Lack für Altbautüren gesucht ohne Kolophonium




Hallo Forum,

meine Frage habe ich eben schon aus Versehen in der Kategorie Baurecht gepostet, ich versuche es mal, dort wieder zu löschen.....:

Wir renovieren gerade eine Etage unseres Hauses von 1908-10. An den Wänden haben wir jetzt Lehmputz, darauf kommt noch Sumpfkalk und anschließend lasieren wir mit Erdpigmenten. Der Holzfußboden (Pitch Pine) ist abgeschliffen und wird mit Produkten von Auro geölt und gewachst.

Jetzt brauchen wir noch optisch und baubiologisch dazu passend einen Lack für die originalen Fußleisten, Türstöcke und Türen. Leider sind die Türen bereits mit mehreren Schichten Lack versehen, die wir auch nicht gedenken, komplett abzuschleifen oder abzubeizen. Wir freuen uns, dass die Türen da sind, es sind aber auch keine solchen Schmuckstücke, dass man sie um alles in der Welt Freilegen müsste. Im Moment gehen dann auch Zeit und Nerv und sonstiges erstmal zu Neige.

Leider bin ich allergisch gegen Kolophonium, sodass zumindest die Lacke von Auro, Kreidezeit und Biofa leider ausscheiden. Gibt es einen Lack, der wenigstens von seiner Zusammensetzung her zu dem Ganzen noch passen würde, auch, wenn es der X-te Anstrich und damit etwas geschlampt ist ?

Über Empfehlungen würde ich mich sehr freuen,

Freundliche Grüße,

Bettina



Leinölfirnis



Da ich nicht annehme, daß Du die Farben selbst anreiben möchtest( was gewiß wesentlich billiger wäre als bei den Biohändlern), schau mal bei Deffner und Johann, die haben Ottosohns Leinölfarben in sehr schönen historischen Farbtönen. Wenn Du's etwas glänzender haben möchtest, setze dem letzten Anstrich Standöl oder Lackleinöl halb und halb verdünnt mit Terpentinöl zu. Da der Anstrich wegen der Altlacke nicht weggesaugt wird, etwas Kobalt - Siccativ (2-3 %) zusetzen. Die alten Schichten natürlich vorher anschleifen und entfetten. Ca. 2-3 dünne Anstriche sollten zu einem guten Ergebnis führen, vorausgesetzt, man hat die alten Rotznasen gut weggeschliffen , hat staubfreie Luft und man läßt lange genug durchtrocknen.





Vielen Dank für die Tips ! Die Angebote werde ich mir heute Abend in Ruhe ansehen.

Aber nehmen wir mal einen Moment an, ich würde doch selbst anrühren wollen..... wie würde das denn gehen ? ; )

Ein Problem ist noch das Terpentinöl. Soweit ich verstehe, ist Terpentin grob gesprochen gelöstes Kolophonium (Baumharz). Scheidet dann wegen meiner Allergie leider auch aus. Was könnte man als Ersatz nehmen ?

Anschliff und Entfettung wird gemacht, das hatte ich zu erwähnen vergessen. Eine lange Trockenzeit haben wir beim Fußboden sowieso, da könnten die Türen gleich mit trocknen. Derzeit ist die Etage unbewohnt.

Freundliche Grüße,

Bettina



evtl. eine alternative



bei unverträglichkeit von terpentin etc. als lösemittel:
http://www.kremer-pigmente.com/70460.htm
dort gibt es auch rezepturen u.a. für lacke/leinölfarben sowie alle nötigen zutaten mit volldeklaration usw. und -manchmal sehr hilfreich- : einen ansprechpartner im fall von weiteren fragen (farbtechniker oder dr. kremer selbst).
http://kremer-pigmente.de/de
farbige leinöl"farben" oder pigmentierte tungöl/leinölmischungen kann man ohne großen aufwand selbst recht preiswert herstellen ohne überflüssige zusätze.
aber: zu risiken und nebenwirkungen fragen sie ihren arzt oder apotheker!
grüße, carmen
p.s. es gibt dort auch einen "leinöl-kobaltfirnis" (also bereits sikkativiert, und kobaltfrei!)
@ robert frank schmidt: meines wissens darf kobaltsikkativ an privatpersonen garnicht mehr verkauft werden, oder bin ich falsch informiert?





