soviel Dispersionsfarbe...

17.10.2009



Hallo,
ich habe schon einiges zu Dispersionsfarbe gefunden, aber leider nichts ermutigendes.

Ich habe ein (denkmalgeschuetztes) Haus gekauft. Innen sind so ziemlich alle Waende mit Dispersionsfarbe gestrichen. Untergrund ist entweder Raufaser oder Putz (der vorher vermutlich mit Kalkfarbe gestrichen war).

Heute habe ich versucht mit Wasserdampf die Farbe zu loesen und abzuspachteln, das geht zwar ganz gut, dauert aber ewig und Zeit habe ich nicht.
Abbeizen reizt mich auch nicht wirklich und weniger Arbeit waere es vermutlich auch nicht.

Mit einer Sanierfraese???? Wie lange dauert das denn? Muss danach auf jeden Fall neu verputzt werden?

Wie wirkt es sich denn aus, wuerde man die Dispersionsfarbe drauf lassen und mit einer (Dispersions-)Silikatfarbe strichen? Verbessert die Silikatfarbe das Raumklima oder verhindern der enthaltene Kunststoff und die Farbe drunter eine Verbesserung?

Wie wirkt sich GekkoSOL Feinkorn (auf der alten Farbe aufgetragen) auf das Raumklima aus? Gibt es eine Verbesserung oder verhindert auch hier der alte Anstrich jegliche Verbesserung?

Ich habe noch soooo viele weitere Fragen, aber das sind ja schon reichliche.

Vielen Dank schonmal,
Anke



Auch Kosmetik kann schön machen



Das ist die positive Nachricht. Der Maler mußte sich auch früher oft schon sehr schinden. Billiger gehts nur mit Schwarzarbeitern aus Osteuropa. Die Kaschierung mit
Gekkosol oder anderen Grundierungen klappt, auch hält
Kaseinfarbe meist so schon auf festem Dispersionsuntergrund.
Das "Raumklima" kann mit einer Milimeterschicht kaum
wirklich optimal werden, da müßte mindestens eine Lehmputzschicht drauf. Aber eine mineralische, matte
Oberfläche ist doch auch schon was!

Grüße
Birger



Ich



schwitz immer so unter meiner PauVeCee-Jacke, hilft das, wenn ich `nen Baumwollhemd drüberziehe???
Aber mal ernsthaft, wenn im Altbau tapeziert oder mit Dispersionsfarben gestrichen wurde, kam als erstes ordentlich Tiefgrund zur Oberflächenverfestigung zum Einsatz. Die Sanierfräse ist da schon nicht schlecht, denn damit wird auch die oberste "tiefgrundveredelte" Schicht entfernt. Dann je nach vorhandenem Altputz einen Kalkfeinputz oder Lehmfeinputz aufbringen und anschliessend mit Kalk- oder Lehmfarben weiterarbeiten. Reine Silikatfarben wären auch möglich, aber sehr viel teurer und von der Qualität im Innenbereich nicht erforderlich.
Dispersionssilikatfarben sind "Kunstharzpampe" mit Silikatanteilen, da kann man auch Latexfarbe nehmen, die kommt billiger ;-)).
MfG
dasMaurer



Vielen Dank...



... fuer die bisherigen Antworten.

@Birger: Ich verstehe die Antwort, dass es nicht sooooo falsch waere, nur die Kosmetik zu waehlen.

@dasMaurer: Vielen Dank fuer die sehr anschauliche Darstellung mit der Jacke und dem Baumwollhemd ;-)

Tiefgrund (oder Tiefengrund?) duerfte vermutlich gar nicht aufgetragen worden sein, weil der drunterliegende Putz fest und stabil ist, ganz anders im Keller, dort broeckelt bzw. sandet es ganz ordentlich, aber dort ist auch kaum etwas gemacht worden, nur im Gewoelbekeller, dort (natuerlich) auch mit Dispersionsfarbe, die aber schon von alleine runterkommt. Aber der Keller ist ein anderes Thema.

