Naturfarben nur welche? Vermieterrecht?

22.08.2011



Seit einigen Tagen kämpfe ich mich durch den dicken dungel natürlich Wandanstriche, und habe die Qual der Wahl. Im alten (1930)neu erworbenen Haus haben wir alle Tapeten mühselig abgenommen. Gerne möchten wir natürliche Produkte für den Wandanstrich benutzen. Um einen möglichst glatten Untergrund zu erhalten, möchten wir Malervlies tapezieren und dann eine kostengünstige Wandfarbe oder Kalkfarbe streichen. Nur welche ist für Laien gut verarbeitbar?
Und gibt es ein Recht, sollten wir die Wohnung mal vermieten wollen, dies im Mietvertrag festzulegen? Kalkfarben kann man ja nicht mit anderen Produkten überstreichen?
Was ist jetzt möglich und für später sinnvoll?

Dankend Rebekka H.



Moin Rebekka,



wir haben uns für unsere ELW für Dispersionsilikatfarbe entschieden:

Die gibt's auch in Baumärkten und kann mit etwas Geschick vom Mieter selber gestrichen werden und ist kaum teurer als eine gute Dispersionsfarbe.

Gruss, Boris





wenn die Immobilie Euch gehört, gebt Ihr auch die Spielregeln vor. Bei späteren Mietern könnte im Mietvertrag festgehalten werden, dass im Falle der Renovierung durch die Mieter bestimmte Regeln einzuhalten sind.

Wenn die Mieter diese dann nicht einhalten, sind sie u.U. schadenersatzpflichtig,

wenn diese Regeln unzumutbar oder gar sittenwiedrig sind oder eine Wertsteigerung herbeiführen sollen, hat man aber Pech.

Die Mieter lassen sich beim Mieterbund beraten,

die Vermieter beim Verband der Haus und Grundeigentümer.

Der Rest der Welt, der nicht in einem der Verbände Mitglied ist, bezahlt Anwälte.

Ich würde erstmal die Räume so herrichten, wie sie mir gefallen und keine Lösung suchen, die mit jeglicher Farbe bedenkenlos übergestrichen werden kann.



Vergesst besser...



...jegliche Tapeten oder Vliese. Im nicht gedämmten Altbau kann sowas leicht zur Kondensatfalle werden, sie behindern den Dampftransport, für eine Kalkfarbe sind sie auch kein guter Untergrund.

Neben Kalkfarben solltet Ihr auch Lehmfarben in die engere Wahl ziehen. Die sind zwar auch nicht billig, aber im Gegensatz zu Kalkfarben leicht verarbeitbar.

Ich habe das "Mieterproblem" durch eine "Anlage zu Renovierungsarbeiten" zum Mietvertrag gelöst, in der ich die zu verwendenden Farben (Produktbezeichnung oder gleichwertig) exakt beschrieben habe.

Grüße

Thomas



Danke für die schnellen Antworten,



Leider ist eine unschöne Diskussion zwischen meinem Freund und mir ausgebrochen.
Er möchte einen gleichmäßigen, tragfähigen glatten Untergrund und will, falls wir in ein paar Jahren vermieten, dann tapezieren.
Er glaubt, so lässt sich die Wohnung später besser vermieten, wenn Tapete dran ist.
Ich denke, dass dies (Thema Untergrund glatt) auch mit Sunpfkalkfarben ungefüllt möglich ist, oder Lehmfarben und wir uns bei Vermietung im Mietvertrag festlegen können.

Brauch ein paar Argumente um ihn zu überzeugen.

schön Tag Rebekka



Ein Argument...



...gegen Tapete steht schon da: Bauphysikalische Probleme vor ungedämmter Wand = potentielle Schimmelecken.

Wenn der Mieter dann Regale aufhängt, gibt es Dübellöcher. Die sind in einer geputzten Wand besser auszubessern.

Und letztlich geht der Trend schon seit langem zur natürlicheren Wohnraumgestaltung, da passt die "klassische" Rauhfaser nicht mehr.

Sollten stärkere Unregelmaßigkeiten im Putzbild sein, gibt es Kalk- oder Lehmspachtel. Normale Putzstrukturen stören nur wenige (meist ältere) Herrschaften.

Grüße

Thomas



"einfache" Farben



Hallo,

also wir haben auf unsere mit Kalkfeinputz ausgebesserten Wänden die Feuchträume (Küche, Bad, unbeheizter Flur) mit
"fertiger" Kalkfarbe aus dem Eimer gestrichen (Kreidezeit, Casa Natura o. Haga) alle sind unproblematisch und einfach mit pinselbürste (nicht Rolle!) zu verarbeiten. Würde allerdings eine Schutzbrille und Handschuhe anziehen.
Nur dunkles abtönen, satte Farben sind mit Kalkfarbe schwierig...
Ebenfalls super, ergiebiger und günstiger: Marmomehlkaseinfarbebe von Kreidezeit.
Für einen satten persisch-Rotton haben wir dann Lehmfarbe (Casa natura) genommen, fand ich persönlich am schlechtesten zu verarbeiten, aber nicht wirklich schwierig...
Mieterproblem: ich sehe weniger das Problem dass auf Kalk nichts anderes hält, sondern vielmehr das Euer schöner diffusionsoffene Farbe/Putz mit Standarddispersionsfarbe oder Tapete verunstaltet wird. Um dann wieder die Diff-fähigkeit herzustellen und wieder mit Kalkfarben &Co arbeiten zu können müssen die Wände abgeschliffen werden...
Eine Arbeit die ich nicht nochmal machen möchte und schon gar nicht in einem "bewohnten" Zustand....

Gruss Djamila



malervlies



Hallo Rebekka, das Malervlies (Fa. Erfurt) ist sehr gut zur
Rissüberbrückung bei unsicheren Untergründen geeignet. Allerdings überhaupt nicht um Unebenheiten zu kaschieren.
Jeder Sandkrümel und jede kleinste Delle zeichnen sich ab.
Für Leute die nicht bestens vorgearbeitet haben ist das
Ergebnis der Horror. Vielleicht das als Argument.