Kalkfarbe




Hallo miteinander,

ich will mein Schlafzimmer mit Kalkfarbe streichen, weil Kalk so viele gute Eigenschaften hat.

Es wird mein erstes Streich-Experiment werden und ich bin schon gespannt, was meine zwei linken Daumen da so alles anstellen werden...

Doch noch bin ich nicht so weit, denn mich quälen Zweifel bezüglich der zu verwendenden Kalkfarbe. Es gibt ja doch mehrere auf dem Markt - welche nehmen?

Selbst anrühren möchte ich nicht, da ich befürchte die Kalkfarbe wird dann nicht abriebfest sein. Gekaufte Farben sollen da besser sein, weil sie z.B. Zelluloseleim enthalten. Dennoch achte ich sehr auf die Inhaltsstoffe. Wenn ich auch nicht weiss, ob Titandioxid nun drin sein darf/soll oder nicht!

Ich habe nun 3 Farben ins Auge gefaßt und mich würde interessieren, was die Experten hier dazu sagen:

Alpenkalk Kalkfarbe
erscheint mit insgesamt etwas dubios, weil diese Farbe lt. Homepage auf jedem Untergrund halten soll. Ein Anstrich soll genügen. Was ist da so alles drin?
Das widerspricht allem, was mit der Herr von Kreidezeit am Telefon erzählt hat (siehe weiter unten).

HAGA-Kalkfarbe
Kalk aus der Schweiz, hört sich gut an - aber da ist Titandioxid drin. Will ich das? Keine Ahnung...

Kreidezeit Kalkfarbe
scheint mir bis jetzt die sympathischste Farbe zu sein.
Enthält Mamorsumpfkalk (ist das was anderes als Sumpfkalk?), Marmormehle und -sande, Sinterwasser und eben Zelleim.
Ist da was dabei, was nicht in Kalkfarbe rein soll?

Der freundliche Berater am Telefon hat mir auch einige Tips gegeben, z.B. lieber keine Farbrolle zu verwenden, Tapetenleim gründlich abwaschen, 2-3 Anstriche etc. Hat sich viel Zeit für mich genommen :-)

Sodala - meine Schlafzimmermöbel werden in 4 Wochen geliefert und bis dahin muß ich fertig sein.

Oder soll ich doch lieber den Maler holen? Aber dann lerne ich es ja nie und ich will sowas selber können!

Achja, Grundierung! Brauch ich das? Kann ichs nicht erst mal ohne probieren? Mein Untergrund ist ca. 30 Jahre alt, evtl. Zementputz und Farbe drauf (nicht wasserlöslich, keine Ahnung welche Farbe; wurde damals mit einer Rolle mit Muster aufgetragen).

Danke für Eure Ratschläge,

Nils



Kalkanstrich



Hallo Nils,

in einer reinen Kalkfarbe ist nur Sumpfkalk (möglichst Marmorsumpfkalk) und Wasser. Diese trocknet rein Weiss. Es kann bis zu 10% kalkechtes Farbpigment beigemischt werden. Ich habe mehrere Häuser und streiche nur mit selbstgemischter Kalkfarbe, innen und aussen auf reinem Kalkputz. Damit der Anstrich auch abriebfest wird, muss unbedingt gut vorgenässt werden, sonst "brennt" der Anstrich auf.

Auf vorhandenen modernen Anstrichen z.B. Dispersion oder Leimfarbe geht das aber nicht!

