Preiswerte Lehmfarbe von Ultranature

29.09.2010



Hallo liebe Lehmbaufreunde,
bei einem - natürlich rein zufälligen - Besuch im Bauhaus ist mir eine weiße Lehmfarbe von Ultranature aufgefallen.
Hammer - Preis: 22,- für 10 l.

Inhaltsstoffe:
Lehm, Kreide, Porzellanerde, Essigsäureester, Zellulose, Titandoxid, Phosphat, Natriumsalz, 1% synth. Konservierungsmittel

Zum Vergleich z. B. die Lehmfarbe von Lesande(Bravo):
Tonmehle, Pflanzenstärke, natürliche Zellulose, Kreide,
Marmorgranulat, Pigmente, Tonmehle, Wasser
Preis: jenseits von 20,-

Konservierungsmittel sind wohl nötig, da es keine trockene Farbe ist.
Titandioxid wohl für die weiße Farbe?
Phosphat ??

Kennt jemand die Farbe von Ultranature bzw. kann davon abraten?

Wäre schön, wenn die Lehmfarbe in preisliche Regionen kommt, die man auch von den anderen Farben her kennt...

Ich wollte die Decken zunächst mit Kalkfarbe streichen. Jedoch empfinde ich die wässrige Konsistenz gerade bei der Verarbeitung eines Deckenanstrichs als sehr störend. Alternativ möchte ich daher dann lieber eine Lehmfarbe nehmen.

Grüße
Gerry



Titandioxyd



ist richtig ein Weißpigment, und nicht unbedingt der natürlichsten eines.
Essigsäureester dürfte sich beim Verarbeiten eher negativ auf den Geruch auswirken würde ich einmal annehmen.

Ich bin weder Chemiker noch maler, aber bei den Inhaltsstoffen schreit mein Bauchgefühl: "Leimfarbe nehmen, die ist das selbe, billiger und weniger Müll drin!" (klassische Leimfarbe besteht aus Wasser, Kreide als Weißpigment, Ton als Füller sowie Zelluloseleim).





Hallo Kellergassenkatze,
Leimfarbe mag nich schlecht sein, jedoch möchte ich bei den Wänden gerne im Lehmbereich bleiben, da diese mit Lehm verputzt sind.
Außerdem möchte ich gerne wissen, ob es bei dem günstigen Preis von 22,- je 10l Lehmfarbe ein par Haken gibt.
Die anderen Lehmfarbenhersteller lassen sich die Farbe m. E. etwas zu üppig bezahlen...

Leimfarbe wäre evtl. etwas für die Decken, die mit Gips verputzt sind?

Grüsse
Gerry



Ich sehe



(falls es sich bei der Zellulose um Zelluloseleim handelt) keinen unterschied zwischen diesem Produkt und normaler Leimfarbe!

Und nur so als kleiner Hinweis wie vor 100 jahren mit Lehm umgegangen wurde... hier im Haus wurden die Mauern aus gebrannten Ziegeln mit Lehm aufgemauert, bekamen einen Lehm-Grobputz, darüber einen Kalkzement-Feinputz, die Decken einen Gipskalk-Feinputz und dann wurde mit Leimfarbe gestrichen.

Wenn Lehm unbedingt im namen enthalten sein soll, würde ich eher an etwas wie die Kalk-Lehm-Creme von Auro denken, die habe ich aber selbst noch nie ausprobiert. Im Bauernhaus wurde Lehmputz im Übrigen fast ausnahmslos gekalkt und sonst nichts. Sumpfkalk, Wasser und unter Umständen ordentlich Pigment.



Lehmfarbe / Leimfarbe



Ist sich sehr ähnlich bzw. mehr oder weniger das gleiche... Von daher hat die Kellergassenkatze recht. Habe eben mal nach der Ultranaturelehmfarbe gegoogelt und bin dabei auf eine interessante Diskussion im Nachbarforum gestoßen.

http://forum.igbauernhaus.de/viewtopic.php?f=4&t=1345

Viele Grüße
Mathias



warum sollen synthetische Konservierungsstoffe notwendig sein ?



