Was ist in "fertiger" Sumpfkalkfarbe?

03.03.2008



Na Sumpfkalk, klar oder? ;-)))

Hintergrund meiner Frage ist, dass ich seit einiger Zeit mit verschiedenen Farbrezepturen experimentiere. Bei der Verwendung von reinem Sumpfkalk (3 Jahre) und ca. 3% Leinöl hab ich zwar eine ganz gute Deckkraft und ein schönes weiß, aber das Ergebnis wirkt immer etwas "unruhig". Das liegt wohl daran, dass der Auftrag nie 100% ebenmäßig zu werden scheint und sich das Licht entsprechend immer etwas anders bricht. (Aufgetragen wurde übrigens mit Bürste im Kreuzgang)

Jetzt wollte ich mein Ergebnis mal gegen eine gekaufte Farbe testen und habe mir einen Kübel Haga Kalkfarbe gekauft. Laut Auskunft vom Händler 98% reiner Sumpfkalk. Was die restlichen 2 % sind konnte er mir nicht sagen. Und auch die Homepage schweigt sich über die Inhaltsstoffe aus.

Das Ergebnis: Die Konsistenz und Verarbeitbarkeit ist bei beiden Farben sehr ähnlich. Die Deckkraft und das weiß ist bei beiden Farben ebenfalls fast identisch. Allerdings trocknet die gekaufte Farbe deutlich schneller und das Ergebnis ist ein sehr gleichmäßiges, mattes weiß. Und leider muss ich zugeben, dass mir das besser gefällt als meine Mischung. :-(
Ich hab dann auch mit höheren Verdünnungen und mehreren Farbschichten von meiner Farbe experimentiert, aber das Ergebnis ist das selbe.

Jetzt frage ich mich also was die Damen und Herren von Haga zu 2% in den Sumpfkalk mischen können, das dieses schöne, gleichmäßige Auftragergebnis produziert.

Hat jemand einen Tipp wie ich auch ein ebenmäßigeres Ergebnis bekomme?

Dank vorab und viele Grüße,
:-) Tobias





aus HAGA Inhaltsstoffliste
Kalkfarbe : Cellulosefasern/ Pulver, Kreidemehl, Leinöl-Standöl, Leitungswasser, Naturharz/ Pflanzenharz, Sumpfkalk, Talkum, Titandioxyde, Tonerdemehl, Weisskalkhydrat



Zur Messe...



...war auch HAGA mit einem Gemeinschaftsstand mit Gräfix präsent.
Hätte ich die Frage eher gewußt, so hätte ich da auch gleich nachfragen können.
Kenne das Produkt leider nicht persönlich, also kann ich auch keine definierten Antworten abgeben.

@Thomas
Wenn Deine Recherchen zutreffen, dann ist es auch keine reine Sumpfkalkfarbe mehr.

Nachfrage:
Kurze Erklärung zum Tathergang!!
Erbitte Verarbeitungsschritte zum Auftrag der "Kalkemulsion".

Malerische Grüße,
Kirchenmalermeister Zänker





@Kay
Steht so unter www.haganatur.de, ganz unten links unter Inhaltsstoffe (PDF).



Der Tathergang ...



Wie gesagt, ich bin am experimentieren. Der Untergrund ist immer eine mit Ardex 828 gespachtelte und geschliffene Wand. Die habe ich einmal mit einer Kaseingrundierung eingelassen, einmal mit einem Mineralgrund und einmal die Kalkfarbe direkt aufgetragen.
Die selbst angerührte Farbe besteht aus 1 Teil Sumpfkalk und ca. 2 Teile Wasser, sowie ca. 3% Leinöl.
Aufgetragen habe ich die Farben (also Haga vs. Eigenbau) immer in zwei Schichten mit der Kalkbürste - erst horizontal und dann vertikal bei jedem Durchgang.
Ich habe zunächst den Untergrund mit der Gardenaspritze befeuchtet. Später habe ich es dann auch mal ohne vornässen versucht.

