Kalkkaseinfarbe - wann deckt sie endlich???

30.10.2011



Liebe Kalkfreunde,

zur Situation: unbeheiztes und noch unbewohntes Haus, , schattige - nordseitige Zimmer, sehr hohe Raumfeuchte, z.T. neuer Kalksandputz, z.T. unterschiedlichste Untergründe.

Wir haben nun schon sicherlich 12-fach, über Wochen immer wieder, die Wände dieser nördlichen Zimmer mit selbstgemachter Kalkkaseinfarbe (Sumpfkalk, Quark, minimal Diestelöl) in unterschiedlichen Mischungen 4:1 bis 2:1 gestrichen und immer vorher gut die Wänder angefeuchtet.

Und die Farbe ist selbst auf dem neuen Kalksandputz zT noch immer nicht deckend. Auf den fleckigen alten Wänden ist es überhaupt eine total "fröhliche" Angelegenheit.

Mir ist klar, dass es dauert - aber kann es sein, dass es nun bis zum Frühjahr dauert, weil es nun ja nicht unbedingt trockener wird im Winter? Oder soll ich einfach zwei Wochen die Räume gut durchheizen (Schwedenofen) und dann sehen wir die Ergebnisse? Und dann evtl. noch mal 1:1 drüber (diese Mischung haben wir im Keller mit normalen Weißkalkhydrat verwendet - einwandfrei!)

Bitte, um Erfahrungen, Rat und Beistand!!!

Danke im Voraus,
Eva



Kalk-Kasein Farbe



Hallo Eva


Kalk-Kasein Farbe ist etwas heikel, was Deckfähigkeit angeht.
Mein Rezept war: 5 Teile Sumpfkalk, ein Teil Magerquark, alles mit Bohrmaschine und Quirl aufrühren, 10 min ruhen lassen, dann mit Wasser verdünnen.
Wichtig dabei ist, daß 1. nicht zu viel Wasser rein darf und
2. daß die Farbe relativ schnell geliert und dann nur noch zum Bäume Streichen taugt.
Und, solange die Wände nicht 100% trocken sind, deckt die Farbe nicht!!!

Am Einfachsten ist es, diese Farbe zu spritzen, dann gibt es keine Übergänge oder Streifen.

Eventuell ist es auch Dein Distelöl, was Deine Flecken verursacht, wenn es beim Streichen ausfällt...



MfG Andreas



Kaseinleim



wird im Verhälnis von 4:1 oder 5:1 angerührt. Da fehlt dann
nur noch das Pigment oder der Füllstoff. Also im Fall von
weißer Kaseinfarbe z.B. Kreide oder Marmormehl. Dies vorher
natürlich auch einsumpfen. Der Begriff Kalkkasein bezieht sich auf die Verrwendung von Kalk zur Bindemittelherstellung. Es ist keine Kalkfarbe. Du kannst
natürlich auch dieses Bindemittel einer Sumpfkalkmilch zugeben...
Besser und billiger als 12 fach gestrichen ist ein bis zweimal mit einer fertigen Mischung -z.B von Kreidezeit.



Kalken: so hab ich es gemacht.



Ich habe Kaseinleim nach dem Rezept von Wolfgang Kenter hergestellt (250g Magerquark mit ca. 100g pastösen Sumpfkalk) und dann in meine Kalkmilch 4-5% reingerührt. Diese war jenachdem 4:1 (Wasser/Sumpfkalk) bis 2:1. Dazu ein Schuss Diestelöl. Also wahrscheinlich habe ich eine Kalkfarbe mit Kasein- und Ölzusatz gemacht und keine Kalkkaseinfarbe.

Der Kalksandputz ist durchgetrocknet, aber die Luft ist halt sehr feucht, weil rundherum die Nässe in den Wäldern und Wiesen schon hängt und es schattig ist.

Ich habe 100x alle Tips und Rezepte durchgelesen und bin THEORETISCH ein Kalkprofi, aber PRAKTISCH ist irgendwo der Hund drin.

(Das Fleckige kommt eher von den Untergründen und nicht vom Diestelöl.)

Nun bin ich richtig ratlos! Soll ich eine 1:1-Mischung machen? Die Räume mehrer Tage durchheizen, um zu sehen, ob es bei trockener Raumluft deckend wird?

Danke für Rat!
Eva



Einheizen und Lüften



ist jetzt der erste Schritt. Auf keinen Fall vorher weitere
und auch nicht dickere Anstriche aufbringen. Wenn dann die Flecken immer noch dominieren die betreffenden Wände mit
feinsandhaltigem Kalkschlämmanstrich egalisieren.
Auch dafür gibts fertige Produkte diverser Firmen.
Kalkmilchanstriche sind nicht einfach zufriedenstellend
auszuführen- schließlich gab es sie auch im Wohnbereich ca. 100 Jahre nicht mehr. Im Forum war vor kurzem noch ein anderer Kalker mit ähnlichen Problemen. Gefüllte Kalkfarben sind eben anwenderfreundlicher. Nur Mut - vielleicht sieht es ja nach dem Trocknen schon ganz gut aus.
Im Bild ist der zweite Kalkmilchanstrich auf einem Lehmputz zu sehen - war auch etwas frustrierend..


mit Grüßen
Birger Jesch



Kalkmilch?



Hallo Eva


" 4:1 (Wasser/Sumpfkalk) bis 2:1."
Da liegt der Hund begraben.

Nochmal mein Rezept: Du nimmst 20l fertigen gekauften Sumpfkalk. Den gibts bei uns für ca 12€ / 20l Eimer beim Quester.
Dazu gibst Du 1 kg mageren Quark. Das rührst Du alles gründlich mit einer Bohrmaschine durch. Nach ca 10min nochmals durchrühren und die gleiche Menge Wasser dazu zum verdünnen. Das währen auf 20l Farbe nochmals 20l Wasser.
Und das kommt auf die Wand.
Spätestens beim 3. Anstrich ist alles Blütenweiß. Und jede Lage vorher trocknen lassen.
Wichtig, die Räume sollten warm sein, da die Farbe trocknet und nicht chemisch abbindet.
Eingerührte Farbe verbrauchen. Wenn sie geliert, ist sie zum Streichen von Wänden unbrauchbar. Dann lass ich sie im Keller stehen und nehme sie im späten Winter zum Stämme streichen im Garten.


Grundierung der Wand vorher mit 5 Teile Quark auf 1 Teil Kalk, wässrig verdünnen und streichen...



Notfalls fertigen Streichkalk benutzen



Ich habe meine mit Kalkputz verputzten trockenen Wände zweimal mit sehr gutem Ergebnis mit fertigem Streichkalk gestrichen. Teilweise mit teurem und teilweise mit billigem Streichkalk von Baufan. Die Farbe färbt auch nicht ab.

Gutes Gelingen!



Heizen



Hallo Eva,

wir haben uns letztes Jahr in einer ähnlichen Situation befunden, wie du. Die Heizung lief bei uns zwar bereits, aber auf Grund der hohen Luftfeuchte/Restfeuchte der Putz- und Mauerarbeiten verbunden mit Zeitdruck zum Einziehen hat die Kalkkaseinfarbe (selbst hergestellt) auch sehr lange zum trocknen gebraucht und mehr als bunt ausgesehen. Nach ordentlichem Heizen und Lüften deckt aber alles. Wir haben selbst nicht mehr daran geglaubt, dass es noch was werden würde.

Also heizen und lüften und abwarten.

Grüße

Alex