Neue Kalkfarbe auf alten Kalkanstrich - Frage zur Grundierung....

19.12.2007



Hallo Leute!

Ich bin grad dabei bei meinem alten Häuschen das Stiegenhaus zu renovieren.
Mittlerweile bin ich bei dem Farbanstrich angelangt.

Derzeit befindet sich ein sehr alter Kalkanstrich auf den Wänden, der natürlich sehr stark kreidet.

Jetzt stellt sich für mich als Laie die Frage:

1. Kann ich die neue Kalkfarbe direkt auf die alte Aufbringen oder

2. Soll ich die alte Farbe nur mit einem Schwamm und etwas Wasser vom Staub befreien und danach drübermalen oder

3. Soll ich vor dem neuen Farbauftrag mittels Tiefengrund den bestehenden Anstrich vorbehandeln?

Wäre euch dankbar wenn Ihr mir weiterhelfen würdet!

mfG
Franz Lang



Kalkanstrich



Ich bin zwar kein Maler,
aber ich würde alle alten, losen Farbschichten erst einmal abwaschen, egal ob Kalk (den ich als kreidenden Untergrund anzweifle) oder Kreide.
Zum neuen Farbaufbau kann ein Maler sicher mehr sagen.

Viele Grüße



Kalkfarbenanstrich



Kalkfarbenanstriche lassen sich nicht naß abstoßen oder abwaschen, sie müssen trocken beseitigt werden. Die Kalkschalen würden sich durch das Vernässen nicht erweichen wie die Leimfarben. Besonders harte Schichten müssen mit einem Hammer leicht abgeklopft werden. Ist das zu zeitraubend oder schwer möglich, so ist zu empfehlen, die Kalkschichten mit einem strammen Kleister zu überstreichen, den man durch starken Luftzug schnell trocknen läßt. Dadurch entstehen in der Kalkfarbe so hohe Spannungen, daß die einzelnen Schichten abblättern. Das ist müheloser als das Abklopfen. Sind aber mehrere Kalkfarbschichten vorhanden, so verlangt jede Schicht für sich die Kleisterbehandlung. Durch ein bloßes Annässen lockern sich die einzelnen Kalkfarbenschichten lediglich gegenseitig und lösen ihre Bindung mit dem Untergrund. Dadurch wird die Gefahr der späteren Abblätterung vermehrt, weil sich die Ablösung erst später bemerkbar macht. Darum sind alte Kalkfarbenanstriche nicht mit Wasser zu behandeln. Sie sind nach der Vorarbeit auch nicht mit Werkstoffen zu überstreichen, die eine höhere Spannung haben als die alten Kalkfarben.Mit dem Kalkputz versteinerte Kalkfarben und Kalkmilch, die durch Bürsten und Kratzen nicht entfernt werden können, ohne die Putzschicht zu beschädigen, sind ein brauchbarer Untergrund. Schmutz und Staub kann hierbei unbedenklich naß entfernt werden.
"Die Praxis des Malers", Berthold Panzenhagen, 1953





Hallo

Falls es wirklich stark kreidet, hilft wohl nur abbürsten (oder die Kleistermethode, ob das wirklich so einfach, ist weiß ich nicht): es gibt so ovale Drahtbürsten mit einer Schlaufe für die Hand. Damit den Kalk von der Wand bürsten. Staubt saumässig, geht durch die Klamotten, geeignete Staubmaske und dichte Brille unbedingt nötig. Alles aus dem Zimmer entfernen, Boden/Türen gut abdecken(mit dicker Folie und Malerband abkleben, Ritzen zu Nebenzimmern gut verschließen, Schmutzschleuse einplanen, wenn sich der "Nebel" gelichtet hat, kann man nach einer Grobreinigung mit dem Staubsauger (ist hochfeiner Staub, verstopft schnell alle Filter) noch einiges auffangen, danach mit Essigreiniger und viel Wasser einige Male den Staubschleier wegwaschen.

Ich habe das bisher nur in Kirchen gemacht, war eine Riesensauerei, Abends hat man am ganzen Körper Kalkstaub, Riesenmuskelkater und Oberarme wie Arnold.


Ich weiß nicht ob es auch irgendwelche Maschinenaufsätze gibt die das so erledigen.


Vorteil ist: mit der Farbe geht auch sämtlicher Dreck runter und man hat dann wirklich eine "frische Wand " (ohne den Dreck der Jahre mit Tiefgrund für immer an die Wand zu "kleistern")
Viel Spaß
Dorothée

Wenn es nur leicht kreidet: Ich glaube mich zu erinnern das das überstreichen des alten Kalkes mit Sinterwasser (das ist das Wasser das sich vom Sumpfkalk abgesetzt hat) helfen kann. Da dass aber schon einige Zeit her ist bin ich mir nicht mehr sicher. Vielleicht einen Versuch wert.