richtige farben oder dispositionsfarben?

09.10.2003


moin, ich wollte noch vorm Winter mein haus Streichen und nun lese ich was von äquilliminirten luftschichtdichten offenen poren und dispositionsfarben!!! wozu braucht man das? im Baumarkt gibt es doch so viele farben für holz! was ist denn eine äqilierte luftschichtdichte?? was ist eine dispositionsfarbe? kann ich für mein Fachwerk nicht normale richtige farben nehmen? ich wäre froh, wenn mir das man einer erklären könnte. gruß aus hamburg!



***Mein Schreibtisch schwimmt in Lachtränen***



Lieber Herr Peters, nachdem nun bei mir die letzten Tränen (vom Lachen) getrocknet sind, werde ich versuchen die beiden Begriffe zu erklären.
Ihre äquilierte Luftschichtdichte ... (ich muß gestehen, daß ich nach Ihrem Beitrag selber nicht mehr wußte, wie die Wörter richtig heißen!)... heißt richtig: äquivalente Luftschichtdichte und sollte 50 cm nicht überschreiten! Offenporig bedeutet, daß die gestrichene Materie, ob Holz oder Putz, atmen kann!
Im Übrigen sind diese offenporigen Farben auch "richtige" Farben!
Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben!



eine frage noch



ich habe noch eine frage. wozu braucht man denn diese luftschichtdichte und wie muß man denn streichen um das zu erreichen? 50cm ist ja wohl etwas viel, da streicht man sich ja zu tode.
gibt es denn keine farbe, bei der ein Anstrich ausreicht? das mit dem atmen verstehe ich nicht die Balken atmen doch nicht!
es tut mir leid, das ich frage, aber ich bin in diesem gebiet ein anfänger!





Denn mal tow: Holz ist ein natürlicher Baustoff, der atmet, indem es zum Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung kommt. Dieser kommt nur bei völligem Luftabschluss zum Stillstand, etwa bei einer Mooreiche. Da sich dieser Luftabschluss in der baulichen Praxis nicht erreichen lässt, wird immer Feuchtigkeit ins Holt eindringen: Durch winzige Poren und Risse, durch die Stirnseiten, Regen, Nebel, Angstschweiß der Bewohner im Haus ... Es geht nun darum, das Holz a) mög.lichst vor Nässe zu schützen und b) dafür zu sorgen, dass die Feuchtigkeit, die eindringt, wieder entweichen kann. Das machen Sie, wenn Sie Funktionsklamotten anziehen, genauso: Der Regen geht nicht durch, aber Sie garen nicht im eigenen Saft. Einen ähnlichen effekt erreicht man beim Holz durch DIFFUSIONSOFFENE Anstriche. Das können Lasuren oder Ölfarben sein, auch einfache Kalkmilch oder Kaseinfarben ... keinesfalls aber Lacke oder DISPERSIONSFARBEN. Beim Fachwerk (welche Holzart?), das dem Wetter ausgesetzt ist, empfiehlt sich nach einer Behandlung gegen Blaufäule und tierische/pflanzliche Schädlinge ein Ansrich mit Leinölfarben in zwei oder drei Durchgängen. Gibt's unter anderem in guten Farbengeschäften, in Biokaufhäusern, bei Restauratoren und Malern sowie unter www.naturfarbenshop.de
gruß gf (spaß muss sein ...)



keine lackfarbe?



damit kann ich was anfangen, herzlichen dank auch. ich darf also keine lackfarben verwenden!!
natürlich verstehe ich auch spaß, ich hatte es nur nicht gleich gemerkt! 50cm kamen mir allerdings im nachhinein schon etwas merkwürdig vor! man bräuchte ja jahre mit dem streichen, bis man so eine dicke erreicht! also, nichts für ungut gruß aus hamburg!



Nachtrag



Sehr geehrter Herr Peters, die von mir erwähnte 50cm äquivalente Luftschichtdicke, welche nicht mit dem Anstrich überschritten werden darf, waren von mir kein Spaß! Natürlich wäre es intelligenzmäßig nicht zu unterbieten wenn jemand eine 50cm dicke Farbschicht auf sein Haus aufträgt, das ist hiermit jedoch nicht gemeint! Bei 50cm Farbschichtdicke hätten Sie eine äquivalente Luftschichtdicke von mehr als einem Kilometer, was völlig hirnrissig wäre!



Sd-Wert



Guten Tag, zur äquivalenten Luftschichtdicke:
Diese Rechengröße wird auch als Sd-Wert bezeichnet. Der Wert setzt sich aus der (dimensionslosen) Diffusionswiderstandszahl und der Schichtdicke einer Beschichtung in Metern zusammen. Wässrige Acrylate auf Basis von Dickschichtlasur können zB. ergeben: Diffusionswiderstandszahl: 9500; Schichtdicke: 0,0001 m. Sd=9500x0,0001=0,95m Dieses Beispiel wäre also schon etwas zu dampfdicht für ein Sichtfachwerk. besser also auf Alkyd- oder Hybridfarben ausweichen und die Schichtdicke auf ca. 0,00006m verringern. Rechenbeispiel: 4000x0,00006m=0,24m Alkyde und Hybride dringen besser in das Holz ein als Acrylat-Dispersionen. Die Farbauswahl sollte sich im Bereich von Dünnschichtlasuren oder sehr diffusionsoffenen Dispersionen (als Dickschichtlasur) bewegen. Man muss mit Wartungsintervallen von 3-5 Jahren rechnen. mfG. Ulrich Arnold




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