Ergebnis:
1) Farbe ohne vornässen auftragen gibt eine deckendere Schicht. Jedoch ist das Auftragen auf eine Feuchte Wand einfacher.
2) Farbauftrag auf Mineralgrund ist subjektiv etwas "zäher", jedoch deckt die Farbe ofenbar besser (bleibt wohl mehr Material haften). Zwischen nicht vorbehandelter Wand und Kaseingrundierter Wand besteht subjektiv kein Unterschied.
3) Die Fertigfarbe trocknet schneller und fühlt sich nach dem Trocknen rauher an als die Selbsbaufarbe. Jedoch stellt sich eine vollkommen gleichmäßige Oberfläche ein. Bei jedem Lichteinfall schein die Oberfläche der Haga Farbe völlig gleichmäßig matt-weiß. Die Selbstbaufarbe hat von vorne betrachtet genau das gleiche weiß. Wenn man die Wand jedoch in einem Winkel betrachtet, dann scheint das Weiß "unruhiger" als das Fertig-Weiß. Manche Stellen glänzen leicht, andere Stellen wirken matter.
Es ist schwer zu beschreiben, aber die Oberfläche der Fertigfarbe wirkt komplett glatt, wohingegen die Selbstbaufarbe "lebendiger" wirkt.

Mein Ziel ist auch nicht die (sündhaft teure) Fertigfarbe zu 100% nachzubauen. Ich möchte meine Wand nur noch einen Tick gleichmäßiger hinbekommen. Deswegen bin ich auf der Suche nach Tipps welche Zusätze ggf. das Ergebnis noch verbessen.

Dank vorab,
:-) Tobias







Weißerer Kalk



Der Trick scheint das Titandioxyd zu sein: mit 20% knallharter Chemie aus Duisburg kriegt man alles weiß.
Die Erwähnung der "Sumpfkalkrezeptur" scheint mir dann von der marketing-Abteilung zu stammen.

Grüße vom Niederrhein



Nicht unbedingt weißer soll es werden ...



... nur eben gleichmäßiger.
Ich habe noch nie Titanoxyd ausprobiert. Wobei ich auch schon gehört habe, dass es aus weiß, weißer machen soll. Aber macht es auch gleichmäßiger?
Aus dem Bauch würde ich eher auf die Harze tippen, aber auskennen tue ich mich damit leider nicht. :-(

Beste Grüße!



Weißer - gleichmäßiger



zumindest stammt das Zeug aus standardisierter und reproduzierbarer Industrieproduktion; das spricht für relative Gleichmäßigkeit.

Grüße





Da vertraue ich nur auf das altbewärte mit entsprechender Technik selbstverständlich; denn - Rezepturen ändern sich nun mal, weil sich eben die ganze Bauweise ändert.
Bleibt also die "fertige Sumpfkalkfarbe" in zwanzig Jahren noch die selbe?
So kann ich auch nach zwanzig Jahren, wenn nötig, beim Kunde XY mit "nicht fertiger" Sumpfkalkfarbe streichen, weil der Aufbau eben Sumpfkalk ist.
Sumpfkalk kann nicht verschwinden, weil das Vorkommen enorm ist, jedoch das Wissen (und Wissen wollen) wie man ihn nutzt schon.

Es soll ja schon rollbare! Sumpfkalkfarbe????? geben.
Da haut´s dir doch den Sack in die Wüste - Entschuldigung!

Grüße

Mladen



Bei manchen Fragen ----



---- und Antworten steht mir mein " Fiffli " auch fast
unverrückbar nach " hinten " --- Bitte ebenfalls um Entschuldigung -- " Spaß muß sein, sprach Wallenstein ----- -- GRINS !- A. M.





...und die Frage die ich mir immer wieder stelle; "Wieviel Prozent Sumpfkalk ist denn da noch vorhanden?"

Viele Grüße

Mladen





Mist...

