Wandgestaltung mit Sumpfkalk

25.02.2009



Hallo,

wir sind im Moment dabei unser Haus das wie seit vielen Jahren renovieren innen mit Sumpfkalk zu verputzen. der nächste Schritt ist das Streichen und gestalten.

Habt ihr hierzu evtl. einige Tipps?

unser Verputzer meinte, die Kalkfarbe muss 3-5 mal gestrichen (währen dann bis zu 3000m²) werden damit sie richtig deckt und immer nass in nass - damit es später nicht abkreidet.

das nächste ist die Gestaltung:

wir möchten gerne den Still eines einfachen Bauernhauses beigehalten (deshalb auch kein Stuck o.ä.) wir überlegen zwischen Rollmustern (mit so walzen die wir bekommen würden) oder Schablonenmalerei oder so halb/Halb zu streichen wie es auch sonst oft war (also bis ca. 1,10 in einem dünkleren Ton und oben in hellerem oder weisen Farbton). nur wo kann man sich mal sowas ansehen? oder gibt es hierzu gute Literatur ? wir wollten mal in ein Freilandmuseum fahrne, hier gibt es ja auch noch alte Wände zu sehen.

zum Farbmischen:

wie würdet ihr es mischen? wir wollen hierzu wieder Kalk ablöschen (haben wir schon gemacht) - einsumpfen und dann mit Farbepulver mischen ... (Kreidezeit? o.ä.).

das waren jetzt erstmal einige Fragen, ich hoffe der ein oder andere kann uns hierzu helfen. Vielen Dank



Selbst abmischen



kann klappen oder aber auch nach hinten...

Die Produkte von Kreidezeit ( z.B. Sumpfkalkfarbe) kann ich nur empfehlen.

Wichtig ist der ertse Anstrich der in den nassen Putz gestrichen werden sollte. D.h. eine Grundierung und ein-zwei Deckanstriche.

Grüße Gerd



Sumpfkalk mind 2 Jahre gelagert



Je länger der gesumft ist, desto besser. Und 3-5 Aufträge sind schon nötig. Bei zu dickem Auftrag kann die Farbe abplazten. Alternativ gehen auch Silikatfarben, die lassen sich sogar nach Farbtonkarte abmischen. Haben wir bei unserem denkmalgeschützten Haus verwendet. Geht prima, deckt Prima.
Ein Photo aus der Streichphase anbei
Bei Fragen melden
Gunther





Hallo

Die Rollmuster wurden früher mit Leimfarbe angewendet (also also "Musterfarbe" und als Untergrund)ich habe es auch schon mit Acrylfarbe versucht (auf Probeplatten) aber der nachteil ist das die Walzen dann nicht mehr richtig sauber zu machen sind.

Ich kann mir nicht vorstellen dass Schablonieren mit Kalkfarbe funktioniert, also müsste man dann auf ein andere Farbe zurückgreifen, die dann aber eine möglichst geringe "Oberflächenspannung" nach der Trocknung aufweisen sollte um nicht abzuplatzen. Evt. Leimfarbe auf Kalk, müsste man Probieren.

Die ältere Technik ist das Schablonieren von Mustern und/oder das zweifarbige Absetzen von Wänden. Rollenmustern waren so etwa ab 1930 ( geschätzt) en vogue.

Wände zweifarbig absetzen geht mit Kalk. Ansonsten könntet ihr euch auch noch im Freskomalen veruchen :)

Auf der sicheren Seite wärt ihr auch mit Kaseinfarben als Untergrund und Gestaltungsfarbe. Die sind nach der Trocknung kaum mehr anlösbar so dass sich alle Gestaltungstechniken problemlos darauf ausführen lassen.
Für die Flächen könnt Ihr die Farbe selbst anrühren oder fertig kaufen. Für die Schablonenmalerei eignet sich dann Plakafarbe (ist auch Kaseinfarbe)und man kann sich kleine Mengen unterschiedlichster Farben kaufen. Oder eben ganz klassich mit Pigment abtönen

Weitere Alternative wären Silikatfarben. Allerdings ist das meiste was so als Silikatfarbe herumgeistert mehr oder weniger Dispersionsfarbe. "Echte" Silikatfarbe wird aus zwei Komponenten zusammengemischt und muss dann auch am gleichen Tag noch verarbeitet werden da sonst die Haftung beeinträchtigt ist.

Der Beitrag ist heute abend etwas wirr, stehe aber gern bei Fragen zur Verfügung.
Gruß

Dorothée



In Bauernmuseen



holen wir uns auch gerne Anregungen. Ein Gestaltungstip: eine Wandgliederung mit Sockel- und oberem Bereich verleiht dem Raum eine ungeahnte Aufwertung, auch bei kleinen Räumen. Linien mit dem Strichzieherpinsel, muß man aber können. Schablonieren: geht gut mit Kalkkaseinfarben. Bei Bedarf kann man mit Tempera-, Abtön oder Aquarellfarben abtönen, aber ! aufpassen: die Pigmente müssen kalkfest sein!
Weitere Anregungen hier: www.wandlabsal.de



Deckt nicht richtig und wikt wolkig ....