Grüße
Heinz



Servus Nils,



wenn Du nicht selbst anrühren möchtest, empfehle ich Dir, die Farbe von Kreidezeit zu nehmen. Als Alternative zur selbst hergestellten Sumpfkalkfarbe ist dies meiner Meinung nach die erste Wahl. Unter anderem wegen der wenigen und auf das notwendigste beschränkten Zusatzstoffe. Weshalb andere Hersteller da noch weitere Bestandteile einbringen erschließt sich mir nicht (erst recht nicht, wenn man in der Werbung teils auf "Denkmalfähigkeit" pocht und in der Deklaration liest der Kunde dann Titandioxid - völlig überflüssig diese Zutat). Habe erst in der letzten Woche wieder auf Lehmputz mit der Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit gearbeitet. Oberfläche hervorragend, farbliche Brillanz ebenso (wie sich das eben für einen Kalkanstrich gehört) Ergebnis bei maximal zweimaligem Auftrag. Kreidezeit empfiehlt eine Grundierung mit Kasein (siehe Produktdatenblatt) Ich habe einmal mit Sumpfkalkmilch 1 : 5 grundiert um dem Lehm die erste Saugkraft zu nehmen. Warum laut Kreidezeit mit Kasein grundiert werden soll, weiß ich nicht. Wischfest ist die Farbe auch, wie im Produktdatenblatt beschrieben.

Wichtig: Auftragen im Kreuzschlag. Funtkioniert ungefähr so, als würdest Du liegende Achten malen. Das hat der Herr von Kreidezeit Dir sicher bereits am Telefon erklärt und auf jeden Fall vernünftiges Werkzeug verwenden (hochwertige Fassadenbürste und kein Baumarktzeugs). Ggf. auch von Kreidezeit erhätlich.

Beim Selbstanrühren an sich bleibst Du preislich deutlich unter der fertigen Farbe. Hast wirklich nur Pigment und Kalk in der Farbe ohne weitere Zusatzstoffe. Allerdings zu dem Preis, daß unter Umständen mehr als zwei Aufträge nötig sind und das Ergebnis, wenn Du nicht bereits etwas Erfahrung mit Kalk hast, ggf. nicht Deinen Erwartungen entspricht. Stichwort Abriebfestigkeit, gleichmäßige Oberfläche etc. Eine Hexerei ist es aber auch nicht. - Das mit selbst angemischter Kalkfarbe immer "frisch in frisch" bzw. freskal gearbeitet wird, setze ich jetzt mal als bekannt voraus.

Viele Grüße
Achim



Farbe ist nicht gleich Farbe



Das gleiche gilt für Kalk

Hallo

Die - sag ich mal - normalen Leute denken: Farbe ist Farbe!
Weil wir so erzogen wurden: Farbe ist Deko - drauf und gut!

Farbe war als Schutz vorgesehen für den Putz, der sich dann über die Verwendung von Farbpigmenten "verbuntet" hat.
Früher war das im KALK-System aufgebaut. Da gab es - grob gesagt: secco und fresco.

Jetzt gibt es tausenderlei Zeug mit dem man Wände beschmiert mit allerlei Mittelchen drin, die die Farbe fest, abriebfest, überstreichbar, wischfest, an allem klebend, abschleckbar, blaubeengelt und was weiß der Herrgott noch alles macht.

Eine Kalkfarbe mit Pigmenten getönt hält am besten auf einem Kalkuntergrund.

Grundierungen sind Krücken um irgend etwas an den Mann zu bringen, weil das "gesunde" nicht mehr "praktisch" und schnell ist.

Unschlagbar ist ein Faß Sumpfkalk. ein paar Jahre gelagert reicht schon, über 10 Jahre ist für Malerei und viel zu edel für ne Hauswand innen oder aussen.

Selbst gemischt mit Kasein (Magerquark) und etwas Leinöl - fertig.

Kalkweiß halt.

Gesund und billig.

Aber wer hat heut zu Tage noch eine Wand aus Kalkputz?

Nebenbei bemerkt:
Diese unterschwellige Tiefenpsychose gegen "abreibende" Kalkfarben ist so was von lachhaft - aber es wird damit real mehr Geld verdient als mit dem bisschen Sumpfkalk.

Die Wände, an denen man beim "besoffenen" Laufen hinkommen könnte, waren und sind Treppenhauswände, die schon früher mit anderen Techniken behandelt wurden.

Und in den seltensten Fällen ist es wirklich notwendig auf die Vorzüge einer klassischen Kalkfarbe zu verzichten.

Alte Farben und Tapetenkleber könne auch in vorhandenem Putz innwendig eingedrungen sein und es kann nachher zu Flecken kommen.