Was ist mit Sumpfkalk eigentlich gemeint - Heute.
Das muss man sich ja schon Fragen oder.

also dann

Mladen



Na ja, Mladen, ---



--- jedenfalls kenne ich es noch aus meiner Kinderzeit, daß
auf den alten Bauernhöfen stets eine Sumpfkalkgrube vorhanden war- obwohl auf dem damaligen Gebiet der DDR schon längst die LPG - ( Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaften ) eingeführt waren und die Besitzer der Höfe eigentlich nur noch Arbeitnehmer waren, welche einfach dulden mussten, daß ihre Grundstücke und Gebäude " zum Wohle des Volkes " ver-wendet und teilweise auch ver-braucht wurden. - Der Vater meines besten Schulfreundes
hatte ein kleines Bauunternehmen. Auch auf dem Firmengelände der kleinen Baufirma befanden sich mehrere
Sumpfkalkgruben, welche bis Mitte der 1960 - iger Jahre sehr gepflegt wurden.
Wollte hiermit einfach ein paar Gedanken zum Thema " Sumpfkalk " in das Forum werfen. Bin ein Tischler, der eigentlich keinen Kalk zur Ausführung seiner Arbeiten braucht.
--- oder doch ? -- vielleicht zur Selbstherstellung von Kaseinleim - oder der Verwendung des sogenannten " Wiener Kalkes " als hochfeines Schleifmittel zur Herstellung des
Endglanzes von Schellackpolituren . -
Grüße aus Nordsachsen -- Andreas Milling



Das ist doch nicht der Punkt



Hallo Mladen,

"Sumpfkalk kann nicht verschwinden, weil das Vorkommen enorm ist, jedoch das Wissen (und Wissen wollen) wie man ihn nutzt schon."

Da hast Du ganz recht - deswegen frag ich ja. Ich habe jetzt einige Zeit mit selbstangerührter Sumpfkalk experimentiert und wollte das Ergebnis gegen eine fertige Farbe testen. Und ohne jetzt jemandem zu nahe treten zu wollen, sollte man das auch tun bevor man sich zu den Unterschieden mit hohlen Phrasen äußert.
Es ist mit nichten so, dass die fertige Farbe "weißer" wäre. Man kann kaum einen Übergang ausmachen wenn man die Haga Farbe direkt neben eine reine, selbst angerührte Sumpfkalkfarbe streicht. Auch die Verarbeitung und die Konsistentz sind eigentlich identisch.

Der Unterschied ist, dass die fertige Farbe ein matteres und sehr homogenes Weiß als Ergebnis liefert, wohingegen die selbst angerührte Farbe mir einen Tick zu "lebendig" ist.
Der zweite Unterschied ist, dass 10Kg von der fertigen Farbe fast 60 Euro kosten - mehr brauche ich dazu wohl kaum sagen.

Und um auf das Zitat weiter oben zurückzukommen. Weil ich nicht alles weiß, habe ich gefragt wie ich mein Ergebnis noch verbessern kann. Aber Antwort hast Du leider auch keine für mich gehabt.

Nix für ungut und viele Grüße,
:-) Tobias



etwas daneben



Hallo Tobias,

habe weder Deine Versuche kritisiert noch bin ich Auf Deine Frage eingegangen. Dich habe ich also niemals gemeint. Hoffe das ist jetzt klargestellt.

Schau mal Tobias. Die Produkte die wir verwenden sind alle von eigener Hand gemischt, und wir verwenden niemals!Fertigputze oder Fertigfarben (da sind mir einfach zu viele Zusätze drin also zu viele technische Verfahren, zu viel Abhängigkeit, zu viel Unsicherheit, zu viel Unehrlichkeit...
Dementsprechend reagiere ich - halt so wie ich bin.
Jeder ist das was er sein will.

Mir ist kein weisseres Weiss als Sumpfkalk bekannt.
Vielleicht solltest Du einfach mal die Technik ändern und nicht Deinen 3Jährigen Sumpfkalk in Frage stellen.

Welchen Untergrund willst Du denn streichen?

Grüße

Mladen



Du Andreas



Holz ist so ein wunderbarer Werkstoff.
Das letzte Möbel das ich gebaut, ist eine Wohnwand aus Kiefer.
Was ich feststelle ist, man bekommt bei der Holzverarbeitung "andere" Hände wie beim Kalk oder Metall.

Was ist wohl aus den Gruben geworden?