Hallo Bettina! Mit dem Terpentinöl hast Du natürlich recht, daran habe ich nicht gedacht. Wenn Terpentinersatz (synthetisch) auch nicht geht, bleibt nur Acryl oder Tempera. In Acryl gibt es von Sikkens schöne Farbtöne für innen. WENN DU DIE FARBEN WIRKLICH SELBST MACHEN WILLST, hier die Rezepte: 1. Halböltechnik: 1.Anstrich Leinölfirnis und Terpentin je 1/2 und ca 2-4% Siccativ (Trocknungsbeschleuniger) mit Trockenpigmenten(Erdfarben oder Anilinfarben etc.)anrühren, vor dem Streichen durch einen Nylonstrumpf sieben. Jeder weitere Anstrich mit immer weniger Terpentin bzw. mehr Öl. Um den ersten Anstrich z.B.auf rohem Holz vor dem Absaufen zu bewahren kann man etwas Spiritus zugeben. Dem letzten Anstrich kann man Standöl oder Lackleinöl zugeben, dann Glänzt es etwas mehr. Nach dem Durchtrocknen etwas Bienenwachs gibt eine sehr schöne Oberfläche. 2. Temperatechnik: Ist etwas umständlicher aber sehr haltbar und ergiebig: ca.4-6 Eier sauber trennen, die Dotter durchsieben und den Schleim mit dem Eiweiß wegtun. Die Dotter in 1 l Leinölfirnis rühren und da der Dotter als Emulgator wirkt, ca 1/2 l Wasser unterrühren. In diese wohlriechende und trinkbare Flüssigkeit kann nun Trockenpigment bis zur Sättigung eingerührt werden und evtl. kann auch noch weiter mit Wasser verdünnt werden, wenn man einen mageren Anstrich möchte. Sehr schön wird es auf alten Anstrichen, wenn man zunächst eine Schicht mit z.B.Goldocker aufstreicht und dann den Deckanstrich lasierend aufstreicht, so daß es aussieht, als wäre das blanke Holz darunter. Quasi Vorstufe der Maserierungsmalerei. Viel Spaß beim ausprobieren und Siccativ nicht vergessen! Gruß Robert



mal schauen bei:



http://www.leinoelpro.de/108.0.html
http://www.leinoelpro.de/deckende_leinoelfarben.0.html
scheint ohne lösungsmittel und ohne füllstoffe, aber bitte selbst nachprüfen!
nochmal ´n gruß, carmen





Wegen der Nachfrage: Lackleinöl bzw Standöl sind dickflüssigere Leinöle und erhältlich natürlich bei Dr. Kremer in Aichstetten und bei Deffner und Johann in Röthlein. Tungöl und Kopallack sind auch nicht schlecht, jedoch eher für blankes Hartholz im Außenbereich, z.B. Kutschen oder Haustüren und Fensterläden. Beim Leinöl tut's auch das aus dem Baumarkt, wenn man keine Altäre malt, das muß nicht von glücklichen Äckern sein. Ich mische mir die Farben seit etwa 35 Jahren und habe keinen Unterschied festgestellt, während gutes Standöl schwer zu bekommen ist, da es ganz einfach sehr lange stehen muß, bis es dick ist. Viel Spaß, Robert



@ robert



meine frage galt eigentlich der beschaffung von sikkativ bzw. genauer gesagt: kobaltsikkativ!
ich kann es jedenfalls seit einiger zeit nicht mehr (= nur noch auf umwegen) kaufen. lt. info ist der Verkauf an privat verboten.
richtig?
grüße, und dank für aufklärung, carmen





@Carmen
Da ich nicht als Privatmann einkaufe, kannte ich das Problem nicht. Da gibt es entweder Ersatzstoffe, oder: Melde doch einfach ein Gewerbe an. Das ist nicht schwierig und sollte jeder tun, der ein Haus renoviert, einfach weil man andere Preise und Waren bekommt. Das Gewerbe darf nur nicht im Anhang der Handwerksordnung aufgeführt sein, gut geht z.B. Denkmalpflege, Baudekoration, Bautenschutz, Hausmeisterservice etc. Das macht jeder polnische Wanderarbeiter genauso.... Gruß Robert





Wow, Danke,

das ist eine ganze Fülle wertvoller Hinweise. Ich muss das erst einmal sacken lassen bzw. verinnerlichen. Danke, Robert und Carmen.

"Spontan" reizt mich sehr die Rezeptur für die Temperafarbe. Auf die Rezepte bei Kremer hätte ich eigentlich kommen können. Schließlich blättere ich oft genug in den diversen Grünerden....

Frankreich ist hier gleich ums Eck´, im Supermarché gibt es auch Leinöl - mal sehen, welcher Standard.

Grüße, Bettina

Aber heute entscheide ich nix mehr : )





Guten Tag,

bei Kremer gibt es ein Sikkativ, das Cobaltseife enthält. Ich nehme an, das ist richtig.

