Welche Farbe auf Lehmputz

17.01.2005



Hallo liebes Forum,

wir haben in unseren Altbau (70er Jahre) eine Wandheizung bekommen und diese wurde mit Lehm verputzt. Leider haben wir den Putz von einem Nichtlehmfachmann aufbringen lassen (Putz von Maxit, ausgeführt von "normalem" Verputzer-Betrieb) und der kam erst mal wieder von den Wänden runter, weil viel zu dick aufgetragen. Jetzt ist er aber endlich soweit gestrichen zu werden uns scheint zu halten. Wir haben uns verschiedentlich informiert und sind unsicher. Der Lehmputz sandet sehr stark und wir wollen nicht nachts im Bett den Lehm aspirieren. Welche Farbe bietet sich an?

Maxit hat uns Silikatfarbe empfohlen (mit dem Zaunpfahlwink dass wir nur für diese Kombination auch Gewährleistung bei ihnen hätten), ein Biobaumarkt in unserer Nähe eine Naturharzfarbe und ein Lehmbauer (den wir leider zu spät gefunden haben) Marmormehl-Kaseinfarbe von Kreidezeit.

Es soll einfach nur halten, nicht mehr absanden und schön aussehen und natürlich diffusionsoffen sein...

Was ist zu empfehlen und warum?

Danke und lieber Gruß, Alexandra Schulz



Lehmputzwandheizung streichen



Hallo Frau Alexandra Schulz,

wenn MAXIT Silikatfarbe empfielt - dann sollten Sie zur Erhaltung der Gewährleistung auch genau diesen Anstrichstoff nach Anwendungsvorschrift benutzen.

Wollen Sie auf Gewährleistung verzichten, ist selbstverständlich auch jede andere Silikatfarbe, mit der zum System gehörenden Grundierung geeignet.

In fertigen 1-Komponenten-Silikatfarben sind aus techn. Gründen ca. 5% Dispersionsanteil enthalten, diese verhindern die sofortige Reaktion (Erhärtung) von Kaliwasserglas und Pigment. Der geringfügig enthaltene Kunststoffanteil, hat bei den von mir verwendeten Produkten meiner Lieferanten, sich noch nie negativ (auch auf Kaminverputz) bemerkbar gemacht.

Dennoch verzichte ich bei Allergikern und MCS-Patienten auf Dispersionssilikatfarbe. Hier können Sie sehr gut Kalkfarben oder auch die genannte KREIDEZEIT Marmormehl-Kaseinfarbe verwenden.

Mit farbenfrohen Grüßen
Peter Seifarth, Malermeister



Re



Hallo, ich halte Silikatfarbe für ein ungeeignetes Anstrichsystem für Lehmputz (wie ich auch den Maxitputz für ungeeignet als Lehmputz halte). Der Grund ist folgender: Lehm ist weich und elastisch, Silikatfarbe ist hart und spröde. Der Putz sollte von hart nach weich aufgebaut sein. Um den Problem der Silikatfarbe zu begegnen wird dann Dispersion zugesetzt. Kalkkaseinfarben sind viel günstiger und passen auch besser zum Lehm. Viele Grüße Gerd



an Herrn Meurer...



Danke für ihre Antwort. Bezüglich diesem Maxit-Lehm habe ich die ganze Zeit schon ein schlechtes Gefühl. Warum ist er denn so ungeeignet und was kann uns jetzt schlimmstenfalls passieren? Es wurde nur Lehm mit einer Körnung von 0-2 genommen - der Wirtschaftlichkeit wegen. Ansonsten hätte man ja 25 Säcke grobe Körnung und wieder 25 Säcke andere Körnung nehmen müssen. Ich schreibe das höchst ironisch und bedauere es erst jetzt hier mehr durchzublicken.
Ich habe den Eindruck, dass diese Silikatfarbe empfohlen wird, da der Lehm sonst nicht "hart und haltbar" genug ist. Er würde wahrscheinlich mit der Zeit komplett absanden.
Was sagt ihnen Naturharzfarbe? Angeblich soll sie auch diffusionsoffen sein, auch relativ gut festigen... können Sie mir hier etwas raten? Lieber in den sauren Apfel beißen und eine "harte" Farbe nehmen? Oder ergeben sich daraus auch Nachteile?
Wir können diesen Lehm jetzt nicht mehr rausreißen. Dafür hat das alles schon zu viel gekostet...
Zum Glück wurde unser Wohnzimmer noch nicht verputzt und hier werde ich definitiv einen Lehmbauer beauftragen der mit Claytec-Produkten arbeitet.

Vielen Dank nochmals und herzliche Grüße
Alexandra Schulz



Re



Maxit verwendet ein Lehmpulver aus dem im Herstellungsprozess zur weiteren Verarbeitung der Sand entfernt wird. Je nach Einsatzbereich wird der Lehm mit Sand dann wieder abgemagert. Claytec verwendet einen Grubenlehm der je nach Einsatzbereich auch mit Sand abgemagert wird. Durch die natürliche Sieblinie hat der Putz eine gleichmäßige Sieblinie. Daraus resultiert wiederum die hohe Druckfestigkeit des Lehms. Die zusätzliche Strohfaser trägt sicherlich auch einen Teil bei. Wir haben die besten Erfahrungen mit Kreidezeit Kalk-Kaseinfarben. Diese wird erst als Grundierung aufgetragen, verfestigt so auch die Oberfläche und anschließend als Deckanstrich. Gerne gebe ich Ihnen auch am Telefon Auskunft. Meine Daten finden Sie im Profil. Viele Grüße Gerd Meurer



Wir haben auch Maxit genommen.