Doch wohl nur weil der Anbieter Ihnen Wasser verkaufen will, also im Eimer fertig angerührte und -Dank Titandioxid-weiße Lehmfarbe. Unsere TEX-BIS LehmFarben KS-1 liefern wir für neto 32 Euro /10 ltr.-Gebinde als Trockenpulver bestehend aus fein gemahlenen farbigen Lehmen und Zellulose (eine speziell modifizierte Kartoffelstärke) fertig gemischt in 17 fertigen Farbtönen. Sie müssen also auch keine teuren Farbpigmente kaufen. Im Hinblick auf Vermeidung von gesundheitsschädlichen Zusätzen verkaufen wir unseren Kunden kein Wasser. Kein Kunde hat sich bisher jemals beschwert, weil er unsere LehmFarbe oder den TEX-BIS Lehmstreichputz in Wasser einsumpfen muß.



Also



mir ist der Web-Auftritt von Ultranature mehr als suspekt.
Keine wirklichen Informationen, nur "Reklameaussagen".
Über´s Impressum findet man dann "Reincke Naturfarben", die an anderer Stelle als Hersteller "chemischer Grundstoffe" geführt werden.
Ich trau dem Braten nicht ;-)).
MfG
dasMaurer



Kurz:



wenn es 100% Bio sein soll, Kalk-Kasein selbst mischen oder von Kreidezeit Farben kaufen, die Farben in Pulverform enthalten soweit ich mich erinnern kann laut Volldeklaration keine Konservierungsstoffe. Sonst auf die Etiketten achten und billige Lehm- oder Leimfarbe kaufen, für das Raumklima ist die Wirkung vermutlich gleich, es sind halt möglicherweise Konservierungsstoffe drin.

Übliche Leimfarben basieren auf Methylzelluloseleim, ich weiß nicht, was der für Gesundheitsauswirkungen hat. In den Inhaltsangaben mancher Lehmfarben (siehe Link oben) kommt er auch vor. Übrigens ist auch Tapetenkleister Methylzellulose (daher kommt wohl der Markenname Methylan).

Alle diese Farben dürften im Gegensatz zu reinem Kalk und Silikatfarben nicht für potenziell Feuchte Wände geeignet sein (Keller, ebenerdige Wohnräume ohen Horizontalsperre bzw. mit Gefahr von Kondenswasserbildung, usw.), ansonsten habe ich mit Leimfarbe aber beste Erfahrungen, auch in Küche und Bad.





Leimfarbe für meine Decken würde ich evtl. gerne mal ausprobieren. Wie sieht es denn mit der Optik aus?
Glänzend, matt,...
Wie ist denn die Konsistenz der Farbe? Milchig wie Kalkfarbe oder eher wie Dispersionsfarbbe?

@Schilling
Die Zutaten und der Preis hören sich vernünftig an und würden mir auch eher zusagen, als das Bauhaus-Produkt. Es gibt aber auch leider viele Konkurrenzprodukte, die m. E. richtig teuer sind (teilweise 100% mehr als Ihr Produkt). Das erkläre ich mir einfach damit, dass eine bestimmte Käuferschicht eben bereit ist, für den vermeintlichen Gesundheitsaspekt und beworbenen Qualitäts-Unterschied zu löhnen. Ich spreche hier von weißen Farben ohne teure Farb-Pigmente. Gibt es im Raum Wuppertal einen Lieferanten für Ihre Farben?

Grüsse
Gerry



Leimfarbe



ist absolut matt und von der Konsistenz Dispersion relativ ähnlich. Solange sie feucht ist, deckt sie kaum, zur Beurteilung daher immer trocknen lassen, üblicherweise über Nacht. Zweimaliger Anstrich ist fast immer notwendig, bei sehr dunklen Untergründen dreimalig.

Prinzipiell ist sie bei Renovierungen überstreichbar, allerdings nur in einem gewissen Zeitraum. Ich habe viele Räume mit 3-4 verschiedenen Leimfarbanstrichen übereinander gesehen, aber bei meinen Versuchen <20 Jahre alte Leimfarben zu überstreichen haben sich immer die alten Farbschichten angelöst. Dann hilft nur feucht abkratzen (Abwaschen ist zum Überstreichen mit Leimfarbe unnötig).



