Fachwerk von außen streichen

07.04.2010



Hallo,

ich möchte die Fachwerkfassade meiner Scheue streichen.
- Balken sind Fichte, noch nie behandelt
- Fächer mit Ziegelsteinen ausgemauert und teilweise mit Lehm bzw. Putz&Mauermörtel verputzt

Zum Streichen der Balken wollte ich Leinölfarbe nehmen.
Die Fächer wollte ich vorher mit Tiefengrund streichen und dann eine Silikatfarbe darauf. Kann man das so tun oder ist das eher ungünstig?

Viele Grüße aus der Goldenen Aue
Stefan



Fachwerk streichen



Hallo,

wenn Sie Steine mit Silikatfarbe streichen müssen Sie mit Wasserglas Grundieren und nicht mit einem lösemittelhaltigen Tiefgrund. Beachten Sie bitte unbedingt die Herstelleranweisungen !

Grüße



und wo gibt es..



Wasserglas zu kaufen, und vorallem was kostet das?

Kann ich alternativ für die Fächer auch geleimte Wandfarbe anrühren und mit Vollton-Abtönfarbe nach farbwunsch anmischen? Oder ist das nicht so gut wegen eventuellen Regen. Nicht dass die Farbe runterläuft?





Hallo,

wenn auf den Gefachausmauerungen noch kein Anstrich drauf ist, also der Untergrund rein mineralisch ist sollten Sie die Silikatfarbe direkt, ohne jegliche Grundierung, auf die gereinigten Flächen streichen.
Wasserglas als Grundierung bedarf einiger Kenntnis, wenn das nicht frisch in frisch mit der Farbe verarbeitet wird haben Sie eine perfekte Trennschicht, das Gegenteil also von dem was Sie eigentlich erreichen wollten.

Leimfarbe ist wie Sie schon sagten nicht so gut im Außenbereich.

Grüße aus Schönebeck



Silikatfarben



Eben: Herstelleranweisung beachten !

Wasserglas gibt es im guten Fachgeschäft oder bei..........
Sie können auch bei Keimfarben oder bei anderen einschlägigen Herstellern sowie über die maler-Einkaufsgenossenschaften ordern. Dementsprechend unterschiedlich sind die Preise.

Grüße



Tiefengrund auf Silikatbasis und Leinölfarbe



Bei den Einkomponenten Silikatfarben besteht der für das System erhältliche Voranstrich aus Wasserglas. Hier wirklich den Fachhandel aufsuchen und Qualität kaufen: HAGA, KEIM, Gräfix, etc.

Wenn Du Leinölfarben für die Balken verwenden willst, dann möchte ich hier auf die Holzlasur von Natural verweisen. Das ist eine Leinölfarbe mit Naturharzen und entsprechenden Erd- oder Mineralpigmenten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



alt bewährt



Hallo

Warum unbedingt streichen?
Wie alt ist das Fachwerk schon?
Wenn dann mit Leinöl vorstreichen und Leinölfarbe nachstreichen (wenn überhaupt)
Die schöne graue Patina verliert dann an Gesicht ... ???

Oder Waidfarben aus Kleindietendorf!

Gefache:
Alles Lose wegmachen und die Fehlstellen mit Luftkalkmörtel ausbessern.
Dann Kalkfarbe drauf fresco ein paar mal! (evtl mit ein paar Tropfen Leinölfirnis? wenn überhaupt)

Kein Wasserglas kein Keim kein Gräfix kein Silikat!
Sparen, sparen sparen - an sowas kontraproduktiven auf jeden Fall!

FK



altbewährt und gut



Hallo

Warum unbedingt streichen?
Wie alt ist das Fachwerk schon?
Wenn dann mit Leinöl vorstreichen und Leinölfarbe nachstreichen (wenn überhaupt)
Die schöne graue Patina verliert dann an Gesicht ... ???

Gefache:
Alles Lose wegmachen und die Fehlstellen mit Luftkalkmörtel ausbessern.
Dann Kalkfarbe drauf fresco ein paar mal! (evtl mit ein paar Tropfen Leinölfirnis? wenn überhaupt)

Kein Wasserglas kein Keim kein Gräfix kein Silikat!
Sparen, sparen sparen - an sowas kontraproduktiven auf jeden Fall!

