Welche Farben für Lehmwände

22.07.2010



Ich habe im gesamten Haus neuen Lehmputz aufbringen lassen. Dieser soll jetzt gestrichen werden.
Welche Farben (Zusammensetzung, Typen) soll ich nehmen, um die Eigenschaften des Lehmes nicht zu unterbinden? In wie vielen Schichten oder welcher Reihenfolge ist zu streichen?



Titel der Frage: neuen Lehmputz streichen [forum 147343]



Lehm und Anstreich

---Forenreferenz-----------
Lehm und Anstreich -
Wie anno Tobak - als es die Segnungen der wohlmeinenden Bauindustrie noch nicht gab - hat man mit Sumpfkalk und Wasser (manchmal unter zu Hilfename von etwas Kasein sich die Kalkfarbe selbst gerührt - 3 bis 4 Mal gestrichen und fertig.
Keine "Grundierung" kein Marmormehl kein Trallala.

Am Anfang nicht erschrecken: erster bis 2 Anstrich "deckt nicht"! Ist ja auch keine DispoPampe!

Viel Erfolg

FK

(kaufen Sie sich so eine blaue Tonne mit 60 lit Sumpfkalk - ist günstig und hält ewig und wird mit der Zeit immer besser) mehr ...
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FK



ENDLICH



mal einer der so denkt wie ich.

Das Handwerk, und damit meine ich alle Gewerke, hat ihr können ohne idustrielle Fertigprodukte erlernt und diese Bauwerke haben Jahrhunderte überstanden.

Schade das man dieses Wissen aus Bequemlichkeit vergessen werden möchte.



Die so denken werden wieder mehr...



...seit einem halben Jahr arbeite ich mit Sumpfkalk und möchte es nicht mehr missen.
3-4 mal streichen muss man.
Natürliche Farben gibt es bei Kreide-Zeit (Sehlem-Leinebergland)), ob sie auch Pigmente haben, nachfragen!





Was nutzen die Gedanken wenn kaum einer in dieser Richtung ausbildet?


Grüße aus Schönebeck





Eines darf man bei all dem geschriebenen nicht vergessen,
und das ist, dass die Lehmfarbenstreicherei auf Lehmputz nichts anderes ist als eine kleine Nische im Bauwesen.
Sicherlich ist der ökologische und sagen wir noch baubiologische Grundgedanke vieler Bauherren die alte Häuser am Leben erhalten ein guter Weg um auch andere auf die Thematik einzustimmen.Trotzdem ist und bleibt es ein Nischenprodukt. Und allein vom Verarbeiten von Naturharz-, Lehm-, Kalk-und Kaseinfarben,und was weis ich noch kann man nicht in jeder Region überleben und eine Familie ernähren.





@T. Lingel

Ich sehe schon den Bedarf aber leider nicht das dafür nötige Personal.


Grüße aus Schönebeck





Was für Personal brauchst du denn dafür?
Lehmfarben lassen sich mit der Bürste streichen,
mit dem Roller rollen, mit dem Spritzgerät durchjubeln.
Kann normalerweise jeder Maler, und größtenteils erzielen sogar Laien hier aus dem Forum hervorragende Ergebnisse.
Für was also eine großartige Ausbildung für ein Nischenprodukt?





@Thomas

Das bezog sich auf das Handwerk allgemein.
Ich für meinen Teil könnte dringend zwei Maurer einstellen wenn ich die nur fände.

Was die Farbe betrifft, sicher kann das jeder Maler, nur leider machen es die wenigsten.

Grüße aus Schönebeck



Welcher Dolldi



drückt auf den: "Böser Beitrag" Knopf

bei diesem:

"Ich sehe schon den Bedarf aber leider nicht das dafür nötige Personal."

Satz????

Womit doch O.S. doch vollkommen recht hat.
"Machen kanns jeder!" (vermeintlich!)

Tun tuts keiner. (oder nur ein paar)

und richtig "können" tun's die Wenigsten.

Hört sich blöd an - ist aber so!

Die meisten suchen einen JOB und wollen viel Geld verdienen und keine Arbeit bei der man denken, können und sich einsetzen muss.
Der "Gesellenbrief" in nahezu jedem Handwerk deformiert sich zum Waschzettel und auf den Meisterbrief kann man sich mittlerweile auch nicht mehr verlassen.

Leider!

Und warum?

Sachzwänge mit dem leiben Geld haben die meisten aber gerade eine ordentliche Qualität abliefern hebt einen guten Handwerker von dem Gros der Masse ab - und wirklich gute Handwerker werden überall gesucht - vor allem von Bauherren.

Aber wie schon O.S. schreibt: Man findet keinen!

In diesem Sinne: Nische suchen - Qualität erhöhen und die einfachsten und besten Mittel und Materialien verwenden!

Stichwort:
Arts and crafts

"in this sense"

FK





"Machen kanns jeder!" (vermeintlich!)

Tun tuts keiner. (oder nur ein paar)

und richtig "können" tun's die Wenigsten.

Hört sich blöd an - ist aber so!


Es wollen die wenigsten!!!
Was hab ich anfangs versucht auf der Schiene Lehm, Kalk, Standöl, usw. zu fahren. Die Nachfrage ist nicht groß genug gewesen,ich hätt den Laden wieder zusperren müssen!
Sicherlich hätt ich den Laden am laufen halten können, wenn ich bereit gewesen wär ganz Deutschland abzugrasen, und meine beiden Mädels und meine Frau nur am Wochenende zu sehen. Mir aber nur um eine Nische zu bedienen die schönste Zeit nehmen zu lassen, das heranwachsen meiner Kinder,dafür bin ich mir zu schade!
Jetzt biete ich alles an, Naturharzfarben, die oben bereits erwähnten Farben und Putze. Aber hauptsächlich Industrieprodukte :-),für die entscheiden sich die meisten Kunden. Von 100 Häusern,besser Kunden,hast du einen oder zwei die sich zur Kurz/Fischer-Fraktion zählen und auf die von beiden favorisierten Produkte zurückgreifen wollen.Die kriegen dann das gewünschte.In einer Ausführung auf die man sich verlassen kann! Vom Malermeister! Und nicht vom My-Hammer-Billigstanbieter! Schließlich muß ich ja mit meinen Namen dafür geradestehn,und eine Gewährleistung gibts auch noch.





Du hast ja völlig recht Thomas.
Das Problem ist aber auch, das die Kundschaft oft mehr Beratung wünscht als sie bekommt.
Es sind eben nicht alle Beratungsresistent, auch wenn uns das gelegentlich so vor kommt.
Wenn ich einem Kunden Schadensbilder von Kunstharzfarben zeige entscheiden die sich recht schnell für Silikatfarbe.
Ich habe momentan einen Kunden bei dem fliegt das Kunstharzkram an allen Spritzwasser belasteten Stellen von der Wand.
Der wollte das ich ihm eine Horizontalsperre einbaue.
Als ich Ihm die Schäden auch in den Fensterlaibungen gezeigt habe hat er davon dann abgelassen.
Die Malermeisterfirma hat ihm nicht gesagt das ein Mineralischer Anstrich die bessere Wahl gewesen währe.
Schöne Schei…, jetzt ist der Kram drauf.

Grüße aus Schönebeck