Geölte Dielen aufarbeiten

09.07.2009



Ich hoffe, hier hat jemand eine gute Idee, wie wir unseren Dielenboden Aufarbeiten können. Erst vor vier Jahren haben wir den Boden komplett renovieren lassen: Brandschutzfarbe wurde runtergeschliffen und die Weichholzdielen anschließend mit einem Leinos-Öl behandelt.

Leider wurde der Boden schon nach kurzer Zeit unansehnlich: An einigen Stellen trat sich die "Versiegelung" trotz regelmäßiger Pflege weg und es bildeten sich rauhe, graue Laufstraßen. Durch mehr Pflege wurde der restliche Boden immer fleckiger und speckiger :-(. Offenbar hatte man uns - wie sich im Nachhinein herausstellte - ein falsches Produkt verkauft, das eigentlich für die Behandlung von Möbeln gedacht ist.

Jetzt die eigentliche Frage: Gibt es eine Möglichkeit, das restliche Öl vom Boden soweit zu entfernen, dass man den Boden neu versiegeln kann? Wir möchten nämlich beim nächsten Mal dafür gern ein pigmentiertes Öl verwenden, welches aber auch nach einer gründlichen Behandlung mit Intensiv-Reiniger (v. Woka) auf den noch versiegelten Flächen nicht ausreichend haftet/einzieht (haben wir schon ausprobiert).

Leider können wir die Dielen nicht mehr abschliefen, weil sie schon zu dünn dafür geworden sind. Kann man den Boden irgendwie materialschonend auf eine neue, farbige Ölbehandlung vorbereiten oder müssen wir wieder ein farbloses Öl verwenden?

Vielen Dank und viele Grüße,
Julia



Kann es sein,



daß Ihr zuviel Öl auf dem Boden habt (Glänzende Stellen, Schichtbildung)? Wie wurde es aufgetragen?

Grüße

Thoms



geölten Boden pflegen...



"...nach kurzer Zeit unansehnlich: An einigen Stellen trat sich die "Versiegelung" trotz regelmäßiger Pflege weg und es bildeten sich rauhe, graue Laufstraßen..."

Hallo Julia,

neben der Frage von Thomas wäre noch interessant mit was Ihr gepflegt haben.

Reinigungsmittel laugen mit der Zeit das Holz aus und die Oberfläche leidet so, wie Du das beschrieben hast: graue Laufstraßen. Es ist also nicht einerlei, welche Mittel verwendet werden. Z.B. sind auch Microfaser für einen geölten Boden schädigend.

Ohne Schliff würde ich auf den weichen Holzboden nur färbiges Öl aufbringen, wenn Ihr nichts gegen Laufstraßen und unregelmäßiger Optik habt - ein rustikal wirkender Boden für Euch schön ist.

Die Pigmente werden nicht gleichmäßig haften und auch ungleichmäßig abgetragen. Durch die Nachpflege wird diese Unterschiedlichkeit noch verstärkt.

Als färbiges Öl könnte ich mir das Terrassenöl vorstellen. Dieses ist leicht schichtbildend - härtet aber völlig aus.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Soweit ich weiß (war leider nicht dabei) wurde das Öl zweimal mit Zwischenschliff aufgetragen. Und ja, es ist definitiv an einigen Stellen zuviel Fett auf dem Boden, aber an anderen dafür zuwenig...

Wir haben den Boden zuerst mit einer Fußbodenseife und einer Pflegemilch aus der dazugehörigen Produktlinie gepflegt. Davon wurde der Boden immer speckiger, obwohl wir die Milch wirklich nur ab und zu (und natürlich vorschriftsmäßig verdünnt!!!) verwendet haben. Wir hatten den Eindruck, dass die Pflegekomponenten STELLENWEISE einfach nicht in das Holz einziehen konnten und quasi obendrauf stehenblieben.

Mittlerweile wischen wir in der Regel nur noch nebelfeucht mit Wasser und gaaaaanz wenig Seife (wirklich nur ein Tröpfchen pro Eimer), weil wir gehofft hatten, damit den Speck gleichmäßig herunterzubekommen und dann neu mit farbigem Öl Ölen zu können.

Das Ergebnis ist das oben beschriebene :-(.

Könnten wir den Boden evtl. einmal radikal mit Seifenlauge schrubben und dann nochmal von vorne anfangen oder reicht das nicht als Vorbereitung auf eine neue farbige Ölung.



Reinigung und farbige Ölbehandlung



Die Bodenmilch oder die Plfegeemulsion von Leinos ist ein schichtbildendes Wachs. Diese Pflegekomponenten können gar nicht einziehen die bleiben auf der Oberfläche. In den Wachsschichten arbeitet sich mit der Zeit aber Schmutz ein.

Wenn der Woca-Intensivreiniger wirklich intensiv reinigt, dann sollte das Wachs damit runtergehen (grünes Pad nehmen). Mit dem Intensivreiniger von Natural geht das auf alle Fälle. Anschließend würde ich mit einem Schleifvlies glätten.

Normaler Weise würde ich dann ein farbloses Parkettöl auftragen und nach 30 Minuten abpolieren.

Wenn Ihr unbedingt Farbe mit ins Spiel bringen wollt, dann halt bedenken, was ich über die "Rustikaloptik" schon geschrieben habe. Bei mir käme in diesem Fall das Terrassenöl in den verschiedenen Farben zum Einsatz.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



In der beschriebenen Situation...



...würde ich auf Pigmente unbedingt verzichten - wenn Ihr nicht von Grund auf Schleifen wollt. Das Wachs wird mit Reinigern nur teilweise entfernt und im übrigen breitgeschmiert, ein halbwegs gleichmäßiger Pigmentölauftrag wird Euch wohl nicht gelinen, in jedem Fall wird aber die dauernde Haftung und Abnutzung sehr unterschiedlich sein.

Grüße

Thomas





Das hatten wir schon fast befürchtet. Schleifen geht leider nicht mehr wegen der dünnen Dielen, insofern bleiben wir dann wohl bei transparent.

Dazu vielleicht noch eine Frage: Ist es grundsätzlich ein Problem, jetzt das System zu wechseln? Wir möchtem nämlich von Leinos auf Woca umsteigen. Verträgt sich das?

Viele Grüße!



Leinölprodukte...



...sind grundsätzlich kompatibel, von Woca rate ich aber ab. Das Zeugs stinkt bei der Verarbeitung (hoher synthetischer Lösemittelanteil). Ich mag's auch deshalb nicht, weil ich davon an den Händen Ausschlag bekomme.

Gute volldeklarierte Naturfarben sind u.a. Fußbodenhartöle von Naturhaus, Livos, Natural.

Wichtig ist der Auftrag: Bitte immer mit Einscheibenmaschine einpolieren, auch wenn's nicht explizit auf der Packung stehen sollte.

Grüße

Thomas