Ansonsten muss ich mich tatsächlich noch etwas einlesen.... Interessante Thematik, bloß war ich nach dem Einlesen in Lehm vs. Kalk, Kasein usw. usf. erstmal "gesättigt"..... : )

Schön, dass ich durch Eure Ratschläge viel Zeit sparen kann !



bei der entscheidung



sollte nicht vergessen werden, daß die türen, bodenleisten usw. ja bereits gestrichen sind mit "unbekannt" und nur angeschliffen werden, und der neue Anstrich sollte auf dem altanstrich haften und bestimmten anforderungen standhalten. das schränkt die experimentierfreudigkeit dann doch etwas ein....
ich würd´ mich deshalb schon mit den üblichen anstrichen auf Holz befassen:
http://kremer-pigmente.de/holzanstrichr.htm
ein sehr gutes buch zum thema "naturfarben" ist:
"Natürliche Farben. Anstriche und Verputze selber herstellen" von Gerd Ziesemann, AT Verlag
(sehr teuer, aber auszuleihen in jeder bücherei über fernleihe)
das nachfolgebuch "naturfarben", ebenfalls at-vlg. ist nicht mehr vergleichbar.
hast du dich eigentlich mal kundig gemacht über die für die bauzeit des hauses üblichen techniken/materialien? auch die farbwahl sollte, finde ich, mit rücksicht auf die Architektur des gebäudes erfolgen.
viel spaß beim vermehren der gewonnenen einsichten, und grüße, auch von einem liebhaber grüner erden!
carmen
p.s. das von robert vorgeschlagene Rezept für ei-tempera würd´ ich nicht unbedingt verköstigen, schon allein wegen dem zusatz des sikkativs im firnis, bähh! und, was die haltbarkeit der Farbe anbelangt, hab ich so meine zweifel... vielleicht einfrieren?





Hallo Carmen,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, das Buch "Natürliche Farben" habe ich neulich als Glücksgriff auf ebay ergattert, auch das Nachfolgebuch und einige andere (weniger gute) Bücher bereits intensiv zum Thema Lehm - Kalk - Pigmente - Kasein ..... etc. verschlungen.

Dieses Thema hatte ich so zeitintensiv bearbeitet, dass ich jetzt lieber MIT individuellem Rat anfangen wollte. Mit so einer Vorabinformation lässt sich der Lesestoff schneller einsortieren, finde ich. Ohne allzu viel praktische Erfahrung ist eine zu große Fülle an Informationen auch verwirrend.

Die Altanstriche sind laut Handwerker Ölfarbe. Was man bis jetzt sieht, alles Schattierungen zwischen ääähm, altweiß, gilb und einem Hauch beige. Die Kassetten waren ohnehin teilweise mit Sperrholz verklebt gewesen.

Was die Farbwahl angeht, steht mir leider noch nicht viel Material zur Verfügung. Ich habe viel Informationen zum Thema Einrichtungen des Empire und des Biedermeier (was den Möbeln entspricht), aber nicht über Farbgebung um 1910. Auf jeden Fall soll am Ende alles auch mit den Möbeln harmonieren, die hauptsächlich dunkelrötliche Holztöne haben (verschiedene Mahagonifurniere).

Vermutlich wird es auf ein gebrochenes Weiß (ohne gilb) hinauslaufen, da es sonst mit den lasierten Wänden auch zu wild wird, denke ich. Die Zimmerdecken sollen auch weiß bleiben. Im Haus eines Lokomotivführers 1910 dürfte wahrscheinlich ohnehin kein Ocker, Umbra, Terre Verte etc. an die Wand gekommen sein ! Im Keller finden sich Probeschablonierungen, die aus der Zeit stammen dürften, aber nicht müssen. Aber auf Schablone habe ich keine Lust.

In der unteren Etage, die später drankommt, möchte ich Originaltapetenbordüre als Abschluß benutzen, die ich zum Glück in ausreichender Menge auftreiben konnte.

Hast Du evtl. eine Meinung dazu ?

LG, Bettina





Mmmh,

auch das schreiben hier hilft ja bereits beim gedanklichen Sortieren.... habe gerade gedacht, dass es wahrscheinlich auf eine Farbgebung des frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts umgesetzt mit Ausdrucksmitteln um 1910 hinauslaufen wird.

Die Materialien waren ja oft noch dieselben..... Klingt jetzt vollkommen bescheuert, glaube ich....

