antiker Weichholzschrank soll Farbe nicht wechseln - ölen?

05.02.2010



Hallo, miteinander, ich habe da wieder eine Frage zur Behandlung eines antiken Weichholzkleiderschrankes: Womit behandele ich ihn schonend, er soll möglichst aber seine helle Farbe, die ich mühselig "erschliffen" habe, behalten. Beim Dielenboden vor kurzem verdunkelte sich ja die Farbe sehr stark. Stundenlanges Suchen im Fachmarkt hat mich eher verunsichert und hier sind ja nun dutzende Fachleute, die mit Sicherheit in der Praxis und nicht der Theorie leben... Wer gibt mir Tipps? Ölen oder Wachsen? Welche Marke? Freu mich auf Eure Hinweise -

LG Conny



Mit Schellack



habe ich gute Erfahrung gemacht. Das Rezept und
Anwendungshinweise findest Du im Netz.





http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=63119



oO ... Schellack?



Danke für die Hinweise, habe mich schlau gelesen und bin leider nicht überzeugt, das traue ich mich nicht. Noch andere Vorschläge? Bienenwachs? Beim googeln habe ich PNZ Antik Wachs = Bienenwachs farblos gefunden. Der Antikhändler meinte ebenfalls, er rät zu Bienenwachs? Ich möchte den Schrank net "versauen", die Farbe ist auf dem Foto (das klappt hoffentlich) gut zu erkennen, die gilts zu erhalten... muss doch gehen... ???



nochmal ich



Ähhhmmmm - oder kann der unbehandelt bleiben? bisher habe ich nur alte Truhen aufgearbeitet, das ist mein erster Schrank... die Truhen hatte ich mit Klarlack gestrichen...



Nehmen Sie...



ein Möbelhartöl, das gibt mit der Zeit einen schönen Honigton.

Eine Schellackmattine kann übrigends auch mit dem Pinsel aufgestrichen werden. Ölen ist aber definitiv einfacher.

Grüße

Thomas



Moin Conny,



wenn er dir so am besten gefällt, kannst du ihn schon unbehandelt lassen - er wird halt um die Griffe rum etwas speckig......

Die Öle die ich kenne flammen alle an - i like it.

Was auch immer du sonst draufmachst - am besten erstmal innen testen, obs dir gefällt.


Gruss, Boris



Schrank ölen



ja, moin moin, Boris,
musste dann kichern - ja, kann sein, das mit dem speckig werden der Griffe... das mit dem Schellack - ähm, ist das denn auch wirklich farblos? Was ich so las, deutete eher immer auf Eichemöbel (von natur aus ja schon etwas dunkleres Holz) hin... Sorry, bin ein zögerlicher Mensch, der immer etwas Bammel vor dem Unbekannten hat. Und ich probiere innen, die Idee kam mir dann auch... Vielen Dank schon mal und eine schöne Woche...

LG Conny ;o)



Schellack...



...kann sehr hell sein, orange oder auch rubinrot, je nachdem, wieviele der schellackeigenen Farbstoffe belassen worden sind.

Unbehandeltes Holz nimmt gern Flecken an, die auch tief einziehen können. Keine gute Idee somit.

Grüße

Thomas



Möbelhartöl



Hallo Conny,
nicht jedes Möbelhartöl ist für Schrankinnenseiten
geeignet.
Bitte Herstellerangaben beachten.
Schellack kann bedenkenlos auch auf Innenflächen
verwendet werden.

Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur



@ Hans Peter Mast



"nicht jedes Möbelhartöl ist für Schrankinnenseiten
geeignet."

Wo sehen Sie Probleme? Den Hinweis "Nicht für Schrankinnenseiten geeignet" habe ich noch nicht gelesen.

Grüße

Thomas



Nicht geeignet für Innenflächen geschlossener Möbel



Antwort auf die Frage von Herrn Böhme.

Viele Naturfarbenhersteller kennen das Problem mit intensivem
Leinölgeruch in geschlossenen Möbeln, und weisen durch einen
Hinweis z.B. : Nicht geeignet für Innenflächen geschlossener
Möbel ( Geruch ) darauf hin.
Das Problem liegt in der Polymerisation von Leinöl.
Leinöl braucht genügend Sauerstoff und Licht damit eine
vollständige Polymerisation stattfinden kann.
Dieser Prozess kann Tage oder Wochen dauern.

Wenn ich alte Möbel richte, schleife ich die Innenflächen
sehr fein und lasse diese unbehandelt.
Oder ich verwende hauchdünn Bienenwachsbalsam.

Hans-Peter Mast
Holz Pur Manufaktur



Da hatte ich...



...zuerst Ihren Eintrag in meinem Postfach beantwortet, und dann das Posting hier gelesen. Es ist klar, daß Öle genug Zeit und Luft (und auch Wärme) zum Aushärten brauchen, sonst entstehen stinkende Zwischenprodukte. Das hatten wir vor kurzem bei einem Fußboden hier im Forum. Ein dünner Auftrag sollte gerade bei den gut saugenden Innenflächen selbstverständlich sein.

Es ist auch richtig, das dem Laien zu verraten. Das Problem betrifft alle Leinölprodukte gleichermaßen. Im handwerklichen Bereich patzt man da aber allenfalls einmal.

Historisch betrachtet waren die einfacheren Möbel ganz überwiegend innen gar nicht behandelt. Für die hochwertige Vollholztischlerei heute besteht aber duchaus der Anspruch, auch innen zu behandeln. Wer außen keinen Lack wollte, mags mit Sicherheit auch innen nicht. Ich habe das Problem bislang immer durch sparsamen Auftrag und längere Trockenzeiten gelöst. Ferner gibt es (ansonsten gute) Hartöle, die endlos lange trocknen. Das ist mir 'mal mit einer Materialprobe vom AURO-Hartöl passiert, das ich parallel zu einem anderen Produkt aus dem Naturfarbenbereich (HÖ von Natural oder Naturhaus) verwendet habe, das war erst Tage später halbwegs trocken.

Noch eine Beobachtung: Hartöle mit Wachsanteilen trocknen im Vergleich zu Produkten desselben Herstellers ohne Wachsanteile deutlich langsamer.

Grüße

Thomas



Farbveränderungen



Hallo, habe mich gerade wieder "festgelesen"... so viele nützliche Infos, mein lieber Scholli...

Zaghaft die Hand heb... Habe am hinteren Fuß unten kleine "Pröbchen" aufgetragen. Tjaaaa, was soll ich nun sagen: ein guter, teurer, hochwertiger Klarlack inkl. Grundierung hat die Farbe des Schrankes am wenigsten verändert. Die anderen (1 x Öl, 1 x Wachs) haben den Schrank in eine schöne honigfarbe getaucht. Was an sich supertoll wäre - nur diesen einen einzigen möchte ich nicht so haben...

Im Moment tendiere ich also zu dem Lack *duck*

Wobei ich noch die Schellackvariante im Hinterkopf lasse, da bin ich leider aber noch nicht zu gekommen, mich darüber noch weiter zu informieren, u. a. wo ich diese Plättchen bekomme - folgt aber noch... versprochen.

Danke ansonsten für die so kompetenten Antworten!

LG Conny