eichenfachwek streichen

03.07.2010



Hallo,
wollen und müssen unser Eichenfachwerk streichen. Haben vor ca. 8 Jahren mit einer Auro-Grundierung und anschließender Auro-Farblasur Eiche hell gestrichen. Von unserem ortsansässigen Maler wurde uns nun empfohlen die Balken abzuschleifen und mit Cetol HLS plus von Sikkens zu streichen. Wir waren mit der Auro Farbe eigentlich auch zufrieden. Wer kann uns weiterhelfen. Welche Farbe ist am besten geeignet?
Vielen Dank.
Familie Wagner



Grundsätzlich



sind für Holz leinölbasierte Anstriche die beste Wahl. Alcyd- und Acrylharze sind aufgrund ihrer Eigenschaften deutlich im Nachteil.
Und wenn ich mir die Datenblätter der beiden Produkte auf den Herstellerseiten ansehe, fällt mir die Entscheidung sehr leicht. Das eine Produkt mit Zulassung für Spielzeug, und bei den Verarbeitungshinweisen des anderen Produkts wird mir schon beim lesen ganz flau.
Lasst mal Euren ortsansässigen Malheur seine Cocktails woanders hinpinseln, und sucht Euch jemanden, der sich ein wenig Gedanken über seine Arbeit macht.
MfG
dasMaurer



Eichenfachwerk streichen



Hallo Herr Wagner,
wir würden Ihnen empfehlen 1. Ottosson Leinölfarben aus Schweden 2. Standölfarben Fa. Kreidezeit beides haben wir schon mit erfolg verarbeiten,die beiden Hersteller haben eine sehr gute qualität.Die Farbsysteme sind alle zwei geeignet für Ihr Vorhaben.
Bei bedarf schicke ich Ihnen Infos zu den Farben zu.

Grüße nach Niedersachsen
Torsten Selle



Trinkt mit Euerem Maler....



...ein Feierabendbier, und hört weg, wenn er von den genannten Systemen anfängt - was er sagt ist völliger Quatsch. Offenbar fehlen ihm Aufträge. Ihr habt damals richtig gewählt, und habt jetzt einen schönen ÖLgrund, auf dem Ihr wieder eine Ölfarbe oder (m.E. besser) eine Öllasur auftragen könnt. Das Abschleifen entfällt, die Balken könnt Ihr allenfalls von Hand, oder mit einer wenig abrasiven Elektrobürste (180er) überreinigen, und dann streicht Ihr erneut. Ob Ihr nun Ottoson oder Kreidezeit (was Euch der Torsten gerne verkaufen täte) oder eine Öllasur von Natural (was ich Euch gerne verkaufen täte :-), oder aber das Produkt von Auro, mit dem Ihr ja offenbar zufrieden seid nehmt, ist egal. Leinölprodukte sind untereinander sehr gut kombinierbar.

Beim Streichen wird ein Unterschied deutlich: Sikkens riecht nach Tankstelle und man kriegt da leicht einen Kopf von, natürliche Ölfarben riechen nur nach Leinöl und ggf. nach Citrusschalenöl oder echtem Terpentin (Kreidezeit). Machts selber, es ist eine schöne Arbeit.

Grüße

Thomas



Eichenfachwerk streichen



Wie Thomas es richtig sagt,mit Eigenleistung und dem richtigen Farben und das alles ohne industrieller Petrochemie,wird man sehen mit Naturfaben zu arbeiten ist eine feine Sache.

Grüße Torsten



Eichenfachwerk streichen



Vielen Dank für die Antworten. Diese sind ja eindeutig. Wir werden also wieder auf Auro zurückgreifen und die ganze Familie einspannen zum Streichen.
Fam. Wagner





"Offenbar fehlen ihm Aufträge"

Wie kommst du da drauf Thomas? Vielleicht kennt er nichts anderes? :-)

Wieso ist ein Anstrich mit Öllasur auf Eichenholz besser als ein deckender Ölanstrich?



Hallo Thomas,



da war schon Lasur drauf, zum einen.

Zum Anderen gefällt mir, gerade auf der ja eh widerstandsfähigen Eiche, eine Lasur besser. Eine dünnere, ab und an gewartete Schicht (z.B. Natural Lasur mit Natural Wetterschutz gewartet) trägt auch nach mehreren Überarbeitungen nicht so stark auf. Aber das ist halt so meine Meinung, endfällige Tests zur Haltbarkeit der Systeme habe ich auch nicht gemacht. Ich vermute aber mit einiger Gewissheit, daß dünnere Ölfarbschichten dampfoffener sind, als dickere.