Grüße

Mladen



Ach Mladen, --



--- die Gruben gibt es leider schon lange nicht mehr.
Auch hatten wir in unserem Ort bis ca. 1973 noch eine ganz alte Ziegelei mit eigener Lehmgrube. Inzwischen arbeitet man fieberhaft daran, herauszufinden, ob der noch existierende Ringbrandofen vielleicht der weltweit erste
und einzige noch ist, der nach dem " Hoffmann - Prinzip "
arbeitete. Leider ist der Ofen in einem bedauerlichen Zustand. Wollen hoffen, daß Fördermittel zur Rettung dieses einzigartigen technischen Denkmals ergattert werden können.
Uff ! , Mladen, jetzt hast Du mich aber fast sprachlos gemacht, weil Du geschrieben hast, daß Du gelegentlich auch Möbel aus Holz anfertigst. ---- Bisher dachte ich, daß Euer
Mobiliar aus filigran gemauerten Möbeln besteht, welche
auch noch liebevoll mit feinsten Stuckprofilen geschmückt sind. -- ( ein Schelm heut wieder ! ) - Aber Mladen, Du hast recht, Holz ist ein wunderbarer Werkstoff, den man während der Verarbeitung immer wieder zärtlich mit gutem Sandpapier streicheln muß, damit man nicht unnötig viele
Splitter aus seinen zarten Tischlerpfoten herauspinzettieren muß.
Liebe Grüße, Andreas



Andreas



überlegt man wieviele Steuergelder verschwendet wurden, letztes Jahr - schon wieder...

Ein Sprichwort sagt:
Der Schuster hat die ... Schuhe

unser Mobiliar ist schon alt und aus Holz. Der Schreibtisch an dem ich jetzt sitze, sicher 200 Jahre alt (Buche) und wenn ich den so begutachte, werden vielleicht meine Enkelskinder noch Freude an ihm haben:-)
Gott schütze das ehrbare Handwerk!

herzliche Grüße

Mladen



Ja Mladen, Gott möge das ehrbare Handwerk beschützen ---



--- jedenfalls die restlichen guten Handwerker, die sich
nicht schon selbst zu Einbaukulis der Baustoff / Bauelementeindustrie degradiert haben.
Herzliche Grüße -- Andreas



...mein lehmiger Senf nun auch noch!



Um auf die Thematik zurückzukommen, möchte ich hier nun ganz einfach einmal die Situation noch einmal wieder auf die "weiße Farbe" zurückbringen.
Eigenmischungen werden stets die Lebendigkeit haben und sollen diese auch.
Wenn man sich nun die angesprochene Farbe von HAGA ansprechend anschaut (Zuschlagstoffe!), so kann man doch festhalten, daß es keine Sumpfkalkfarbe im Sinne dessen mehr ist.
Und was man nun auch noch betrachten sollte, ist folgendes, daß man stets herauslesen kann, daß man eigentlich eine Sterilität haben möchte (gewohntes Ambiente!!) und dies wenn möglich, aber mit natürlichen Materialien.
Und dazu haben sich einige Hersteller positioniert und den Kundenwünschen entsprechend rezepturen entwickelt, die dem entsprechen.

Welche Fragen bleiben nun noch offen??

Zusammensetzung von HAGA (wurde bereits oben einmal beziffert!!):
Cellulosefasern/-pulver, Kalksteinmehl, Kreidemehl, Leinöl-Standöl!, Leitungswasser (Trinkwasser kostet Geld!!), Naturharz/Pflanzenharz, Sumpfkalk, Talkum, Titanoxyde, Tonerdemehl, Weißkalkhydrat.

Nachdenkliches zum Thema

Udo





Hallo Andreas,

..also eine Stuhl oder sonstwas für jemanden anderen zu fertigen...das würde ich mich nicht getrauen, da würde ich schon den/die erfahrene/n Tischler/in, Schreiner/in, empfehlen:))
Es wird ein schönes Hobby bleiben:))

Herzliche Grüße

Mladen





Hallo Udo,

nun bin ich mir nicht mehr ganz so sicher ob Du schon mal bei einer bewohnten Wohnung einen Astrich auf vorhandener Kalkfarbe gemacht hast.
Es ist viel einfacher eine Fertigfarbe zu nehmen.
Reine Sumpfkalkfarbe braucht da schon mehr Vorbereitung Beobachtung und Pflege und Wasser. Um eben auch wischfest zu bleiben.