FK





Na super, husch husch zurück ins Mittelalter .
Kalk ist das Allheilmittel, hilft scheinbar auch bei Krebs u.a. Krankheiten.
Geh einfach zum Farbenfachhandel oder noch besser zu Deinem Malermeister und lass Dich beraten . Vergiss die Laientips .



Mittelalter oder nicht



Hallo

Qualifikation mit Hilfe von Bauindustrie - Na klar!

die guten Herren "Fachvertreter" beraten IMMER neutral und unbefangen.
Auch das Sponsorship in Berufsschulen ist immer OHNE Hintergedanken.

Und die fleissigen Handwerker brauchen ja in den nächsten Jahren WIEDER was zum "Hinschmieren"!

"Eine Hand wäscht ..." Sie wissen schon - sagte der nette Herr auf der Messe mit den schönen Prospekten, den begehten Gliedermassstäben und die aufgehübschte Hostess brachte auch gleich ein Bier und Würstchen mit einer Brezel!

Ein Tipp für Handwerker: Mal in einem Buch über Marketinstrategien rumblättern!

Und ein Tipp fürs Geschichtswissen: Bei manchen Leuten beginnt das Mittelalter vor ca 8500 Jahren (seit dem soll es Kalkverarbeitung geben) und endet mit der Verwendung von zementären Baumaterial so ca vor 120 Jahren!

Ein Buch über Baustoffkunde oder Baugeschichte kann hier auch weiter helfen!

Gutes Gelingen

FK



Snobismus gegenüber Geschichte



Vielen Dank für den Beitrag Florian Kurz.

Alte bewährte Techniken - über Generationen, Jahrhunderte vermittelt - sollten nicht einfach als "zurück zum Mittelalter" ins Lächerliche gezogen werden - noch als Laientipps abgetan werden.

Aus der Geschichte kann man lernen, dass der Mensch aus der Geschichte nichts gelernt hat. Snobismus gegenüber Geschichte - und damit gegenüber die Erfahrung von Generationen vor war schon immer ein Eigentor.

Ich würde auch lieber das Kalkwissen von F.Kurz umsetzen als eine fertige Brühe auf die Wand zaubern. Wer das handwerklich umsetzen und bezahlen kann - angewendet auf historischer Baukultur - gut so.

Wenn allerdings ein Laie für sich - ohne fremde Hilfe - eine Scheune herrichten will, dann können fertige "Pampen" oft sinnvoller sein, als das Experiment.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



der falsche Schritt



Hallo

Sie schreiben:
"Wenn allerdings ein Laie für sich - ohne fremde Hilfe - eine Scheune herrichten will, dann können fertige "Pampen" oft sinnvoller sein, als das Experiment."

Schon das sehe ich anders.
Denn die Fertigpampen richten auf lange Sicht einen Schaden an.
Das kann ein Kalkmörtel oder eine Kalkmilchschicht gar nicht.
Wenn man das auch als Selbermacher falsch machen sollte, ist die Arbeitszeit futsch und das Material - mehr nicht.
Bei den Fertigsaucen mit Geschmacksverstärtker kann der Untergrund (intakter Putz, etc.) geschädigt werden.
Auch weit verbreitete Pseudo-Luft-Kalk-Putze haben Zuschlagstoffe drinnen, die langfristig das selbe bewirken, wie ein Zementputz - Schäden an der Substanz und am Fachwerk!

Nicht umsonst heist es in der Bibel: Baue nicht auf Sand! (m.I.: Die Grundlage muss stimmen)
oder
"entweder g'scheid oder goarned!"

FK



Also gut...



... jede Pampe würde ich ja auch nicht nehmen und empfehlen. Aber es gibt auch Fertigsaucen ohne Geschmacksverstärker von solchen, die redlich um saubere Inhaltsstoffe bemüht sind.

Wenn der Putz mit den feinsten Zutaten falsch angerührt wird und im Auftrag noch Anwendungsfehler geschehen, dann kann das Fachwerk auch leiden.

Im Rahmen dessen, was sich der Anwender zutraut, die besten Materialien heraussuchen - das wird natürlich nicht im Baumarkt erfolgen.

Grüße

frank



Also besser



Hallo

Sie schreiben:
"Wenn der Putz mit den feinsten Zutaten falsch angerührt wird und im Auftrag noch Anwendungsfehler geschehen, dann kann das Fachwerk auch leiden."

Welche Leiden können dann entstehen?

bin gespannt

FK