Sonntägliche Grüße

Thomas



Schwerpunkt liegt auf "VERMUTEN"



Ich würde meinem Malermeister, der ja schließlich vom Fach ist schon mehr glauben als Maurern u.a. berufsfremden und allzu schreibfreudigen Gesellen irgendwelcher Zünfte .
Die vermuten , weil sie es nicht besser wissen .
Was soll eigentlich die unsinnige Aussage ,"offensichtlich fehlen Ihm die Aufträge" ?
Ob der Malermeister nun industriell gefertigte Lasuren oder Leinölmischprodukte streicht, die Arbeitszeit ist doch die Gleiche . Allerdings muß der Mann auch für überholte Produkte die heutige Gewährleistungszeit einhalten .
Also , Ball flach halten !!



Lieber Zoigl,



schön, daß sie wiedermal nichts fachliches beitragen, aber halt irgendwie so drauflos halt... Sowas läuft für mich unter "sinnlos stänkern".

Mit Leinölfarben habe ich mich berufsbedingt intensiv auseinandergesetzt. Der bewusste Malermeister offenbar nicht, sonst hätte er etwas anderes geraten. Der von ihm anempfohlene Arbeitsaufwand beträgt zudem ein mehrfaches der von mir geratenen Variante, und der Wartungsaufwand ist beim Öl geringer.

Insofern kann man da schon eine angedachte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für's regionale Malergewerbe vermuten.

Wo meine Schwerpunkte liegen, lege ich immer noch selber fest, nicht sie. Wenn ich HIER schreibe, "ich vermute..." bedeutet das zumindest, daß es nach meinen Erfahrungen und durch meine Kenntnisse gestützt so ist. Den endfälligen Beweis für den Dampfdurchgang durch Farbschichten bekommen manche Labore mit aufwendigen Messreihen nicht hin, das kann nie die Aufgabe eines Praktikers sein.

Haben Sie der Behauptung, dünnere Ölschichten seien dampfoffener als dickere, etwas fachliches entgegenzusetzen? Ich lerne gern dazu.

Grüße

Thomas



Schwerpunkt



liegt hier wohl bei "unqualifiziertem stänkern" und "wichtigmachen".
Der Herr "zoigl" gehört wohl zu den Leuten, die fest davon überzeugt sind, alles zu wissen. Damit hat er natürlich keine Chance, etwas dazuzulernen. Und somit ist hier jede Diskussion erfolglos.
MfG
dasMaurer



Leinölfarben



@Leinölfarben
Also zum einen sind Leinölfarben im herkömmlichen Sinne nicht diffusionsoffen wie z.b. Mineralfarben, sondern deren hervorragende Eigenschaft ist das diese eine vorzügliche Wasserquellbarkeit besitzen. D.h. sie speichern Wasser aus der Luft und geben dieses nach und nach wieder ab ohne die Grundstruktur des Bindemittels zu verändern. Wasserdampf selbst kann bei diffunsionsoffen ungehindert durchdringen.

@Malermeister
Hier ist das Problem auf das ich immer aufs neue Hinweise. Materialkenntnisse berufen sich heut nur noch Angaben der Industrie. Viele Maler wollen sich gar nicht damit beschäftigen welche Vorzüge die Materialien aus Jahrhundertelanger Erfahrung eigentlich besitzen. Und wenn dann mal einer einen Kalkanstrich machen muß, will, kann, greift er zu fertiger Industrieware. Ein Graus wenn ich daran denke wie man sich abhängig machen kann.
Aber dieses kann man ja aufs ganze Handwerk übertragen.

MfG



???



@ Thomas

"Leinölfarben im herkömmlichen Sinne nicht diffusionsoffen wie z.b. Mineralfarben"

vs.

"Wasserdampf selbst kann bei diffunsionsoffen ungehindert durchdringen."

Ich verstehe nicht, was nun gemeint ist. Bestreitest Du den hinreichenden Dampfdurchgang, oder betonst Du ihn?

Letztlich gibt es ja auch nicht "offen" oder "zu" bei dieser Frage.

Grüße

Thomas





@Thomas
Das erkläre ich dir gerne. Diffusionsoffen bedeutet den ungehinderten Wasserdampfdurchlass in die eine wie in die andere Richtung. Leinölfarben speichern diesen aber und geben den nach und nach ab. Also im Vergleich zu Mineralfarben geschied ein anderer Vorgang.