Jede Grundierung hat wieder Inhaltsstoffe …

Haga und Kreidezeit hat nen guten Namen - aber reicht das für Sie?

Gutes Gelingen

FK



Grüß Gott Florian,



das Thema Abriebfestigkeit mag für Dich einer Psychose gleichen.

Aber wenn die Psychose einmal auf der Wäsche landet, weil das Kind beim Spiel oder Wer oder Was auch immer unaufmerksam war, muß doch die Waschmaschine ran und das wiederum ruft im Regelfall den Unmut der Hausherrin hervor. So is dat van daag nunmal.

Für einen Laien halte ich nicht zuletzt deshalb eine fertige Farbe schon für angebrachter. Sonst ist es mit der Zuneigung zum Kalk nämlich meist ruck zuck vorbei und doch wieder Dispersionsplempe an der Wand. Wenn Nils aber die Zeit und Muße hat, an einer x-Beliebigen Wand eine selbst hergestellte Farbe zu testen, dann sehe ich es genau so wie Du: Ein Faß Sumpfkalk ist unschlagbar. Vorzugsweise Altmannsteiner.
Geschrieben hat Nils jedoch etwas von zwei linken Daumen............


Bis dann
Achim



@Achim



Sie schreiben:

Aber wenn die Psychose einmal auf der Wäsche landet, weil das Kind beim Spiel oder Wer oder Was auch immer unaufmerksam war,
Ausschütteln, abklopfen reicht meist!

muß doch die Waschmaschine ran und das wiederum ruft im Regelfall den Unmut der Hausherrin hervor.
Genau: Ich sprach ja von "Psychose" - es gibt doch keine Grund dafür!
Es wird ja so getan, wals ob bei der Berührung der Wand Säcke weise Kalk von der Wand fällt und aufs Laminat klatscht??

So is dat van daag nunmal.
Problem erkannt - dann kann man ÄNDERN!
Und nicht gleich aufgeben. Mit Fakten überzeugen und nicht den subversiven Belaberungen irgend welcher Lobbyisten Glauben schenken.

Für einen Laien halte ich nicht zuletzt deshalb eine fertige Farbe schon für angebrachter.
Einfach, praktisch, gut!
Aldi

Sonst ist es mit der Zuneigung zum Kalk nämlich meist ruck zuck vorbei und doch wieder Dispersionsplempe an der Wand.
No risk - no fun - no Gesundheit!

Wenn Nils aber die Zeit und Muße hat, an einer x-Beliebigen Wand eine selbst hergestellte Farbe zu testen, dann sehe ich es genau so wie Du: Ein Faß Sumpfkalk ist unschlagbar. Vorzugsweise Altmannsteiner.

Was anderes hab ich nicht geschrieben!
Und auch die Gründe angerissen, warum es "einfach und praktisch gehen soll"

Wenn wir immer gleich der Lügnerei der Lobbyisten auf den Leim gehen, dann gewinnen immer die!
Wehrt euch!

Beispiel:
Bauernhaus aus dem Jahre 1650 ca.
Jahre lang nicht gestrichen - alter Kalk - zig Schichten
Mutter und Tochter leben dort zur Miete und dachten sich: Streichen wär was!
Gehen zum Öko-Farben-Dealer und haben das beschrieben, der kommt, schlägt vor und streicht die ganzen innenwände mit einer Öko-Bio-Blauengel-Dispersieon.
Können Sie mir sagen was es entweder an Zeit oder an Geld kostet, die Scheisse, die nun am Abblättern ist von den x-m2 wieder weg zu bekommen?
Da zuckt jeder und jeder denkt sich: hoffentlich gibts ein (Zauber)Mittelchen, das man nur drüberschmiert und GUT IST's!!!!

So geht das Geschäft seit Jahrzehnten.

Das ist Marketing, Marktbeeinflussung, Marktbeherrschung und Abhängigkeit-Erzeugung.
Das ist kein Zufall - sondern Kalkül.
Das Handwerk schwächen - die Industrie und den Handel stärken.
Und ALLE machen mit - die Ersteren auch.

