Farben für außen und innen selbst herstellen

12.12.2005



Hallo,
toll das es euich gibt, habe mir schon viel über euch an wissen angelesen!

Ich habe eine Frage :

Wer kennt sich aus, wie man Farben für innen und auch Farbanstriche für außen (fachwerk) und für Sandstein selbst herstellen kann. Ich denke daran es genau so machen zu wollen, wie die Erbauer unseres hauses um 1700.
Kennt sich da jemand mit aus??
Ich würde ungern Pigmente kaufen, viel lieber würde ich sie selbst herstellen.
Viele liebe Grüße
Tabea



Farben selbst herstellen



Hallo,
Ich empfehle Ihnen das Buch Natürliche Farben - Anstriche und Verputz selbst herstellen von Gerd Ziesemann, Martin Krampfer und Heinz Knieriemen. Dort steht leicht verständlich viel über die Grundlagen drin.

Zum selbstherstellen von Pigmenten: Um die gängigen Pigmente selbst herzustellen wären Sie wohl eine ganze weile damit beschäftigt in der Welt herumzureisen, bis Sie z.B. einen geeigneten Steinbruch für Ocker gefunden haben, diesen abgebaut und evtl gebrannt haben,... denn die meisten verwendeten Pigmente sind Erd- und Mineralpigmente, deren Herstellung sehr Zeit und Arbeitsintensiv ist. Ich würde mich auf die Herstellung der Farben konzentrieren und die Pigmente bei einem vertrauenswürdigen Händler oder Hersteller wie z.B. Kremer kaufen.

Mit schönen Grüßen aus Unterfranken
Herbert



Hallo Tabea,



der Buchtipp ist gut. Von der Idee Pigmente herszustellen würde ich mich verabschieden.
Den richtigen Anstrich herzustellen und entsprechend zu Verarbeiten überfordert heute die meisten Maler. Häufig wurden die Anstriche in Fresko-Technik d.h. mit Kalkfarbe in den feuchten Putz gestrichen.

Viele Grüße Gerd



... fünf Jahre Direktstudium und noch immer nicht ausgelernt



Hallo Tabea,
natürlich hat jeder Mensch Wünsche und Träume. Und Eure denkmalpflegerische Einstellung ist lobenswert (und eher die Ausnahme). Aber selbst als Restaurator stelle ich meine Farben nur selten selbst her. Ein Tag hat eben nur 24 Stunden....

Den Antworten von Herbert und Gerd kann ich nur kräftig beipflichten. Freilich kann ich Euch als Fachmann vieles mitteilen über Farben, -herstellung, Verarbeitung usw. Und in der Literatur und Internet findet man für alles Erklärungen. Aber konkret und detailiert zu helfen, geht auch über die (uneigennützigen) Kräfte und ist nicht in einer halben Stunde zu erledigen.

Viel wichtiger wäre es (mir) für Euch und von Euch zu wissen, wie ist denn die jeweilige Untergrundbeschaffenheit und der Erhaltungszustand im Detail. Die Fotos sagen schon einiges. Nicht alles kann und darf und sollte man überall darauf streichen.
An Eurer Stelle würde ich mir mehrere Fachleute aufs Grundstück und ins Haus holen und sie mit Fragen direkt vor Ort löchern. Dadurch lernt Ihr sicher am meisten und könnt Fehlern und unnötigen Kosten bei der Sanierung vorbeugen.

Mit Restauratorengrüßen
D.Fr.



vielen lieben dank..





Es ist nicht ganz so schwer die Farben selbst herzustellen!



Schwieriger ist jedoch, und da pflichte ich dem Dietmar bei, die vorherige Untersuchung um herauszubekommen was seinerzeit verwendet wurde, und was man jetzt verarbeitet!

Es gibt bei Ihnen in Hildesheim eine FH an der Restauratoren ausgebildet werden!
Wenn Sie sich an die oberen Semester wenden, können Sie Erfolg haben.