Hallo,

wir haben jetzt bereits alles 5x durchgestrichen, doch es wirkt immmernoch sehr wolkig und Fleckig :-(
teilweise haben wir schon 7x gestrichen aber es wird nicht besser.

es ist jetzt alles erstmal weis - also noch ohne Farbzusätze, reiner Sumpfkalk.
wir haben folgende Mischung:

4 Eimer Wasser
1 Eimer Sumpfkalk
0,5 Liter Leinöl
damit 3 Anstriche und bei den 4 und 5 Anstrich kam noch ein kleiner Jogurt becher voll Kreidezeit Kassein mit rein.

habt ihr vielleicht noch nen Tipp wie es gleichmäßiger wird? wir haben es schon mit annässen und ohne Probiert, aber kein Erfolg :-(

viele Grüße
Gustav



...deckt nicht



Zunächst die Frage nach dem Untergrund. Neu verputzt oder ausgebessert, Kellenputz oder gefilzt? Trocknet der Anstrich flächendeckend wischfest auf?
Ohne Kenntnis des Untergrundes kann man keine Mischungsverhältnisse beurteilen. Trotzdem:
-mehr Kalk zusetzen (richtet sich nach der Saugfähigkeit des Putzes, je länger die Wand feucht bleibt um so mehr Kalk kann zugesetzt werden)

- kein Leinöl, sondern Leinölfirniss verwenden (natürlich ohne bleihaltige Trockenstoffe...), maximal einen Eßlöffel pro Eimer

- was für Kassein ist das? (gelöstes Trockenkassein)?
Sollte der Kalkanstrich wischen, also zu wenig Bindekraft entwickeln, gibt man besser etwas Magerquark dazu. Am besten man legt sich Wischproben an der Wand an und gibt nach und nach soviel Kassein zu bis der Anstrich nicht mehr wischt.
Solches Kalkkasein hat eine stärkere Bindemittelstärke als Trockenkassein und liegt in der Natur der Sache.



Kalkputz komplett neu ....



Hallo,

Der Kalkputz wurde neu aufgebracht - von Hand - also Kellenwurf und anschl. gefilzt.

ist ist reiner Sumpfkalk mit Gips (für die Deckenhaftung) Wasser und die Farbe haben wir mit dem gleichen Sumpfkalk angemischt.

erste Lage haben wir Nass-in-Nass gestrichen, bei weiteren Lagen haben wir versucht vorzunässen aber leider keine Erfolg bei der Farbe erziehlt ....

Leinöl haben wir von Kreidezeit genommen, die hatten kein Leinölfirness - was ist da der Unterschied?

Kassein haben wir Trockenkassein auch von Kreidezeit verwendet - falls wir umsteigen auf Quark - ist es egal welchen wir nehmen ?

die Schwiegermutter macht Selbst Käse aus Kuhmilch - diese ist vermutlich nicht geeignet, oder ?



... korrektur ...



wir haben doch Leinölfirness von Kreidezeit - passt also, daran kann es nicht liegen - höchstens das wir zuviel nehmen (auf 60 Liter Wasser/Kalk Mischung 0,5 Liter Leinölfirness





Leinöl hat eine lange Trockenzeit. Um diese zu mindern setzt man beim Kochen von Leinöl Metalloxide oder harzsaure Verbindungen zu, das ist Leinölfirniß. In alkalischen Verbindungen vergilbt reines Leinöl stark, deshalb nimmt man besser Firniß.

Chemisch ist dieser Zusatz nicht nötig, macht die Masse aber geschmeidiger. Ich würde deutlich sparsamer damit umgehen.

Nur Magerquark kann zu Kasein aufgeschlossen werden.

"ist ist reiner Sumpfkalk mit Gips (für die Deckenhaftung) Wasser und die Farbe haben wir mit dem gleichen Sumpfkalk angemischt. "

Ist der Gips im Putz oder im Anstrich? Was ist mit "Deckenhaftung" gemeint. Gips ist Kalziumsulfat und beeinträchtigt den Abbindevorgang und die Festigkeit des Putzes. Gehört nicht mit rein.

Einen Kalkanstrich darf man nicht mit dem "Malern" mit konventionellen Wandfarben gkeichsetzen. Diese bestehen aus den Pigmenten und deren Bindemitteln. Kalk (Kalziumhydroxid) ist beides in einem und verbindet sich mit dem Kohlendioxid aus der Luft zu Kalziumcarbonat. Dieser Vorgang endet mit der Verdunstung des Wassers. Um dem genug Zeit zu geben, ist es wichtig, daß stark saugende Stellen vorgenäßt werden. Der Untergrund sollte vollgesogen sein, die Nässe aber nicht mehr spiegelnd darauf stehen, sonst rutscht der Kalkanstrich drüber und kann nicht decken.

Vermutlich ist Letzteres die Ursache. Ich würde die betreffenden Stellen separat überstreichen mit höherem Kalkanteil und geringerem Firnißanteil.