Ausbaden tut's der Bauherr - obwohl der der einzige ist, der dagegen was machen könnte, denn DER zahlt's ja letztendlich mit Geld und manchmal auch Gesundheit!

Geschrieben hat Nils jedoch etwas von zwei linken Daumen............
Wer streicht auch schon Wände mit dem Daumen?
;-)

Immer Hinterfragen!

und Gutes Gelingen

FK



Kalkfarbe



Ich habe gerade mein Büro im Keller renoviert.
Auf den Pinselputz der Wände kam wie beim letzten Mal vor 12 Jahren selbstangerührte Kalkkaseinfarbe. Weißkalkhydrat aus dem Baumarkt plus ein paar Becher Magerquark für 5 € und ein Nachmittag Zeit, mehr braucht es nicht.
Selbst mit Baumarktkalk deckt die Farbe recht gut und wird wischfest, wenn man mit dem Quark nicht zu sparsam ist. Der einzige Nachteil (den ich nicht als Nachteil empfinde) ist der leichte Gelbstich, den gekaufte Farben durch Titandioxid und etwas blaues Pigment ausgleichen.
Für mich reicht es so völlig aus.
Ich brauche auch keine Farbe die sich auch nach Monaten nicht entmischt und ewig im Gebinde haltbar ist. Was übrig bleibt wird mit dem Abwasser oder auf dem Kompost entsorgt.

Viele Grüße





Hallo Florian,

dass wir da nicht Kalkkaseinfarbe mit einer reinen Kalkfarbe in einen Topf werfen..

Kalkkaseinfarbe ist nicht reversibel und deshalb nur anzwenden wenn man(n) weis was man tut.

Leinöl bringt eigentlich nichts, nach meiner eigenen Erfahrung. Die geringen Mengen die in der Regel zugesetzt werden verseifen mit dem alkalischen Kalk. Was soll das bringen ? Nicht zu verwechseln mit Kalkseife beim Stuccolustro..

Nils müsste erst einen saugfähigen mineralischen Untergrund herstellen nur dann macht ein Kalkanstrich überhaupt Sinn.Auf dem alten Anstrich würde der Kalk wegen Wasser und Kohlensäure Mangel aufbrennen und nicht karbonatisieren.

Sumpfkalk kann aus allen möglichen Kalksteinen gebrannt werden. Es gibt auch grauen Sumpfkalk. Das schönste Weiß ergibt Marmor. Älterer gelagerter Sumpfkalk wird etwas gelblich und wird beim trocknen ein besonders schönes Weiß.

Zellulose und andere Zusätze gehören genau so wenig in den Kalk, wie Zement in einen reinen Kalkputz.

Grüße
Heinz



ganz praktisch



Hallo,

auch wenn es nicht jedem Puristen hier im Forum gefällt,
haben fertig angerührte, volldeklarierte Kalkfarben durchaus Ihre praktische daseinsberechtigung für den Feierabendheimwerker. Sicherlich etwas teuerer (der Unterschied fällt bei einem Zimmer aber auch nicht wirklich ins Gewicht) aber nicht teuerer als eine Qualitätsdispersionsfarbe und inzwischen mit ähnlich einfacher, bequemer Bedienbarkeit....

Also nur Mut zum Experimentieren mit Kalkfarben aus dem Eimer. HAGA erschien mir tatsächlich etwas "brilliant-weisser" als Kreidezeit, diese lässt sich aber wirklich gut Verarbeiten (noch bequemer und etwas günstiger finde ich allerdings die Marmormehlkaseinfarbe).Nur stärkere,dunklere Abtönungen fand ich mit Kalkfarbe schwierig da schon simple Verdünnung die Farbe ändert und die Farbe mit Standzeit zunehmend bleicht sodass ein 2.Anstrich bzw. ausbessern schwierig wird Allerdings muss der Untergrund dispersionfarbenfrei &saugfähig sein.
Wir hatten die Wände mit Wandschleifer (nie wieder!) abgeschliffen, ausgebessert und anschliessend mit einem neuen Kalkfeinputz gefilzt überzogen. Statt Kaseingrundierung würde ich Alaunlösung nehmen, isoliert zugleich auch gegen durchschlagende Flecken...
Das problem ist akut also Ihr Untergrund und nicht welche Kalkfarbe sie nehmen...