Grüße

Mladen



Wegen dem Wasser?



Hallo Mladen,

mein Haus ist - sagen wir mal - teilbewohnt. Aber wo siehst du das Problem? Man bringt halt eine Menge Wasser ein, aber damit macht man doch auch nicht mehr Sauerei als mit einer schlechten Baumarktfarbe. Oder habe ich Deinen Kommentar nicht richtig verstanden?

Die Haga Farbe ist übrigens definitiv einfacher, bzw schneller zu Verarbeiten als reiner Sumpfkalk. Aber das sollte ja auch das mindeste sein, bei dem Preis.

Jetzt aber noch eine praktische Frage hinterher. Ich habe neulich gelesen, dass man für Kirchensanierungen (und ähnliches) bis zu 30 Jahre alten Sumpfkalk verwendet. Wie genau unterscheidet der sich von - sagen wir - 3jährigem Sumpfkalk. Weißer ist er wohl nicht. Ist er "feiner" in der Körnung?

:-) Tobias



Sumpfkalkfarbe-wolkenbildung



Hallo Udo,

Du beschreibst etwas, was wir ja auch sagen, nämlich die lebendigkeit, (darüber mache ich mir gar keine Gedanken mehr:-)beim einmaligem farbigem Anstrich fällt es noch mehr auf.
Aber (mal anders gefragt) hattest Du schon mal einen Untergrund, wo ewig saugt und saugt? So habe ich mir das beim Tobias Stötter vorgestellt.
Wir hatten das einmal. Das Ergebnis war erschreckend, es gab sogar Stösse ohne Ende. Schlimm dabei, wie lange hält die Abdeckung der Böden dicht. Wir haben nach einer Wandfläche kapitulieren müssen, den der Kunde war gar nicht glücklich, wir auch nicht...
Auf Untergründen zu streichen wo man nicht kennt, ist halt nicht schön.

Viele Grüße

Mladen



alter Sumpfkalk



Hallo Tobias,

Mit Fertigfarbe habe ich keine Erfahrung.
Wenn Du 30Jährigen Sumpfkalk hast, dann probier mal 1:15 und steigere bis 1:8 vielleicht bist Du dann eher zufriedener mit dem Ergebnis. Ob der Preis noch stimmt?
Der ältere Sumpfkalk ist feiner, das kenne ich auch so, aber von Körnung kann man da nicht sprechen.

Grüße und viel Spaß

Mladen



Experimente mit Kalkfarbe



Hallo Tobias,
habe erst jetzt deine Frage gelesen.
Aber da auch ich mit selbstgemischten Farben experimentiere, möchte ich dir meine Erfahrungen mitteilen. Auch meine Weisskalk-Kasein-Anstriche sind leicht wolkig und unregelmässig (nebenbei finde ich das schöner als gleichmässige, wie geleckt aussehende Anstriche und künstlich pseudorustikalisiere Schwammtupftechniken). Aber zu deinem Problem: Meine Kalkfarben sind immer leicht opak (durchscheinend), d.h. es schimmert immer ein wenig der Putz durch und der ist wegen unterschiedlicher Saugfähigkeit, leicht variierender Mischung und Oberflächenbehandlung nun mal nicht immer 100% gleichmässig. Versuch doch mal eine Beimischung von feingemahlener Kreide (gibt es als Sackware im Biobaustoffhandel). Die dient als Füllstoff und Weisspigment. Übrigens ist Titandioxid auch nichts weiter als ein Weisspigment, das z.B. auch in Zahnpasta drin ist. (O.K. die Herstellung ist eine Öko-Sauerei). Ich habe für den Wandanstrich folgende Rezeptur verwendet:

1 kg Magerquark
200g Sumpfkalk
1 kg Kreide
evtl. Magermilch zur Verdünnung

Weitere Rezepte auf der sehr empfehlenswerten Seite von Kremer-Pigmente.

Beim Streichen ständig die Farbe umrühren, weil sich die Kreide unten absetzt, wenn du dann losstreichst hast du am Anfang die stark verdünnte Farbe und zum Schluss wird es immer dicker.
Vielleicht ist das auch die Ursache für die Unregelmässigkeiten?



