörensagen Deine eigene "Wahrheit" zusammen. Mit Sicherheit hast Du da tolle Hölzer, und ich finde es schön, daß Du nach Mondphasen schlägst. Aber auch damit lässt sich ein Verzicht auf einen kompletten Arbeitsgang, die technische Trocknung, nicht rechtfertigen. Lies dazu, falls nicht schon geschehen, die Bücher von Thoma. Obwohl er vieles verspricht, technisch nachtrocknen muß auch er.

Ich jedenfalls fahre mit Dielen, die im Normalfall auf 9% getrocknet werden, sehr gut. Ich erlebe keine störenden Aufquellungen im Sommer, und auch keine markanten Fugenbildungen im Winter. Und ich habe, riesiger Vorteil, dem Kunden gegenüber keinen massiven Erklärungsbedarf, weil ich mich im Rahmen der Regeln meines Gewerkes bewege.

Sicher kann man das auch anders machen, und ich gönne Dir Deine zufriedenen Kunden von Herzen. Wenn der Kunde toleriert, daß mit verstärkter Fugenbildung und Verformung zu rechnen ist, ist ja alles in Butter. So etwas wäre aber vermeidbar. Und auch ökologisch akzeptabel, weil es eben die Qualität des Werkes erhöht.

Grüße

Thomas



LUFT ODER KAMMER - EINSPRUCH, EUER EHREN!



Lieber Thomas und andere Interessierte!

Wenn diese Diskussion unter uns stattfände, würde ich sagen: jut, Alter, komm wir nehmen noch ein Tässchen Bier. Aber in einem öffentlichen Forum kann ich Deine Einlassungen nicht unerwidert lassen.

1.Wir haben de facto bei luftgetrockneten Dielen nur die normale Fugenbildung auf Grund des natürlichen Umgebungsfeuchtewechsels. Bei uns zu Hause z.B. messe ich heute 40% relative Luftfeuchtigkeit und die luftgetrockneten Dielen haben Zwischenfugen von 2 mm. Und das bei Dielenbreiten von zum Teil über 30 cm!

2.Doch. Luftgetrocknetes Holz erreicht 12-15% Restfeuchte. Es sei denn, meine beiden Messgeräte, sowie die Feuchtemesser von Bauherren und deren Tischler wären allesamt defekt.

3.Die Luftfeuchtigkeit ist im Gegensatz zu Deiner Ausführung im Spätherbst und Frühwinter hoch, später im Winter eher gering und steigt wieder im Frühjahr und Frühsommer. Also hat man die stärkste Fugenbildung eher um die jetzige Jahreszeit, sprich Januar / Februar zu gewärtigen.

4.Was passiert mit dicht gelegten, auf 8% kammergetrockneten Dielen, wenn einige Tage nicht geheizt wird (Urlaub, Heizungsausfall, etc.)? Quellung und womöglich Hochdrücken ist unvermeidlich, denn auch kammergetrocknetes Holz ist lebendig. (Sehen wir einmal von „Thermo-Holz“ ab, dass eher so was wie gepresste Asche ist)

5.Dass Dielen schüsseln oder buckeln ist nicht ulkig, sondern natürlich. Es ist ihr normales Verhalten bei Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit. Und zwar aller Dielen. Wir achten darauf, unsere Dielen immer entgegengesetzt zu den Jahresringen zu legen, damit sie bei Dehnung einen leichten Buckel bilden. Das ist angenehmer beim Laufen und selbstverständlich neigen sich dabei die Kanten der jeweils benachbarten Dielen zueinander und tendieren dazu, die Fugen zu verkleinern. Damit haben wir noch lange keine Buckelbahn, sondern ganz leichte Wellen, die nur bei sehr flachem Blickwinkel sichtbar werden.

6. Und: ja - luftgetrocknete Dielen sind ein vollwertiges, fertiges Produkt. Der zitierte Erwin Thoma (ein wunderbarer Typ, der beneidenswert viel Freundlichkeit und Lebensfreude ausstrahlt) hält Kammertrocknung nicht für unbedingt notwendig; schließt sie allerdings in einigen Fällen - @ Thomas: so weit d'accord! - nicht aus, um noch "das letzte 'Zutzerl' Wasser" heraus zu holen. Das hat man allerdings in den 200 und mehr Jahren vor Erfindung der Kammertrocknung und der Folierung von Brettern nicht gemacht und dennoch wunderbare Dielenböden gehabt!