Meine bevorzugten Materialien sind für

Bei Holz: Farben auf Leinölbasis! Diese kann mit Standöl, Pigmenten(ruhig gekauft!), einigen anderen Zutaten und viel Zeit selbst herstellen!
Einfacher, wenn auch teurer sind bekannte Produkte aus dem Naturbaustoffhandel!
Wir haben unser Haus mit Biopinn gestrichen, ist sehr schön geworden!

Putz: Farben auf Kalkbasis finde ich gut, am besten freskal verarbeitet, wird Ihnen aber bei vorhandenem Putz nicht weiterhelfen.
Es gibt eine Reihe von Herstellern, die gute Kalkfarben anbieten. Wenn Sie genaue Empfehlungen haben wollen, vieleicht mal beim Herrn Fröhlich nachfragen, oder bei mir, ich muß dann allerdings erst mal meine Frau/Restauratorin fragen!

Liebe Grüße von der Ostsee


Der Ingo vonne Köst


Foto:
Putz Muschelkalk mit freskal verarbeiteter Farbe
Fachwerk: Leinölfarbe von Biopinn englisch Rot, Sonnenseite 4 Jahre alt,
Fenster und Tür: Dänische Fenster(Dandows) leider mit Acrylfarbe vom Hersteller, ebenfalls Sonnenseite ebenfalls 4 Jahre alt.



ohje



da hat mich das forum ausgetrickst und meine Antwort verschwinden lassen, also hier noch einmal:

Vielen lieben Dank für eure tollen und schnellen antworten!!

Das Buch werde ich mir wohl zulegen, es hört sich sehr interesannt an. Leider werde ich wohl nicht die Zeit haben für Pigmente um die Welt zu reisen, und mir einen netten Händler für soetwas suchen.

Im Haus ist Putz an den Wänden, nachdem wir mühsam alle Tapeten mit gar grausigen motiven entfernt hatten, sind an einigen Stellen sogar noch die alten Bemalungen erhalten. Leider hauptsächlich an den Außenwänden die wir allerdings mit Zellulose dämmen werden. Auf der einen seite würde ich diese bemalungen gerne "retten" auf der anderen Seite muss gedämmt werden, eine schwere entscheidung. Die Innenwände werden wir neu Verputzen müßen, da von originalen Lehmwänden über Holzwänden bis hin zu ddr Pressspanplatten alles vorhanden ist.
Das Portal aus Sandstein ist noch sehr gut erhalten, mit nur geringen vertiefungen oder abgeplatzten Ecken. Die LPG der das Grundstück eine weile gehört hat, hat dies portal vor etwa 30 Jahren gestrichen, ich kann mir nicht vorstellen das sie vernünftige Farben benutzt haben. Ich bin mir auch nicht sicher wie wir diese Farben da herunter bekommen um es neu zu streichen. Welche techniken und möglichkeiten gibt es?
Die alte Holztür ist ebenfalls in gutem zustand, keine würmer oder gammelige stellen, sind zu sehen. Die Farbanstroche sind schon gerissen und lassen sich leicht mechanisch entfernen, vom abbbeizen halte ich nicht sehr viel.
Außen das Fachwerk ist ebenfalls verputzt, die Farbe hält auf dem Putz nicht mehr so ganz gut, leider aber auf dem Holz noch sehr gut. so einfach übermalen ist ja bestimmt nicht so gut.

so ich hoffe ich konnte euch etwas mehr informationen mitteilen, und bedanke mich nocheinmal für eure hilfe
Tabea



Sterben muß man!



Warum muß gedämmt werden?


Der Ingo

Vertreter des massiven Bauens



Dämmung ?



Hallo, Tabea,

Ingo hat diese Frage schon gestellt. Die alten Guts- und Herrenhäuser haben in der Regel seit ihrer Erbauung überdurchschnittlich dicke Wände. Ich behaupte ungesehen auch erst einmal: Da muß nichts gedämmt werden.

Grüße wieder über den Harz
Dietmar