alte (?) Diele aufarbeiten

10.01.2010


Hallo,
wir haben von 18 Monaten ein kleines ziemlich arbeitswütiges Fachwerkhäuschen ohne jegliche Ahnung erstanden. Es ist ca. 200 Jahre alt und tut uns den Gefallen, noch zu stehen. Da es allerdings die DDR überstehen mußte, entdecken wir hier und da sehr interessante Baumaßnahmen (greul), wissen auch bei vielen Sachen nicht, wie alt, woher etc.

Hier die Frage:
Wir haben ein kleines Zimmer mit Dielen, auf denen rote Farbe / Lack aufgebracht ist.

Wie bekomme ich die Farbe am besten runter?

Was mache ich danach? Wachsen oder Ölen oder... ?

Immerhin sind wir inzwischen so schlau, daß wir vorgestern unseren Laminatboden entfernt haben - scheint, gerade noch rechtzeitig, denn die Farbe war schon teilweise auf der Dampfsperre...

Ach ja, darunter ist ein alter Kartoffelkeller, riecht unangenehm - kann man was dagegen unternehmen; Sand ausstreuen oder so?





die rote Farbe auf den Dielen nennt sich "Ochsenblut", das ist eine sehr hartniäckige Farbe, die nur durch Schleifen zu entfernen ist. Wenn man versucht die mit dem Heisluftfön zu entfernen, wird die Farbe weich und schmiert nur noch, geht garnicht. Auch Abbeizen geht nicht.
Wie gesagt, schleifen, schleifen, schleifen.





noch ein Nachtrag:

Endbehandlung ist Geschmackssache, wenn du Wachs bevorzugst, denke daran, dann mußt du öfter nachbehandeln, als wenns geölt ist.
Wachs zieht nicht ins Holz ein, sondern bildet nur eine Oberfläche, die durch drüberlaufen schnell abgenutzt ist.



wachsen oder ölen?



Zuerst immer ölen. Wenn Dir das dann zu stumpf ist, kannst Du immer noch ein Wachs aufziehen.

Öl sättigt die Holzfaser und gibt somit einen "Tiefenschutz" gegen Schmutz und Feuchtebelastung. Öl bildet normaler Weise keine Schicht. Die Oberfläche wirkt eher matt - aber die Eigenfarbe des Holzes wird verstärkt und kommt gut zur Geltung.

Wachs füllt die Poren und gibt eine Schicht auf der Oberfläche. Dadurch entsteht ein seidematter Glanz. Allerdings ist die Wachsschicht deutlich empfindlicher. Schmutz wird sich mit der Zeit in diese Schicht einarbeiten. Mechanische Beanspruchung kann sich durch Striemen schneller abzeichnen als bei Öl.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



@ Sascha



"Wenn man versucht die mit dem Heisluftfön zu entfernen, wird die Farbe weich und schmiert nur noch, geht garnicht. Auch Abbeizen geht nicht."

Knapp daneben. Bei dicken mehrschichtigen Lacken, oft noch mit Bohnerwachseinlagerungen, funktioniert Schleifen, selbst mit allergröbstem Korn, oft nicht mehr (zugeschmierte Körnung). Da ist dann Heißluft/ Spachtel oder Gasflamme/Kratzer am langen Stiel eine bessere Kombination. Auch wenn der Lack durch die Hizte schmierig werden wird, zum Schleifen sind die Lackreste schließlich wieder fest.

Hier auf dem Foto scheint's schleifbar, der Lack wirkt nicht so dick.

Diese Ochsenblutlacke sind ferner problemlos abbeizbar, wenngleich das oft in mehereren Gängen erfolgen muß, und das Abbeizen nicht umbedingt das ökonomischste Verfahren bietet. Das Geschmiere liebt sicher auch nicht jeder.

Zu Franks Ausführungen habe ich nichts hinzuzufügen.

Grüße

Thomas