Infos für Gerry:



Wir liefern unsere hochdeckenden Lehmfarben per Paketdienst oder Spedition direkt ab unserem Werk zur bundesweiten Kundschaft-ohne teuren Groß-oder Zwischenhandel. Zur wirklichkeitsgetreuen Farbauswahl halten wir keine Prospekte, sondern Original-Farbtonkarten und LehmFarben-Probiersets im Lieferprogramm. Schau einfach mal rein im Internet bei www.texbis.de





Hab mir heute erstmal Leim und Kreide aus dem Öko-Baufachmarkt besorgt, um die Farbe mal zu testen. Vorbereitungszeit min. 12 Std., da Leim und Kreide separat ca. 12 Std. eingeweicht werden sollen, bevor sie die "Ehe" eingehen dürfen. iSt natürlich schon ein kleiner Minuspunkt im Vergleich zu den anderen Voll-Fertigprodukten. Aber die Zeit nehme ich mir gerne.

Übrigens kostet da z. B. Lehmfarbe von Volvex im 10 kg-Gebinde um 80,- €. Hab einen kleinen Probebecher Lehmfarbe mitbekommen, den ich dann gegen die Leimfarbe antreten lassen werde. Zusätzlich kommt noch Kalkfarbe und Trocken-Lehmfarbe dazu - mal sehn, wer gewinnt.

Grüsse

Gerry



Eigentlich



gibt es (z.B. von Kreidezeit) durchaus fix fertiges Leimfarbpulver, das nur mehr mit Wasser gemischt wird. Selbstmischen wird am Anfang sicher ein Experiment um das richtige Verhältnis Leim-Kreide zu finden, so daß die fertige Farbe nicht mehr abkreidet.

Ich muß ehrlich sagen ich habe bislang entweder Moltoflott (Pulver, nach 30 min. gebrauchsfertig) oder fix fertig gemischte Leimfarbe im 20l-Kübel gekauft, wobei mich Moltoflott vom Resultat verglichen mit der Eigenmarke des örtlichen Farbenhändlers deutlich mehr überzeugt hat.





Hab auf die Schnelle keine Fertigmischung gefunden. Leim (Glutolin L) kostet 7,-/129 gr und Kreide aus Frankreich ca. 17,-/25 kg.
Nach Rezept wird 125 gr Leim mit 3 l Wasse angesetzt und 5 kg Kreide mit 2,5 l Wasser. Ergibt also um 11 kg Farbe, die für ca. 40 qm reichen soll.
Kosten: 7,- € für Leim und 3,5 € für Champagnerkreide. Den Leim könnte man vielleicht auch für unter 4,- bekommen. Also zumindest preislich ein Hammer!

Sollte die Verarbeitung und das Endergebnis auch noch stimmen, dann wäre ich vollstens zu Frieden.

Übrigens hab ich gerade die Volvox-Lehmfarbe "appliziert". Schöne Konsistenz - wie Dispersionsfarbe -, wenig Geruch, Deckkraft auf rel. glatten unbehandelten Lehmputz im feuchten Zustand so lalal. Mal abwarten, wie es trocken aussieht...

Grüsse
Gerry



Wie gesagt



handgemischte Leimfarbe erfordert Übung bzw. Experimentieren mit der Leimmenge, bis das Resultat in trockenem Zustand nicht mehr abkreidet. Bei einer guten Leimfarbe kann man auch mit Kleidern anstreifen ohne sofort weiß oder bunt zu sein.
Preislich dürfte sie nur von reinem Sumpfkalk zu schlagen sein.
In das mir bekannte Rezept für Leimfarbe gehört übrigens noch Ton als Füller, der hiesige Begriff ist Stiftelton. Dann dürfte sie besser decken.

Mein wildestes Experiment war ultramarinblaue Leimfarbe ohne Füller... egal wieviel Leim ich verwendet habe, die konnte ich NIE am Abkreiden hindern. Im Endeffekt hatte ich glaube ich die dreifache Menge der GLutolin-Packungsbeilage für Kreide drin und man ist immer noch leuchtend blau wenn man anstreift.

Weiß jemand, wie vor 100 Jahren die Vollton-Leimfarben gemischt wurden?
Daß das Kaseinfarben waren glaube ich eigentlich nicht unbedingt, dazu sind mir die Reste die man unter anderen Farbschichten findet zu wasserlöslich.