Purist?



@djamila

mit Purismus hat es überhaupt nichts zu tun, wenn man Kalk korrekt verarbeitet. Man muss nur verstehen wie und warum die Kalkfarbe an der Wand haftet. Das Wissen fehlt aber vielen Hobbymalern. Volldeklarierte Kalkfarbe aus dem Eimer ist auch nicht besser als guter Sumpfkalk und Wasser selbstgemischt, es ist nur scheinbar bequemer und garantiert teurer.
q.e.d

Grüße
Heinz



Für selbskritische Laien mit zwei linken Daumen ...



... würde ich die Beratung von Kreidezeit 1:1 umsetzen und gut is es.

Warum Nils in ein Experiment drängen, wenn er eine rasche Lösung selbst umsetzen will?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Laien fragen und die Experten streiten :-)



Danke für Eure Antworten - ich wollte aber keine hitzige Diskussion über Kalk vom Zaume brechen :-)

Mag sein daß selbst angerührt besser ist. Das weiß man was drin ist. Aber da es sich um mein erstes Maler-Experiment handelt, habe ich mir nun die Farbe von Kreidezeit bestellt.

Farbpigmente sind kein Thema, ich will weiß. Mehr oder weniger.

Aufgrund der Beratung von Kreidezeit habe ich nun angefangen meine von der Tapete befreite Wand nochmal abzuwaschen, damit wirklich kein Leim mehr dran ist. Ob da allerdings nicht doch noch Reste bleiben wird sich wohl erst am Ende zeigen.

Muß ich jetzt eigentlich vor dem Streichen meine Wand befeuchten damit die Farbe besser hält? Aber wird dann die Kalkfarbe nicht glänzender/speckiger weil sie länger trocknet?

Ohweh, worauf habe ich mich da eingelassen *g*

Ich werde jetzt den Rest der Wand noch waschen und dann gehts los mit Kalkfarbe. Und wenns mir nicht gefällt, dann kommen wieder Tapeten dran *g* (nö, nur ein Scherz).

Apropos: kann man auf Kalkfarbe später (also in 100 Jahrne) eigentlich wieder andere Farben (Silikat, Leim, irgendwas) streichen?

Ich bin sicher, ihr hört wieder von mir,

Nils



Kalkfarbe



@Nils

ja, wenn es eine "echte" Kalkfarbe ist, muss vorgenässt werden um die Karbonatisierung zu ermöglichen und ein aufbrennen der Farbe zu vermeiden. Da wird nichts speckig etc. Es wird normalerweise immer nass in feucht gestrichen.



Kreidezeit Sumpfkalkfarbe



@Nils

Was die Verarbeitung von Kreideizeit Sumpfkalkfarbe angeht, würde ich mich an die Verarbeitungshinweise von Kreidezeit halten. Die Kaseingrundierung wurde Dir schon empfohlen. Das Datenblatt für die richtige Verarbeitung kannst Du Dir abrufen, bzw. steht das Wichtigste auf dem Eimer:

"Der Untergrund sollte gleichmäßig trocken, gleichmäßig
saugfähig, gleichmäßig strukturiert, tragfähig,
staubfrei, sauber, fest, fettfrei und frei von
durchschlagenden und färbenden Inhaltstoffen
sein."

Als nichts vornässen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Von einem Laien zum anderen



Vergleichen kann ich mangels Erfahrung mit anderen Produkten nicht, aber ich kann Dir sagen, dass sich die Kalkfarbe von Kreidezeit leicht Verarbeiten und gut mit Pigmenten mischen läßt, und das Ergebnis ist einwandfrei - meiner Erfahrung nach absolut laientauglich. Die gute, ausführliche Kundenberatung bei Kreidezeit ist auch ein Plus.

