Innenwandverkleidung auf Lehmfachwerk

19.05.2010



Hallo!

Wie schonmal erwähnt haben wir ein Fachwerkhaus von 1900 mit Lehmgefache gekauft und hoffen demnächst mit der Renovierung beginnen zu können.

Eigentlich hatten wir vor alle Innenwände unter Anleitung eines auf Fachwerkrestaurierung speziallisierten Malermeisters mit Lehmputz zu verkleiden.

Dummerweise gibt es jetzt Formalitäten in der Grundbuchänderung, die einen entsprechenden Grundbucheintrag auf uns bis zu einem Jahr verzögern.
Da wir natürlich nicht tausende von Euros investieren wollen bevor wir auch im Grundbuch stehen suchen wir jetzt nach einer Lösung die Innenwände einfach und preiswert zu verkleiden um sie dann im Laufe des nächsten Jahres dann "richtig" zu verputzen.

Zur Zeit sind die Wände mit Tapete, teilweise Isopete die schon von der Wand kommt, beklebt.

Welche Optionen haben wir?

Die vorhandenen Tapeten einfach überstreichen?
Was machen wir dann mit den Bereichen, an denen die Tapete nicht hält?

Tapeten überall runter um Schimmel und Verrottung der Holzbalken zu verhindern und dann Gipskarton davor?
Muss der Gipskarton dann auf eine Verlattung um die Hinterlüftung zu gewährleisten? (Ich nehms ja an...)

Gibt es sonst noch Alternativen, die sich a) auch für den Selbermacher schnell von der Hand gehen und b) preiswert sind?

Gruß,
Tom



Tapeten runter



und Kalk- oder Kaseinfarbe?
Oder die Tapeten dort wo sie sich lösen mit Tapetenkleister wieder befestigen, dürfte noch weniger Aufwand sein.
Wenn der Verputz nicht grade völlig sandet oder in großen Plachen runterkommt sehe ich keinen Grund irgendwelche Großmaßnahmen zu starten.

Auf Tapete würde ich übrigens Leimfarbe streichen, die ist wasserlöslich und stört damit nicht ein späteres Ablösen der Tapeten.



"Isopete" ...



... die sollte runter - egal wie es im Grundbucheintrag aussieht. Warum könnt Ihr nicht gleich Nägel mit Köpfen machen? Wenn der Eigentumswechsel fester Wille ist, dann kann der Verkäufer auch für Investitionen von Euch haften, wenn die Übertragung wider Erwarten nicht stattfinden kann.
Das lässt sich auch ohne Grundbuch regeln.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Isopete



hab ich übersehen ja die sollte weg. Aber mit Tapete runter und einmal streichen ist noch nicht viel Arbeit umsonst, ich würde das so machen.



Tapeten runter



und Untergrund prüfen, "vielleicht" hat das Haus schon einen Lehmputz.
Ansonsten, wie schon geschrieben wurde, die Wände mit Sumpfkalkfarbe streichen.

Grüsse Thomas





Ah, vielen Dank für die informativen Antworten!

Also Tapeten mit Leimfarbe überstreichen und da wo sie runter sind oder wir die Isopete abnehmen mit Sumpfkalk- oder Kaseinfarbe überstreichen.

Danke!

Habt ihr da vieleicht noch Produktempfehlungen?

Können die Balken ebenfalls mit Sumpfkalkfarbe überstrichen werden oder müßen wir die frei lassen?
Mich stören die ja nicht aber meine Frau ist der Meinung das das nicht mit all unseren Möbeln so gut harmoniert. ^^

Und Lehmputz wird keiner unter der Tapete sein.
Bei der Überprüfung der Bausubstanz haben wir mit Maler und Bauingenieur an ein paar Stellen bis in die Aussenwände geschaut, da war jedesmal die Tapete direkt auf Balken und Lehm-Gefache.

Und was die Investitionsübernahme angeht - das ist nicht so einfach.
Sagen wir einfach das es bestimmte Gründe gibt, die ich auch gut nachvollziehen kann, das die Verkäufer das nicht machen wollen.

Also wie gesagt - vielen Dank für euer gutes Feedback! :)

Gruß,
Tom



Produktempfehlungen...



... voll deklariert und bewährt sind die Farben von HAGA und Kreidezeit. Natural hat eine Naturharz-Wandfarbe Innendispersion im Programm - ein Alleskönner der gut deckt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Also früher



wurden Balken selbstverständlich gekalkt, auch Holzdecken.

Sumpfkalkfarbe (sprich Kalk mit Wasser und gegebenenfalls noch kalkfesten Pigmenten zur Pastell-Abtönung) ist nicht jedermanns Sache, bei mir hat sie bislang entweder nicht gedeckt oder wurde relativ rauh mit Pinselstrichen, sprich die richtige Konsistenz ist schwer hinzukriegen. Außerdem ist sie nicht so ganz abriebfest.

Leimfarbe für die Tapete gibt es von manchen Firmen flüssig fix-fertig, sogar Bauhaus in Österreich führt die. Ansonsten gibt es sie als Pulver z.B. von Molto (Moltoflott). Ist persönlich meine absolute Lieblingsfarbe, das Anmischen und quellen lassen ist zwar lästig, aber sie läßt sich traumhaft verstreichen wie keine andere Farbe und ergibt vor allem mit der Rolle perfekt glatte Oberflächen (wobei die ehrlich gesagt in einem Stadthaus von 1910 mit originalem Gipsputz erheblich interessanter sind als in einem FWH mit Lehm).

Spricht irgendwas gegen Kalk-Kaseinfarbe? Die ist IMHO besser in der Verarbeitung als reiner Kalk. Molto Biofarbe ist z.B. sowas, geht halt nur aus dem Kleingedruckten hervor. Kreidezeit hat Kaseinfarben auch als Volltonfarben im Angebot.

Meine Logik bei Anstrichen ist: irgendwann muß jeder Anstrich wieder runter. Also nehme ich wenn es geht einen der möglichs leicht wieder abgeht.





Vielen Dank für die Informationen, das hilft auch weiter.

Apropo runter kriegen - wie ist das eigentlich mit Kaseinfarbe, die auf die Lehmgefache gestrichen wird?

Wir wollen ja nächstes Jahr nach Möglichkeit alles mit Lehmputz versehen.
Kann man die dann einfach überputzen oder muss die vorher runter?
Wenn ja wie gut geht sie wieder ab?