Im Prinzip magst du recht haben, doch mein ich das hier doch ein kleiner, feiner Unterschied besteht. Nicht mit Worten werben wenn die sehr, sehr guten Vorteile wo anders liegen.

Nur zur Klarheit: Ich bin ein Verfechter alter Handwerkskunst und deren "Wissen" im Umgang und Herstellung mit Materialien. Ich kenne deren Vorteile und die "wenigen"
Nachteile und werde diese jederzeit gegen Fertigprodukte aus der Industrie verteidigen. Auch wenn mich viele Kollegen aus der Handwerkszunft für Spinner halten.

Ich hoffe du verstehst meine Antwort.

Gruß



Gut,



wichtig ist aber doch, DAS Leinölfarben (umso dünner, umso besser) den Dampftransport besser ermöglichen, als dies bei vielen industiell verarbeiteten Kunstharzdispersionen der Fall ist. Arbeiten wir nicht schichtbildend, sondern imprägnieren nur die Oberfläche des Holzes, ist sogar ein noch weitaus besserer Dampfdurchgang vorhanden. Der Vergleich mit mineralischen Farben bringt m.E. hier nichts, da diese auf Holz nicht funktionieren. Es wäre auch fatal, wenn Leinölfarben eine ähnliche Wasserdurchlässigkeit wie mineralische Systeme hätten, weil dann keine ausreichende Schutzfunktion für das Holz gegeben wäre.

Unterm Strich sollte jedenfalls unstrittig sein, daß Leinölfarben für den Fragesteller die erste Wahl sein sollten, oder sehe ich das falsch?

Grüße

Thomas





@Thomas
Natürlich ist es unbestritten das der Fragesteller Leinölfarbe verwenden soll. Was sonst. Gibt es was besseres.

MfG



Wer Anderes behauptet ist ein Stänkerer und Wichtigmacher !!



So einfach wollt Ihr Euch das wie immer machen .
Motto :
"Spielst Du mein Spiel nicht wie ich will, machst Du das Spiel kaputt"!!
Gruß an Bismarck



Du hast hier...



...nichts Fachliches behauptet, oder gar bewiesen. Auf eine konkrete Frage gibt's keine Antwort ("Haben Sie der Behauptung, dünnere Ölschichten seien dampfoffener als dickere, etwas fachliches entgegenzusetzen?").

Anonyme Wadlbeißerei halt, zudem zahnlos.

Geh spielen oder biertrinken.

Grüße

Thomas



Eichenfachwerk streichen mit Kiefernholzteer oder Labsal



Hallo,
Reines Leinöl/Leinölfirnis haben wegen der Gerbsäure Probleme mit Eichenholz. Eisenoxid-Pigmente gleichfalls.
Warum es nicht so machen wie in den nordischen Länder mit Kiefernholzteer /Labsal.
Eiche abschleifen (falls noch Reste vom Lack vorhanden sind) und anwittern lassen.
Anschließend Kiefernholzteer oder Labsal auftragen (ggf. mehrere Anstriche )
Wenn´s nach Jahren nicht mehr frisch aussieht einfach wieder Streichen. Dieses Verfahren ergibt dann den klassisch dunklen Anstrich von Fachwerken.
Bilder und Angebote unter
http://www.farbmanufaktur-werder.de/catalog/index.php?cPath=21



Oha!



"Reines Leinöl/Leinölfirnis haben wegen der Gerbsäure Probleme mit Eichenholz. Eisenoxid-Pigmente gleichfalls."

Und worin bestünden diese Probleme in Sachen Gerbsäure/Leinöl? Und womit haben Eisenoxidpigmente ein Problem, mit Gerbsäure oder Leinöl? Und warum?

Aufklärung erheischend

Thomas



Eisenoxid / Leinöl und Gerbsäure



Hallo ein wenig Chemie
1. Eisenoxid und Säure ergibt ein Salz. Leicht mit rotes Pigment nach zu weisen.
2. mehrwertige Alkohole (Glycerin) und Säure ergibt Harz. (Herstellungsverfahren von Alkydharz )

Alle renommierten Hersteller von Leinölfirnissen geben in den Anwendunghinweisen den Hinweis auf eine längere Trocknungsdauer beim Anstrich von Eiche und anderen Gerbsäure haltigen Hölzern an. (Die chemischen Gründe stehen oben )

Wie das Verhalten in der Praxis ist ,werde ich nicht ausprobieren, da nicht reproduzierbar, weil vom jeweiligen Verwitterungszustand (Auswaschung abhängig),also nichts für Ferndiagnose.