Ich hätte den Ehrgeiz, Kalkfarbe selbst zu mischen, auch nicht. Nimm ruhig die fertige, dafür muss man sich nicht rechtfertigen. Wenn's mit dem Untergrund schwierig werden sollte, kann ich noch mit guten Erfahrungen mit Gekkko-Sol dienen. Das hält bei mir auch auf einem Flickwerk von Kalk, Zement, Gips und Ölsockel mit nichts als einer Kaseingrundierung als Vorbehandlung und einem einzigen Anstrich. Andere mögen so etwas komplett abschlagen und neu verputzen, aber auch das muss nicht jeder wollen.

Gutes Gelingen!



Bald gehts los - die Farbe ist da!



Hallo und danke für Eure Antworten!

Gestern ist die Farbe geliefert worden, es kann also bald losgehen. Allerdings war der Schreck groß, als mir beim auspacken schon Farbe entgegenquoll: der Deckel war gebrochen und etwas Farbe ausgetreten. Da hat der liebe UPS-Fahrer wohl mal nicht so gut aufgepasst...

Zum glück war's nicht viel und ich habe die Farbe gleich mit meiner alten Zahnbürste auf der Terrassen-Wand ausprobiert. *grins* Erstaunlich, wie schnell das getrocknet ist! Und kein Abrieb - wunderbar!

Was mir jetzt noch nicht ganz klar ist: soll ich die Farbe verdünnen oder nicht? Bei saugenden Untergründen soll man verdünnen - aber ist meiner saugend? Keine Ahnung.

Und: kann man da gleich den Original-Farbeimer verwenden und dort den Pinsel eintauchen - oder soll man besser einen separaten Eimer verwenden? Was ist geschickter?

Tja, und wenn ich nun die restlichen Meter Wand abgeschwaschen habe, kanns am Wochenende los gehen *g*
Ich habe vor, erst mal eine Wand zu streichen, später dann die anderen Wände. Muß ich da was beachten? (Übergang getrocknete Farbe - neue Farbe?).

Mann, bin ich gespannt, in was für einem Schlafzimmer ich die nächste Zeit schlafen werde ....

Danke nochmal, ihr habt mir alle mit Euren Beiträgen sehr geholfen!

Nils



Farbe wurde geliefert...



.. Hallo Nils,

Du schreibst davon, dass Dir die Farbe geliefert wurde. Von Kreidezeit direkt? - Wenn ja, dann sollte auch Kreidezeit Dir als Fachberater für Dein Objekt zur Seite stehen. Machten sie ja auch schon ein wenig.

Wenn es ein Fachhändler war (was ich vermute), dann ist es seine Aufgabe und Ehre, Dir in allen Details Auskunft zu geben.

Du kannst natürlich auch das Forum hier bemühen. Aber ich bin der Meinung, dass der erste Ansprechpartner für Dich derjenige sein soll, der seine Produkte kennt und diese auch gut verarbeitet wissen will.

Wenn Du auf diesen Weg nicht weiterkommst, dann geht das sicherlich auch hier. Wobei Du dann u.U. Antworten bekommst, die zu den Aussagen des Fachberaters konkurieren - nicht aus "Besserwisserei" - sondern eher, weil nicht alle Informationen vorliegen. Z.B. wissen wir noch nicht sehr viel von Deinem Untergrund.

Das Merkblatt von Kreidezeit - Sumpfkalkfarbe:

"Zwischen- und Schlußanstriche je nach Erfordernis
unverdünnt oder verdünnt mit 5 - 10 % Wasser
auftragen.
Die Verdünnung ist so zu wählen, dass die Farben
leichtgängig streichbar sind. Bei hohen Umgebungstemperaturen
kann eine weitere Verdünnung mit
Wasser erforderlich sein."

Wenn abzusehen ist, dass Du den ganzen Eimer verbrauchen wirst, dann kannst Du diesen auch entsprechend aufrühren und die Farbe direkt daraus entnehmen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de