LG, Bettina





hallo bettina! ja, über mobiliar gibt es jede menge literatur, über einrichtungen allgemein fällt mir jetzt nur ein buch ein:
"Einblicke. Deutsche Interieurs aus fünf Jahrhunderten" von Sigrid Sangl, Nicolai-vlg.
ist halt ein einblick in´s hochherrschaftliche wohnen, also nur bedingt hilfreich, um mal ein gefühl für diese zeit zu bekommen.
warum stellst du nicht mal ein paar fotos von haus und Wohnung ein? ich kann mir jetzt unter "lasierten" wänden eine ganze menge vorstellen oder nichts. generell bin ich persönlich nicht so begeistert von dieser wandtechnik in (historischen) häusern, weil ich damit eher verwaschene fassaden im süden assoziiere, aber nicht unbedingt innenräume von bürgerhäuser aus dem beginn des 20.jh. in deutschland, nix für ungut!
wenn du so ein freund von grüntönen bist, die wunderbar zu rötlichen hölzern passen (im biedermeier ja sehr beliebt mit kirschbaum), könnt ich mir zu mahagoni auch ein ganz zartes grün (böhmische oder veroneser grüne erde, blau-grüne cyprische erde etc.)oder einen grünlichen schiefermehlfarbton (statt oder in kombination mit gebrochenem weiß) oder auch einen subtilen grauton vorstellen. oder ein hauch von blau. wirkt sehr dezent und elegant. vorsichtig wär´ich mit gelb- oder rotstichigen farben, das muß dann schon sehr sensibel abgestimmt werden mit dem pitch pine!
aber, wie gesagt: das sind von mir favorisierte farbvorschläge in´s blaue hinein, dazu müßte man eine vorstellung der räume und der möblierung haben.
in diesem sinne: stell fotos ein!
und: alles geschmackssache, worüber man trefflich streiten kann.....
viele grüße, carmen
ein kleiner tip, der mir immer sehr geholfen hat: Kauf dir mal einen farbfächer für´s handtäschchen und schau mal unter www.keimfarben.de (sehr schöne töne, allerdings für wände) oder auch bei kremers farbkarten.



noch eins:



Wohnelement Farbe. Farbästhetik, historische und regionale Farbpaletten, Farbensprache.
Christian-Vlg
na dann, viel spaß!
gruß!





Hallo Carmen,

ja, das Buch "Wohnelement Farbe" habe ich auch schon, finde es ganz ok, aber nicht sooo gut übertragbar, da es ja eher den anglo-amerikanischen Raum zum Inhalt hat.

Das andere werde ich mir mal in irgendeiner Form beschaffen, danke für den Tip !

Die Lasur ist noch nicht an der Wand, kommt noch. Ist ein wenig undogmatisch, klar. Aber ich liebe die Pigmente so sehr und wollte weder einen "Matschton" von durchpigmentierter Lehmfarbe, noch ein pastelliges Ergebnis in Kalk. (Abgesehen davon, dass ich nicht so viel Grünerde bezahlen möchte....)

Der Auftrag soll eher einheitlich werden, nicht gewollt fleckig, scheckig, gewickelt, gerollt oder sonstwie extra mediterran. Wir wollen versuchen, möglichst gleichmäßig zu lasieren, mehrere sehr schwach pigmentierte Schichten übereinander.

LG, Bettina





@ Carmen
Das Verkosten der Temperaemulsion sollte natürlich vor der Zugabe des Sikkativs erfolgen. Überhaupt würde ich das Sikkativ auch bei Ölfarben erst unmittelbar vor der Verwendung zugeben. Und die Haltbarkeit der frischen Farbe ist wie bei frischem Kasein aus MagerQuark vor dem Trocknen "natürlich" begrenzt. Nach dem Trocknen ist der Anstrich haltbarer als reine Ölfarben. Bei Mittelalterlichen Tafelbildern wurde z.B. oft Tempera verwendet, bevor die Ölmalerei von den Brüdern van Eyck erfunden wurde.(Angeblich)Ich persönlich habe mal vor ca. 30 Jahren die Arbeitsplatte meines Biedermeier- Küchenschranks mit Tempera beschichtet, die sieht immer noch Top aus, obwohl Sie wenig Gnade erfahren hat. Habe allerdings etwas mehr Dotter zugesetzt. Dann läßt die Tempera sich nämlich auch polieren, obwohl es eine Weichholzplatte ist. Aber das mag jeder machen wie er will. Ich habe eine umfangreiche Pigmentsammlung, aber wenn ich große Flächen zu Streichen habe, greife ich auf Fertigprodukte zurück. Wie gesagt, Ottosohns Ölfarben bieten schöne historische Töne, gerade im Weißbereich ca 10 verschiedene Töne, von Titan-Zinkweiß bis Perlgrau. Historisch korrekt wäre Bleiweiß oder Lithopone in Öl, abgetönt mit grüner Erde oder Ocker, auch grau oder hellblaugrau mit weißen Füllungen gibt es in dieser Epoche. Aber erlaubt ist, was gefällt, wer will schon im Heimatmuseum wohnen. Ich verkaufe gerade das Haus, in dem wir die letzten Jahre gelebt haben. Wenn es dich interessiert, der Makler hat es ins Netz gestellt: Juras Immobilien in Mainz... Gruß Robert