Der Grund war der, dass unser Ökobaustoffhändler ihn verkauft hat. Das Sanden lässt sich durch eine Kalkkaseingrundierung abstellen. Gestrichen haben wir mit Kreidezeit-Mamormehlfarbe vom geleichen Händler. Ich habe nirgendwo eine Information gefunden, das Maxit bestimmte Farben vorschreibt. Verputzt habe ich selber. Abgesehen von meiner Lernphase hält er bei mir nicht schlechter als Claytec, den ich auch verarbeitet habe.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Danke



Tausend Dank für alle Antworten!!!
Ich habe gestern auch eine Kaseingrundierung von Kreidezeit gekauft und werde diese nun ausprobieren.
Der Händler hat auch gesagt, dass er damit gute Erfahrungen hat und das Sanden vermutlich aufhören wird.
Ich bin gespannt... und werde dann berichten!

Nochmals danke für die Unterstützung!

Herzliche Grüße
Alexnandra Schulz



jetzt mal was ganz anderes...



... wir haben Claytec-Lehmputz verwendet und bei uns sandet gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrnix. Der Lehm klebt schön da, wo er hinsoll und da, wo er nicht hinsoll ;-). Warum ist dem anderen soviel Sand beigemischt? Ist das normal? Denn schließlich kann es ja schonmal vorkommen, dass man mal mit irgendwas dagegenschrappelt, gegen die Wand (ist mir auch schon passiert - und passiert ist nix). Und dann? Lösen sich dann Brocken raus???

PS: eine Verwandte hat selber Kaseinfarbe gemischt und gestrichen. Sieht einfach umwerfend aus! War aber viel Arbeit, das oft zu Streichen.
Grüße Annette



Lehmfarbe



wir haben einen Lehmstreichputz von Lesando verwendet und sind sehr zufrieden. Man hat jede menge Auswahl an möglichen Farbkmbinationen durch Beimischung von Farbpigmenten.



an Annette



Also bei uns ist der Lehm abgesehen vom Sanden jetzt recht fest. Nachdem ich Farbe drauf gestrichen habe ist es auch damit zum Glück vorbei... nur an den Ecken und Rändern (beim Kellenschnitt) sind Bröckchen abgefallen. Beim Streichen selbst musste ich sehr aufpassen, dass sich nicht noch größere Knötchen gelöst haben. Mein Sohn ist jetzt schon ein paar Mal mit diversen Stöcken an die Wände gekommen und zum Glück ist bis jetzt noch nix passiert.

Im Wohnzimmer kommt mir allerdings jetzt auch nur noch Claytec rein! Von dem Maxit-Putz habe ich die Nase voll - und von dem Verputzer auch.

Lieber Gruß,
Alexandra



@alexandra



... unser Hund schrammelt auch manchmal mit der Pfote entlang, wenn er die Tür aufmachen will. Abgebröckelt ist nichts (aber man sieht die "Spuren der Krallen" - aber ist noch alles weiß).

Grüße Annette



Silikatfarbe ist kein muß für Lehmputzsysteme!



Maxit schreibt nicht zwingend vor, daß Silikatfarbe zur Erhaltung der Gewährleistung aufgestrichen werden soll, man kann auch Fixativ auf Zellulosebasis, Bio-Kalkfarbe, Lehmspachtel,Lehmstreichputz etc.,oder gar nichts nehmen, wichtig ist a) die Dampfdiffusionsoffenheit(Herstellerangaben) und das Härtegefälle nach außen um einen Eierschaleneffekt zu vermeiden.
Um eine gewisse Härte zu erreichen werden die Lehmputze abgemagert, der eine nimmt nur Sand (Trockenmörtler), die anderen Sand+ Strohhäcksel, bei beiden ist der Lehmanteil natürlicher Art, aber nicht größer als 40-45%, nur das Marketing ist bei den Bio-Herstellern besser als bei den Industriellen Herstellern...( eine Bio-Tomate kann ja auch niemals nicht aus einem Gewächshaus kommen...).
Man sollte sich aber vor Augen führen, daß man von einem Lehmputz nicht die gleichen Eigenschaften eines Gips- oder Kalkputzes erwarten kann was die Festigkeit betrifft.Ich selbst hab´alte Strohhäckseldecken, die ich erst vor ca. 5 Jahren mit GK-Decken verschalt habe, weil der Lehm immer wieder mal abgebröselt ist, ist eben ein altes Haus mit seinen speziellen Macken, mit denen man leben muß.
Im Übrigen ist es mittlerweile so, daß Lessando den Lehm-Grundputz bei maxit kauft und maxit die Lehmspachtel etc. in Kooperation mit Lessando vertreibt...



Lehmputz - sanden?



Maxit oder Claytac?
der Vorteil von Lehmputz liegt doch daran dass dieser nicht ganz abbindet und deshalb immer wieder mit etwas Wasser aus- und nachgebessert werden kann. Ich bezweifle dass dies noch möglich ist wenn man ihn mit Silikatfarbe behandelt. Auch kann ich mir nicht vorstellen das die guten Eigenschaften vom Lehmputz erhalten bleiben. Wir haben den Lehmputz der Firma volvox verwendet und die bieten auch eine Fixierung und Lehmfarbe dazu an. Das Absanden hört mit beidem auf, aber die Eigenschaften vom Lehmputz bleiben erhalten. Wobei wir die meisten Wände unbehandelt gelassen haben, falls irgendwo eine Macke auftritt wird sie mit etwas Wasser und Kelle ausgebessert. Uns war das gute Raumklima wichtig das durch den Lehmputz herrscht und ich denke das erhält man am besten wenn man ihn unbearbeitet lässt.