Ich klopf mal auf Holz!

Herzlich, Erik.



Hallo Erik,



es ist ein wenig schwierig, miteinander zu reden, wenn Du auf meine Argumente nicht eingehst und auch gegen Behauptungen argumentierst, die ich gar nicht gemacht habe.

Aber ich versuche es noch 'mal:

zu 1 und 2. Luftgetrocknete Dielen produzieren eben nicht nur die Fugen, die ein Dielenboden aufgrund des natürlichen Umgebungsfeuchtewechsels produzieren muss. Zum Thema Holzfeuchte bietet Wikipedia eine Zusammenfassung, die sich mit der Fachliteratur deckt und in deutlichem Gegensatz zu Deinen Behauptungen steht. Da findet sich zum Beispiel folgende Tabelle:

Typische Feuchtegrade von Nutzholz (grobe Richtwerte):

Darrzustand: 0 %
Innenräume mit Zentralheizung: 6–8 %
Innenräume mit Ofenheizung: 8–10 %
Innenräume ohne Heizung: 10–12 %
Fenster und Haustüren: 12–15 %
Außengelagert: 15–18 %
Fasersättigungsbereich: 28–32 %
Waldfrisch: ca. 60 %
Wassergesättigt: 100 %
Fällfrisch: bis 150 %

Dein "lufttrocknes" Holz (entspricht "außengelagert" in der Tabelle) hat also keine 12-15% HF, die Messgeräte sind wahrscheinlich fehlerhaft. Letzteres wäre auch gar nicht verwunderlich, elektrische Holzfeuchtemessungen sind im allgemeinen nicht besonders genau. Eine wichtige Komponente dieser Messungen ist nämlich die Holzdichte, und die schwankt im heterogenen Baustoff Holz.

Aus Deiner 40% Luftfeuchte resultiert aber eine Holzfeuchte von ungefähr 8%. Das Heruntertrocknen von 15% (wenn nicht gar mehr) auf 8% im eingebauten Zustand führt rein rechnerisch bei einem 30cm-Brett zu ca 6mm breiten Fugen. Möglicherweise hindern die Schrauben oder Nägel das Rücktrocknen des Holzes vorerst etwas, aber das Holz ist ausdauernder als seine "Hemmklötzer". Die Fugen werden also von Jahr zu Jahr breiter werden, ggf. könnten sich auch Mittelrisse auftun. Der Spread zwischen der Holzfeuchte einer Dielung im Sommer und im Winter ist jedenfalls in normalen Innenräumen deutlich geringer als eine Holzfeuchteänderung von mindestens 15 auf 8%.

Die von Dir gemessenen 40% LF sind im Übrigen völlig uninteressant, weil ein momentaner Wert. Holz passt sich zum einen in holzarttypisch unterschiedlicher Geschwindigkeit einer veränderten Luftfeuchte an. Spitzen nach oben oder unten verpuffen da. Zudem sind die übrigen Bedingungen zu würdigen, um die Fugenbildung zu werten. Hieltest Du es mit dem Unterbau (unbedingt und vollständig diffusionsoffen bis zum Mutterboden hin) genau so archaisch wie mit der Holzfeuchte der eingebauten Dielung, wäre trotz dauerhaft geringer LF oberhalb der Dielung keine markante Fugenbildung zu erwarten, weil sich 2 Baufehler (zu feuchte Dielung und zu feuchter Unterbau) gegenseitig aufheben (freilich nur, bis der Holzwurm kommt).

zu 3. Was soll da jetzt falsch sein? Ich sehe keinen Sinn darin, nun auch noch nach Spätherbst und Frühwinter zu differenzieren. Innerhalb der Heizperiode sinkt die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im beheizten Innenraum, und die Holzfeuchte folgt ihr etwas langsamer. Zum Ende der Heizperiode ist die Holzfeuchte am geringsten, und die Fugenbildung am markantesten. Mit dem Ende der Heizperiode steigt die Holzfeuchte, je nach Luftfeuchte (Wetter) langsamer oder schneller, und damit reduzieren sich die Spalten. Baut man freilich Holz ein, das im frisch eingebauten Zustand feuchter ist, als es kurz vor Beginn der Heizperiode je wieder werden kann, hat auch zu diesem Zeitpunkt Fugen. Und diese werden über die Jahre allermeist breiter.

