Löschkalk als 1. Anstrich auf Lehm in Wohnraum 2. im Keller auf Zement

04.07.2006



Hallo,

ich weiß - es steht jede Menge über Löschkalk im Forum... trotzdem hier meine Fragen:

Hab im Wohnzimmer mit Lehm verputzt, und möchte jetzt mit Löschkalk streichen. 30 kg Sack ca. 4,50€ ausm Baumarkt.
1. Nur mit Wasser mischen?
2. Wie muss das Mischungsverhältnis sein?
3. Kann ich in einer normalen Kunststoffwanne mischen oder gibt es einen Temperaturanstieg?
4. Farbe im letzten Streichvorgang beimischen?
5. Was ist mit der Wischfestigkeit?

Im Keller will ich auf vorhandenen unebenen buckligen, löchrigen Zementputz einfach übertünchen. Das Haus stand 2 Jahre leer und ich muss erst mal feststellen ob und wie weit er feucht ist.

So, das wars erst mal mit den Fragen.

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Karin



Kalken



Hallo !

Löschkalk aus dem Baumarkt = Weißkalkhydrat ?
Reagiert beim mischen mit Wasser nicht, da er bereits gelöscht ist. Branntkalk würde beim löschen reagieren.

Ich würde im Wohnzimmer nicht nur mit Kalk weißen. Schau mal ein wenig im Forum nach, hier wurden schon viele Rezepte berichtet, Zusatz von Quark (Kasein), Leinöl usw.


Viele Grüße,
Karsten



@karsten



Hallo Karsten,

warum im Wohnzimmer nicht nur mit Kalk? Ich will ja auch Pigmente beimengen im letzten überstreichen.

Gruß karin



Kalk nicht gleich Kalkfarbe



Hallo !

Ich habe die Erfahrung gemacht das einfaches Weißkalkhydrat als Anstrich ziemlich kreidet. Die fertig angebotene Sumpfkalkfarbe ist hier deutlich besser, kostet natürlich mehr als Weißkalkhydrat.
Ich habe bereits die Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit und von Keimfarben die "Athenit" Kalkfarben benutzt. Die Athenit ließ sich besser verarbeiten, war in meinem Fall direkt aus dem Eimer in der richtigen Konsistens, nach zwei Anstrichen sehr geleichmäßige Fläche. Die Kreidezeit Farbe war entweder zu dick, ließ sich dann schlecht dünn ausstreichen, oder wenn sie sich, verdünnt, gut verstreichen ließ, sah man auch nach dem zweiten Anstrich noch Flecken.
Was auf Lehm auch sehr gut funktionierte war von Kreidezeit die "Kasein Marmormehlfarbe" wird als Pulver mit Wasser angerührt. Deckt sehr gut und lässt sich prima verarbeiten.

Bei den Farben(Pigmenten) daruf achten, das sie zur entsprechenden Farbe passen.

Aber immer daran denken, die modernen Dispersionsfarben sind wohl entwickelt worden weil sie einfach zu Verarbeiten sind. Bei Kalk Kasein & Co. muß man sich etwas mehr Mühe geben.


Den Keller habe ich aber auch mit Kalkhydrat gestrichen. Zu einer "Milch" anrühren und während des Streichens häufig aufrühren, nur dünn, dafür mehrmals auftragen, sonst könnte es abblättern.


Karsten



Kalkfarbe



Hallo,
hier ein Rezept für eine selbstangemischte Kalkkaseinfarbe:

1.Kaseinleim:1 kg Magerquark + 0,2 l Kalkbrei flüssig rühren, dann 1-2 Stunden stehen lassen um das Kasein aufzuschliessen

2.Farbe: 4 l Kalkbrei + 3 l Wasser + 1 l Kaseinleim, Farbpigmente wie gewünscht bis 5%, dünnflüssig rühren, falls es zu sehr schäumt, einen Schuss Leinöl dazu, wirkt Wunder.

Das Kasein macht die Farbe wischfester. Aber Achtung! genau diese Wirkung verliert sich wenn man die Farbe lagert, d.h. immer nur soviel Farbe anrühren, wie man an einem Tag verbrauchen kann.
Die Mischungsverhältnisse sind Anhaltswerte, hängen von den Ausgangsmaterialien ab.Ich benutze selbst gelöschten Kalk, Quark mit 0% Fett aus dem örtliche Supermarkt (wohne in Frankreich), der zum Beispiel viel dünner ist als der deutsche.Ausprobieren!
Ich habe auf diese Art mein ganzes Haus innen wie aussen gestrichen.
Zum streichen auf Lehm empfiehlt sich eine Haftbrücke aus obigem Kaseinleim, wässrig angerührt streichen, über Nacht trocknen lassen, dann Farbe.
Gruss Hans



@ hans Kaseinleim



Hallo Hans,

wieviel Kaseinleim ergibt dein Rezept? Sind das dann schon die erwünschten 1 Liter?

Danke
karin



Kalkechtheit



Bei den Pigmenten ist darauf zu achten, daß diese auch kalkecht sind, soll heißen, daß diese mit dem Kalk auch homogen reagieren.
Vieles klingt hoch wissenschaftlich, zu alchimistisch, doch leider sind dabei einige Dinge wirklich zu beachten.
Meine Vorredner haben dabei vieles schon auf den Punkt gebracht!
Warum kann es nicht auch eine Lehmfarbe sein?
diese ist sehr verarbeitungsfreundlich, homogenisiert sich sehr gut mit dem Lehmuntergrund und ist auch noch streifenfrei verarbeitbar.

Grüße Udo



kaseinleim



Hallo,
ja, denn 1kg des von mir verwendeten Quarks ergeben einen 3/4 Liter. Der Quark sollte halt möglichst fettarm sein,im Zweifelsfall lieber Wasser zumischen.
Gruss Hans



Hallo Hans ,



ich finde, daß Du Dich hier bei fachwerk.de als Mitglied anmelden solltest.
- Ist doch kostenlos ----
- Übrigens, Dein Kalkfarbenrezept habe ich mir bereits
ausgedruckt - Das probiere ich aus !
Auch das Rezept für den Kaseinleim interessiert mich im Besonderen.
- Bin Tischler, und ich habe noch in meiner Lehre ( 66 - 69 ) - und danach noch einige Jahre mit Kaseinleim gearbeitet.
Allerdings in pulverisierter Form ( Industrieprodukt damals ) - Wasser dran, mischen - etwas warten - und
verarbeiten.
In früheren Zeiten gab es Knochenleim ( Glutinleim )
für den Innenbereich - Innentüren - Möbel etc.
- Kaseinleim wurde speziell für die tischlermäßigen Holzverbindungen im Außenbereich verwandt.
- Fenster und Türen z.B. -
Kaseinleim hat aufgrund seiner Alkalität die negative Eigenschaft, die meisten Holzarten zu verfärben.
Nicht nur im Bereich der Leimfuge.
Unter bestimmten Umständen kann man auch noch heute
die Fingerabdrücke von schlampigen Tischlern erkennen.
Da aber seinerzeit Außenelemente wie Türen und Fenster
ohnehin stets deckend gestrichen wurden, war dies kein Problem.
-
A.M.