Interessieren würde mich aber mal, ob in vergangenen Jahrhunderten das Eichenfachwerk tatsächlich mit Leinölfarben behandelt wurde (speziell die Grundierung). Bis jetzt habe ich nur nachweisliche Kenntnisse über das Teeren (Holzteer Nebenprodukt beim Köhlern) )und Räuchern (heute Thermoholz )

Frage beantwortet ?



Nun,



da haben wir ein theoretisch sich bildendes Salz, aber noch kein praktisches Problem. Nicht, das ich die Eisengallusreaktion leugnen wollte, eine praktische Bedeutung für das Fachwerk hat sie nicht, so sie überhaupt stattfindet. Und werden wirklich alle eisenpigmentiert mit Ölfarben gestrichenen Eichenhölzer schwarz? Ich habe das noch nicht beobachtet.

Die Trocknungsverzögerungen, so sie denn auftreten, sind ebenfalls praktisch nicht relevant. Ich öle Holzböden, und besonders oft Eichenböden, in bis zu 3 Aufträgen pro Tag, ohne Trocknungsverzögerungen beobachten zu können, oder gar eine Verharzung, die ja wohl mit verklebten Poren und geringer Aufnahmefähigkeit wie auch mit erhöhtem Glanz einhergehen müsste. Am nächsten Tag kann der Bauherr bereits mit Schutzschuhen über den Boden huschen, um zu lüften, nach 3 Tagen wird eingeräumt, ob Eiche oder Fichte.

Räuchern und Thermoholz häben nun gleich gar nichts miteinander zu tun. Denken Sie wirklich, man hängt die Eiche wie eine Wurst in den Rauchfang?

Welch amüsantes Kapitel der "Theoretischen Chemie".

Grüße

Thomas



Trocknen von Leinöl



OK
dies zu diesem Thema mein letzter Eintrag und leider auch theoretisch und praktisch.
Ich kenne kein Leinöl ,welches innerhalb von 2 bis 3h durch oxidiert, was als trocknen bezeichnet wird. Ein solches Leinöl könnte gar nicht tief in das Holz einziehen und mit dem Holz die schützende Schicht bilden. Prof. Kurt Wehlte spricht von 5 Tagen und meint sogar damit einen Firnis ( Unterschied sollte bekannt sein ).
Wecken Sie bitte bei den Lesern nicht den Eindruck, dass man mit Ölfarben innerhalb von einem Tag alle notwendigen Anstriche aufbringen kann.

Zum dem Räuchern.
Wenn man´s nicht kennt , macht man sich drüber lustig.
Durch den Vorgang der Behandlung mit Feuer,Wärme und Rauch erzeugte man ein sehr haltbares Holz und eine Oberfläche die resistent gegen Pilze und Insekten war. Warum erklärt sich von selbst, wie bei der Wurst nur das die Oberfläche noch "verkohlt" war und so von den Schädlingen nicht mehr als Holz wahrgenommen wird. Diese Technologie ist für mich jedenfalls genial . Sie klingt sehr einfach , aber es bedarf einer riesigen Erfahrung, damit nicht nur Holzkohle entsteht.

Bis dann



Wer lesen kann...



...ist klar im Vorteil:

Ich schrieb nicht von Ölfarben, sondern von einem Fußbodenhartöl. Das ist bekanntlich kein Schichtbildner (wenn mann's richtig aufträgt). 50 Gramm je m² genügen da vollauf. Das Beispiel diente zur Illustration unrelevanter Trocknungsverzögerungen. Die Trocknung der Öle (im Sinne von Oxydation) zieht sich ferner über viel längere Zeiträume hin, ich schrieb von der Benutzbarkeit der Flächen.

Wenn Sie als "Räuchern" das Ankohlen von Zaunspfählen im Lagerfeuer bezeichnen wollen, ist das Ihr Ding. Sie sollten aber dann auch damit leben können, daß das kein Mensch versteht. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Räuchern (gerbstoffhaltiger, oder im Nachhinein mit Gerbstoffen versetzter Hölzer) eine Behandlung ebendieser mit Ammoniak. Das dient der Optik, nicht dem Schutz.

Wenn Sie die historische Verwendung von Ölfarben zu Schutzzwecken im Außenbereich als nicht erwiesen betrachten, haben Sie ein offenbar ein Informationsdefizit.

Lesen Sie doch zum Beispiel 'mal bei Clausnitzer zum Thema Historischer Holzschutz.

Viel Spaß beim Entdecken neuer Welten

Thomas