zu 4. Ich habe nicht vom Einbau einer Diele mit 8% HF geschrieben, 9% ist üblich. "Unvermeidliche" Quellungen oder gar Hochkommen? Sicherlich rufen bei Dir täglich hunderte Bauherren an, die nach dem Urlaub die Wohnungstür nicht mehr öffnen können, weil die von der Konkurrenz verlegte zu trockene Dielung hochgekommen sei? Nochmal zum Mitschreiben: Eine mit 9% eingebaute Dielung kommt im normalen Wohnumfeld nicht hoch, und produziert auch keine später auffälligen Stauchungen. Weder in Urlaubszeiten, da muß die Wohnung schon aus wichtigeren Gründen zumindest frostfrei gehalten werden, noch bei Heizungsausfall, der ja üblicherweise auch in ein paar Tagen behoben ist. Sofern das Holz tatsächlich einmal leicht gegeneinanderdrückt: Es hat eine gewisse Elastizität. Stärkere Stauchungen würden nur teilweise zurückgehen und können zu späterer verstärkter Fugenbildung führen, ABER: sie treten bei Holz, das mit 9% eingebaut wurde, im bewohnten Objekt mit halbwegs normaler Klimatisierung nicht auf. Wer freilich eine Hanfplantage im Wohnzimmer realisieren will oder die Dampfsauna dielt, sollte auf Lücke verlegen.

Deine Auslassungen über Thermoholz letztlich sind schlicht Blödsinn, sorry. Es ist weder gepresst, noch Asche. Vielmehr ein Laub- oder Nadelholz, das mit ca. 185 - 210 Grad behandelt wurde, und dadurch einen dunkleren Farbton annimmt (sehr dekorativ im Innenbereich) und sehr schädlingsresistent wird (z.B. erstklassiges Terassenholz). Wenn man von einer Sache überhaupt keine Ahnung hat, muß man sie nicht verreißen.

zu 5. Wenn Deine Dielen keine Buckelbahn bilden, sondern ihre Welligkeit nur im sehr flachen Blickwinkel zeigen, passiert an den Kanten gar nichts sichtbares, sie neigen sich keinesfalls im relevanten Maße zueinander. Oder sie neigen sich doch zueinander, dann hast Du große Krümmungen. Ebener Boden und geneigte Kanten passen nicht zusammen, wie uns die Geometrie lehrt.

6. Auch wenn der Erwin Thoma ein angenehmer Zeitgenosse ist und gut Geschichten erzählen kann, er ist kein Märchenonkel und er ist wirtschaftlich erfolgreich. Auch deshalb, weil er sein Holz trocknet. Dielung von Thoma ist immer kammergetrocknet. Du interpretierst da irgendwas völlig falsch.

"Das hat man allerdings in den 200 und mehr Jahren vor Erfindung der Kammertrocknung und der Folierung von Brettern nicht gemacht und dennoch wunderbare Dielenböden gehabt!" Welch Geistesblitz! Könnte es gar sein, daß vor Einführung der Zentralheizung, dichterer Fenster etc. ein feuchteres Raumklima herrschte? Ferner, daß die erhaltenen älteren Böden ausnahmslos im trockneren und wärmeren heutigen Raumklima kräftige Fugen zeigen, die man bei einem alten Boden wohl dulden mag, einem neuen Boden aber in Zeiten bewährter Baunormen und erhöhtem Qualitätsbewusstseins nicht verzeihen würde? Das immer wieder irrlichternde Totschlagsargument mit der angeblich so viel besseren Bauweise der Altvorderen hinkt doch auf allen Extremitäten. Nur wenige Holzböden sind (leider) letztlich 200 Jahre alt geworden, der Rest ist verfault, weil doch nicht so optimal verbaut. Und unter veränderten wohnklimatischen Bedingungen müssen auch tradierte Techniken hinterfragt und ggf. optimiert werden. Dazu ist ein Handwerker, der mit seinem Material denkt und lebt, ja auch imstande.

Was im konkreten Falle eben eine technische Nachtrocknung der Dielung bedeutet. Oder konsequente (Wieder-)Herstellung einen Bauklimas a'la Bauernkate 1900. Küchenherd oder Kachelofen, unterlüftete Dielung, zugige Fenster und Türen, ungeheizte Kammern, Wärmflasche im Bett und Katzenfell gegen Rheuma...

Grüße

Thomas

P.S. Und da noch ein schönes Foto zum Thema Luftfeuchte nach Wunsch. Sowas ließe sich auch mit HF-Messgeräten denken.