Risse im Lehmputz und Farbe die nicht hält




Hallo, wir sind gerade dabei unser Sandsteinhaus zu renovieren. Mittlerweile wohnen wir schon drinnen, aber es eher ne Baustelle und das komplette Obergeschoß zum Großteil noch unverputzt. Wir haben jetzt folgendes Problem. Und zwar haben wir z.T. mit Lehmbauplatten gearbeitet. Darauf dann eine Schicht Lehmputz drauf und Gewebe eingearbeitet und anschließend noch eine Schicht Lehmputz drüber geputzt. An den Stoßkanten der Lehmbauplatten entstehen jetzt Risse im Putz, d. h. es zeichnet sich durch die Risse ab, wo die Lehmbauplatten verlaufen. Was haben wir falsch gemacht oder liegt es an den Lehmbauplatten? Wir haben die aus dem Ziegelwerk Grün in Reinheim (Vertrieb über Fa. Texbis). Vielleicht kennt die Fa. ja hier jemand. Und jetzt fragen wir uns, ob wir nicht vielleicht doch die teurern Lehmbauplatten z.B. von Casadobe hätten nehmen sollen. Was machen wir am besten. Wie bekommen wir die Risse weg, ohne daß wir noch mal alles runterklopfen müssen. Hatten in dem jetzt schon bewohnten Wohnbereich auch hin und wieder ein paar Risse, die wir einfach noch mal mit etwas Wasser und mit dem Finger zugerieben haben. Die waren dann auch weg. Haben dann alles grundiert und mit Lehmfarbe gestrichen, aber an einigen Stellen kommen sie wieder. Und das wollen wir im Rest des Hauses halt vermeiden. Kann man die Risse, an den Stellen, an den schon gestrichen ist, auch wegbekommen?
Und dann haben wir noch ne Frage zur Farbe.
Einen Wnadteil haben wir mit selbstangerührter Farbe (Pigmente, Quark, Sumpfkalk, Wasser nach Rezept) hergestellt. Es ist ein sehr dunkler Farbton (Terra di Sienna gebrannt). Leider ist er nicht wischfest, d. h. wenn ich mit der Hand drüberfahre wird meine Hand dunkel. Und das kann ja nicht Sinn und Zweck der Farbe sein. Was kann man da machen? Evtl. mit dem Punischen Wachs (Fa. Kreidezeit) behandeln?

Vielen Dank für Eure Antworten und liebe Grüße und natürlich allen einen guten Rutsch

Heike und Klaus



Lehmbauplatten



Hallo,

ich habe zwar noch nie mit Lehmbauplatten gearbeitet, habe aber bei der Firma Claytec mal sowas gesehen:

http://www.claytec.de/download/arbeitsblaetter/5_2_lehmbauplatte.pdf

Hier wird in diesem PDF auf der Seite 6 ein Bild gezeigt
'Abbildung 5.2.6: Einarbeiten der Fugenarmierung, hier
Glasseidengewebe' beidem in die Stoßkanten ein Glassgewebe eingearbeitet wurde. Damit soll die Rissbildung vermieden werden.

Gruß Tobias Bucher



Tragkonstruktion?



Viele Ursachen kann es haben!
Unterkonstruktion, Befestigungsart, Putzaufbau, Gewebearmierungen, Austrocknungszeiten, Bewegungen in der Konstruktion selbst etc. etc.
Wir arbeiten seit längerem auch mit Lehmbauplatten, doch derartige Erscheinungen sind uns noch nicht unter gekommen.
Claytecplatten sind enorm preisintensiv und andere Alternativen sind wiederum schlecht beputzbar (eigene Erfahrungen).
Es bedarf also einer grundsätzlichen vor-Ort-Besichtigung und einem dazugehörigen Fachgespräch, um die Ursachen genau definieren zu können.
Grob gesagt, kann man mit einem nachträglichen überschwammen (mit weichem weißen Fliesenschwammbrett) die Haarrisse zuarbeiten, doch die Ursache sollte trotzdem analysiert werden. Reine Trocknungshaarrisse sind so einfach zu beseitigen.

Zum Thema Farbe kann man eigentlich gleiches sagen.
Zu fett, zu dick etc. etc.
Wischfestigkeit kann man auch mit Bier hinbekommen, doch hängt dies eben auch von der Beschichtung selbst ab.
Unsere Malerfachkollegen sind hier gefragt.

Trotzdem Grüße und gutes Gelingen
für's neue Jahr
von Udo aus der Oberlausitz



Risse / Farbe



Haarrisse lassen sich durch zugabe von Schafs wolle als Armierung den Lehmputz zusetzt, gibt es auch fertig zu kaufen,
dadurch wird der Riss im Untergrund Überbrückt und nicht behoben.

Zu Farbe: von der die Rezeptur richtig angerührt wird, entsteht eine Kasein Farbe. Diese Farbe ist nach der Trocknung eigentlich scheuer beständig und sogar im Aussenbereich einsetzbar. Eine spätere Entfernung der Farbe in nur noch mechanisch möglich.
Es kann aber auch sein das eine Übersättigung mit dem Farbstoff statt gefunden hat. Und das Pigment nicht mehr in den Anstrichstoff eingebunden worden ist und deshalb nun kreidet. Eine nachträgliche Versiegelung mit Wachs kann hier Abhilfe schaffen.

Mfg Malerstudio peltzer