Große Fortschritte ...



Hallo Klaus,

danke für die Tips. Ich habe aber in der Zwischenzeit auch weiter experimentiert und zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen.

A) Der Sumpfkalk den ich ursprünglich verwendet habe ist Mist! Der wurde mir zwar als mehrjähriger Sumpfkalk verkauft; nachdem ich jetzt aber Sumpfkalk vom vertrauenswürdigen Fachhändler bezogen habe kenne ich den Unterschied zwischen gerade eingesumpftem Kalk und mehrjährig gelagertem Sumpfkalk.

B) Nachdem ich keinen hatte der mir gezeigt hat wie man die Farbe richtig aufbringt bin ich nach zig Versuchen zu folgendem Ergebnis gekommen:

Farbmischungen:
Grundierung Kaseingrundierung (4 Teile Magerquark, 1 Teil Sumpfkalk und eine Hand voll Alaunsalz pro Eimer)
1. Anstrich Sumpfkalk:Wasser 1:4
2. Anstrich Sumpfkalk:Wasser 1:2
3. Anstrich Sumpfkalk:Wasser 1:3
Wenn notwendig 4. Anstrich 1:4
Das Ergebnis ist dann eigentlich immer ziemlich deckend.

Farbauftrag:
Da ich leider keinen hatte der mir gezeigt hat wie es richtig geht war da leider auch viel try and accident notwendig.
Jetzt bin ich aber darauf gekommen, dass es am besten so geht:
1. Wand/Decke mit der Gardenaspritze so richtig schön nass spritzen. Die Wand muss sich schön voll saugen, soll aber nicht triefnass sein (v.a. die Decke).
2. Farbe mit der Bürste auftragen.
3. Farbe mehrere Minuten immer mal wieder überstreichen - also sie nicht gleich antrocknen lassen.
Je öfter man überstreicht um so gleichmäßiger und "glänzender" wird das Ergebnis.
4. Keine Zugluft und schön langsam rocknen lassen. Wenn ich das Gefühl habe, dass es zu schnell geht, dann kommt nochmal die Gardenaspritze zum Einsatz.
5. Gut trocknen lassen bevor man das Ergebnis beurteilt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Wände mehrere Tage brauchen um wirklich gleichmäßig weiß zu werden.

Ich hoffe das hilft dem ein oder anderen, der auch vor hat mit Kalkfarbe zu experimentieren.

Beste Grüße,
:-) Tobias



haga sumpfkalk



drum prüfe wer sich plagt und schindet, was sich in seinem kalk befindet. man spricht bei kalkfarbentechnik von der KALKLASUR-TECHNIK,.diese technik ist eben mit einem schwierig zu verarbeitendem werkstoff herzustellen, bestehend aus drei bis vier kalklasurgängen--also soll hier nicht auf eine möglichst arbeitssparende deckkraft spekuliert werden. wer Kalkanstrich haben will, der muss die arbeit nicht scheuen u.geduld beweisen.kalkanstrich ist luxus und kostet geld o. mühe mit gefühl und geduld, oder alles zusammen. wer trickst,der hat eben keinen reinen kalkanstrich.



*ausgrab*



Die Urlaube meiner Kindheit und Jugend habe ich auf einem Bauernhof in Oberösterreich verbracht. Dort gab es noch bis sicher Mitte der 1990er eine Kalkgrube für den regelmäßigen Anstrich von Ställen, Garage, etc.
Das 1980 gebaute Haus war innen komplett mit gewalzten Mustern verziert, die erst bei allmählichen Renovierungen in den 1990ern mit weißem Sumpfkalk überstrichen wurden. Gekalkt wird dort noch heute (letzten Sommer wurde der ganze Kuhstall neu gekalkt), allerdings nicht mehr mit selbst gelöschtem und eingesumpftem Kalk.

Nur ein ewiger Jammer, daß das alte Blockhaus 1978 dem Bagger zum Opfer gefallen ist... der Architekt meinte, da müsse was neues her (das Resultat ist ein Etwas mit Rauhputz und dunkel gebeiztem Holz wie man es völlig identisch von Südtirol über Oberösterreich und Bayern bis wasweißichwohin aus dieser Zeit findet).