Bin immer noch sehr unentschlossen, was wir machen sollen. Es dreht sich um ziemlich viel Flaeche (Kueche, Esszimmer, grosse Diele, Treppe, Flur, kleine Diele).
Wie kommt man zum Beispiel beim Treppenaufgang mit einer Sanierfraese an die Wand?
Was macht man mit den Decken? Wenn ich da mit der Fraese drangehe, dann kommen die Schilfmatten (oder Weidenmatten oder so) gleich mit runter.

Oder sollte ich mir einfach gar nicht soviel Gedanken machen?

Wir wollen halt bis Jahresende umziehen und koennen kaum etwas selber machen (wollen wuerde ich schon gerne).

Anke



Wichtig: Prüfung des Untergrundes auf Tragfähigkeit



Hallo,

der Malermeister würde in so einem Fall - ohne das Objekt gesehen zu haben - ersteinmal kommen, um die Tragfähigkeit des Untergrundes auf den verschiedenen Wänden zu überprüfen. Und erst dann kann man wirklich sagen, wie vorzugehen ist.

Auch Disperionsanstriche können mit Dekorputz oder Wandfarbe überarbeitet werden. Sie müssen dafür allerdings den Altanstrich anschleifen. Danach müssen Sie den Untergrund entsprechend dem Dekorprodukt vorbereiten...

Mögliche Tragfähigkeitsprüfung:
- Mit Cuttermesser 2 Schnitte senkrecht und zwei Schnitte waagrecht in die Wand (ca. 1 bis 2 cm Abstand), so dass eine Raute "#" als Schnittmuster entsteht.
- breites Malerklebeband drauf und festdrücken
- Klebeband abziehen

Wenn keine Farbschichten am Klebeband hängenbleiben, ist der Untergrund tragfähig und man kann Dekorbeschichtungen aufarbeiten.

Zur Beeinflussung des Raumklimas bei dünnschichtigen Dekorbeschichtungen:
Viele Lehmbauer sehen das zwar anders, wir hören aber immer wieder von "verblüffenden Vorher-Nachher-Effekten" nach der Beschichtung mit 1 bis 2 mm Dekor-Lehmspachtelputz. Badezimmerspiegel beschlagen nicht mehr usw. Wir sehen den Grund dafür in der Größe der mit Lehm beschichteten Wandoberfläche. Die "anfallsartig" auftretende Luftfeuchtigkeit in Form von Wasserdampf in Bädern und Küchen wird zuallerst über die Größe der Wand-Oberfläche aufgenommen... Bei Lehmfarben oder Streichputzen funktioniert das allerdings nicht.

Wenn Sie sich unsicher bzgl. des Untergrundes sind, dann holen Sie sich einen Fachmann ins Haus, der sich das mal anschaut. Unter
http://www.lesando.de/Partner_vor_Ort
sollten Sie fündig werden.

Falls Sie vorab weitere Fragen haben, können Sie auch gerne anrufen.


Schöne Grüße

Robert Schuh



Ist



es eine Alternative die Fareb mit einem Damstrahöer( Fräse) zu entfernen.

@ Rober Schuh " Viele Lehmbauer sehen das zwar anders" nicht nur die sondern auch einige Lehmbaustoffhersteller.

Natürlich beeinflussen die letzten Millimeter Wand-oder Deckenbeschichtung das Raumklima am meisten. Auch ein Sumpfkaklanstrich verbessert das Raumklima.

Um aber z.B eine schnelle Feuchtigkeitsaufnahme und Abgabe zu realisieren reicht keine Spachtel.

Grüße



Das Denkmalamt



sagt, dass der historische Putz nicht entfernt werden darf.... also bleibt wohl nur noch Wasserdampf.

In welcher Groesse gibt es denn Geraete zur Dampferzeugung? Da muss es doch noch etwas anderes geben, als die "normalen" Haushaltsgeraete, oder?

So langsam nervt der Denkmalschutz :-(

Anke