@ bettina



beides kann ich mehr als verstehen:
ich meine die lehmpampe oder kalkbrühe ;-)
ich habe mal einen versuch gemacht, der im ergebnis überraschend gut war: erst ein Anstrich mit -wie du sagen würdest- matschton (in dem fall sienagelbe Pigmente in weiß), hat grauenvoll ausgesehen; danach hab ich mit reinem pigment plus Bindemittel nochmal mit großer Bürste zügig drübergemalt. die wände haben eine unglaubliche tiefenwirkung bekommen und die fläche ist sehr viel ruhiger geworden, als eine nur lasierte wand.
die malerexperten mögen mich jetzt teeren, federn und vierteilen, es hat toll ausgesehen!
gruß, carmen



@ robert



klingt ja sehr interessant, ich hätte da schon auch noch einige probeflächen zum testen.
und in einem punkt muß ich dir absolut recht geben: wohnen im heimatmuseum muß wirklich nicht sein! es gehört aber schon viel feingefühl dazu, altes mit neuem zu kombinieren, es ist eine herausforderung, aber: eine sehr lehrreiche und schöne.
ich schau mir jetzt mal den link an, neugierig, wie ich bin.
viele grüße, carmen
p.s. trinkst du auch das auswaschwasser von den pinseln ;-) ?





Tja, Robert,

jetzt war ich auch neugierig gucken. Habe zwar eine Vermutung, aber ohne Objektnummer bleibt es natürlich trotzdem unklar....: )


Was Pigmente angeht - da hat es mich bereits vollkommen und unwiderruflich erwischt, fürchte ich. Sammlung würde ich es bei mir noch nicht ganz nennen, aber immerhin habe ich schon ein Grün zu liegen, bei dem noch zu klären ist, ob es an die Wand darf oder als Giftmüll entsorgt werden muss (Schweinfurter Grün ?). Ich muss mal die Zeit haben, damit an die Uni zu fahren und einen willfährigen Chemiestudenten zu einigen Proben veranlassen.

Bei Ottosons gucke ich auch, allerdings scheinen zumindest einige Farbtöne Terpentin zu enthalten.

Trotzdem finde ich die Tempera-Nummer spannend.

Jetzt schaue ich mal nach Deiner Buchempfehlung, Carmen.



schweinfurter grün?



sauber!
wird ja noch echt spannend!
gruß!



@ Robert



.... hatte richtig getippt : )



Unterschiede beim Terpentin



Wir haben uns das Allergieproblem noch einmal genau angesehen: die allergenen Anteile im Terpentin nehmen mit steigender Qualität ab. Auch rektifizieren entfernt zusätzlich den allergenen Wirkstoff, dessen Name mir gerade nicht einfallen mag und den ich jetzt auch nicht google....

Ottoson verwendet entsprechend hochwertiges und rektifiziertes Terpentin. Vielleicht kann man das also wagen.

Mit selbstgemachten Farben will ich sehr gerne experimentieren, bloß muß ich nicht gleich die ersten Versuche auf unseren Türen machen..... Das Graugrün ist jedenfalls unser farblicher Favorit.

LG, Bettina



noch eine Frage bzgl. Ottosson



Ich habe noch eine Zusatzfrage: kann man die Farben von Ottosson irgendwo auch als Endkunde beziehen ?

Problem ist, dass heute morgen die Schwiegermutter unseres Handwerkers verstorben ist. Über ihn kann ich natürlich normalerweise bestellen, aber unter den gegebenen Umständen möchte ich damit nicht nerven. Zumal die sich bei Deffner / Johann erst registrieren müssten.

Alternativ können wir noch einen befreundeten Architekten bitten, der wird hoffentlich als Bezugsberechtigter durchgehen ?!

(Eigenes Gewerbe anmelden lohnt grundsätzlich nicht - kein genügend großer Materialdurchsatz usw.)

LG, Bettina