Sandgestrahlte Fachwerkbalken streichen: Leinöl, Lasur oder nichts?

12.08.2013 Christoph



Hallo Forum,
ich habe mein 220 Jahre alten Fachwerk inzwischen einigermaßen in Schuss. Letzte Woche sind die Balken sandgestrahlt worden, etliche Riegel und u.a. auch die Schwellen sind erneuert, außerdem Riegelanschlüsse im Dutzend überarbeitet. Nun soll gestrichen werden. Und dazu brauche ich das Forum.
1. Optik: Es gibt einen Mix aus ganz alten, relativ alten und neuen Balken, Oberflächenstruktur sehr unterschiedlich, außerdem viele ausgebesserte Stellen. Ein Anstrich würde das wohl etwas egalisieren. Eigentlich bin ich aber ein Freund von hellem Holz und würd's auf keinen Fall schwarz oder Palisander streichen.
2. Holzschutz: natürlich offenporig. Mein Händler bietet mir Leinölfirnis von Kreidezeit an (20 Liter, ca. 140 €). Alternativ Lasur von Auro. Er sagt, Lasur hält länger und ist einfacher zu verarbeiten. Mein Zimmermann sagt, die neuen Leinölprodukte sind so super, die halten länger als Lasur und sind besser.
Was empfiehlt das Forum? Und habt Ihr Tipps zur Verarbeitung?

Gruß aus Paderborn

Christoph Schönbach



Holz-farbe



Hallo

ich würde Ihnen Leinölfarben empfehlen

http://www.ottossonfarg.com/default_de.aspx

unten links Beschreibung
unten rechts youtube Videos wie mans macht

hier im Forum: Torsten Selle, Strehla, der vertreibt das … 

Was auch gehen würde:
http://www.slow-house.de/slow-house/I-3_files/Waid-Mappe.pdf

Gutes Gelingen





Stimm dem Florian Kurz zu.



Bin für nix ..



..dann muß man auch nicht nachstreichen , wird halt grau ( ok, muß man mögen ).
Gruß aus Minden
Jürgen Kube



Wenns Eiche



ist, brauchts nix. Da ist es eine ästhetische Frage. Ich würde ein Wohnhaus mit den in der jeweiligen Gegend traditionell angewandten Farbtönen streichen.(Das muss nicht unbedingt kackbraun oder schwarz sein!)
Bei Nebengebäuden eher nicht. Leinöllasur!
Ralph Schneidewind



Wenn ...



... farblich unterschiedliche Balkenoberflächen auf einen "Nenner" gebracht werden sollen, geht dies m. E. mit Lasur nicht, da diese zu durchscheinend ist. Folglich würde ich in diesem Fall zu Leinölfarbe raten. Die Grundierung sollte mit rohem Leinöl erfolgen.

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den Produkten von Leinölpro (http://www.leinoelpro.de/) gemacht. Bei deren Leinölfarben sind viele Farbtöne im regulären Angebot. Auf speziellen Wunsch werden aber auch alle RAL- oder NCS-Farben angemischt.

i. V. Dirk Meisinger



Lasur von Kreidezeit



Guten Abend alle zusammen,
da ich die nächsten Tage ebenfalls die Fachwerkbalken meines Mehrfamilienhauses streichen möchte, bin ich auch auf der Suche nach einem geeignetem Anstrich.
Bei der Suche bin ich auf
http://www.adler-naturfarben.de/shop/product_info.php?info=p124_Kreidezeit-Holzlasur-au-en---Eiche-antik.html
gestoßen. Es werden ja immer die Kreidezeit Produkte gelobt, allerdings habe ich nichts zu der Lasur von Kreidezeit gefunden.
Geplant ist ein dreifacher Anstrich, das sollte eigentlich ausreichend sein, nachdem was ich hier gelesen habe.

Da der Beitrag auch für den Verfasser interessant sein könnte, habe ich jetzt kein extra Thema eröffnet.

Mit freundlichen Grüßen

Björn



Leinöl oder was



Hallo Christoph,
steht dein Haus unter Denkmalschutz ? Dann musst bzw. solltest du die "Farbe" mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen! Wir z.B. haben unsere Balken zuerst (vor dem Ausmauern der Gefache) mit reinem Leinöl "grundiert" bzw. die Balken angefeuert. Erst Wochen später wurde die mit dem Denkmalamt abgesprochene Farbe aufgebracht. Das Leinöl für die Grundierung haben wir uns aus dem Landhandel geholt. Eigentlich als Nahrungsergänzungsmittel für Pferde gedacht. Ich meine es hatte dann 20,-€ für 5 l gekostet (4,-€/ Liter). Jetz werden wieder die Farben und Ölhändler sagen, dass das nicht da gleiche ist aber dem Holz Schaden tut es auch nicht. Grüße Heiko



Schwedische Farben im Test



Hier mal ein Test von Folksam - das ist ähnlich wie Stiftung Warentest - die seit 2005 sehr aufwändige Langzeittests über Anstriche an Holzfassaden vornehmen und das auch recht gut auswerten.

Schwedischer Farbentest 2012

Fazit - Ölfarben, und auch die Schlemmfarben, schlagen sich recht gut gegenüber den Alkydfarben und den Silikonharzfarben.

Allerdings gibt es auch deutliche Qualitätsunterschiede zwischen den Ölfarben. Wenn man sich nicht ins Schwedische einfuchsen will, gibt es die Farbkennung: grün taugt was - rot waren dies schlechtesten Teilnehmer.

Der Test ermutigt mich auch, auf die Holzlasuren von Natural Naturfarben hinzuweisen. Natural arbeitet nicht nur mit Leinöl - sondern auch mit Tungöl und Naturharzen. Das Pigment wird gut durch das Naturharz gebunden und es gibt Farben, die schon fast deckend wirken.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Entscheidung: Pigmentiertes kalt gepresstes Leinöl. Gibt's noch Profitipps?



Hallo,
wir werden jetzt einen Leinölanstrich vornehmen. Wir erwerben bei einem Restaurator das Zeug (kalt gepresstes, rohes Leinöl) und die gewünschten Pigmente (Eisenoxid heißen die, glaube ich) zum selbst mischen. Ein Probeanstrich auf einem losen Balken sah super aus. Es soll zwei Mal mit demselben Material gestrichen werden.
Gibt es noch Profitipps für die Arbeit? Kann ich das mit ein wenig Geschick und Fleiß selbst?

Gruß und noch Danke für Tipps und Hinweise...

Christoph