Diffussionsoffen trotz Farbe?

27.02.2004 Felice



Hallo an alle. Wir haben im letzen Sommer unser Haus übernommen. Der Keller war ein kleine Tropfsteinhöle. An der Decke war Kondenswasser? und die Wände waren feucht bis naß. Unser Vorgänger (ein sehr alter Mann) hatte neue Fenster einbauen lassen und dann nicht mehr richtig gelüftet. Denke ich jedenfalls.

Der Deckenaufbau sah wie folgt aus (von untern):

- unterhalb der Balken ein Holzbrett zur Verblendung
- zwischen den Balken Dachlatten und darauf der Fehlboden aus einfachen Brettern
- ein Lehm-/Sand-/Strohgemisch als Dämmung
- Dielen oberhalb direkt auf die Balken genagelt
- die Dielen wurden mit Fußbodenfarbe gestrichen.

So nun zu unserem Problem.

Wenn wir die Forum Beiträge richtig verstanden haben, ist dieser Aufbau diffussionsoffen - bis auf die Farbe. Der Waserdampf ist dann also durch den Fehlboden, das Lehm/Strohgemisch gedrungen und dann auf Grund der Fußbodenfarbe oberhalb der Dielen nicht weiter transportiert worden. ABER dann hätte die Dielen und das Stroh zumindest feucht sein müssen. Waren Sie aber nicht. Alles war total trocken. Nur der Fehlboden und die Balken waren von unten gesehen naß.

Habe ich jetzt einen Denkfehler????
Kann mir das bitte mal jemand erklären?
Vielen Dank im voraus!!!!!





Hallo, kein Denkfehler, nur nicht zu Ende gedacht: Wenn sie einen Dielenboden dicht bekommen wollen, müssen Sie schon einen Zentimeter dick Bitumen draufstreichen. Ansonsten sind die Dielen bei normalem Anstrich dank der Fugen und vieler Ritzen sehr wohl "diffusionsoffen" - sonst, richtig gedacht, wäre Ihnen der Aufbau VIELLEICHT abgesoffen - denn Lehm und Stroh pflegen einen phantastischen Wasserhaushalt und können Feuchtigkeit recht gut verteilen und auch wieder nach unten abgeben, wenn's oben dicht ist ... eine Wissenschaft für sich oder auch nicht.
gf



Diffussionsoffen trotz Farbe?



Danke Herr Flegel, ist einleuchtent. Das würde aber im Gegenzug bedeuten, ich könnte die alten Dielen, ohne sie abzuschleifen, als Fehlboden benutzen, allerdings mit der Farbseite nach untern. Oder? Spart erheblich. Darauf dann einen Rieselschutz (welcher ?) und dann wieder Lehm-/Stroh usw. Ginge das?





Hallo, keine Bedenken: Recycyling ist in. Wenn Sie die Dielen nicht gerade mit Nitroglycerin oder E 605 gestrichen haben, können Sie die bedenkenlos einbauen. Ich mach's genauso.
gf



Kondenswasser



Guten Tag Liebe Kerstin,
Sie haben es doch in Ihrer Frage schon richtig gesagt.
Die Unterseite der Decke wird vermutlich von Kondenswasser befeuchtet sein. Wahrscheinlich waren die Wandoberflächen des Kellers auch feucht, oder? Kondensfeuchte entsteht an der Kalten Oberfläche und braucht etwas Zeit um einzuziehen. Vermutlich wäre ein Feuchteprofil in der Decke oben recht trocken und unten recht feucht. Weiterhin denke ich, dass sie keine Baustoffeuchten gemessen haben, sondern subjektiv nichts feuchtes gespürt haben. Man erkennt ohne Messung aber vor allem Nasse Bereiche, relativ Feuchte aber noch nicht nasse Bereiche können übersehen werden. Aus der Ferne wäre das eine Möglichkeit wie die Feuchte an Ihre Decke kommt und in der Decke verteilt ist.
mfG. Ulrich Arnold



Diffussionsoffen trotz Farbe?



Vielen Dank für die Hinweise.

Da wir gerade Schachtarbeiten auf dem Grundstück durchführen und wir einen mittelschweren (?) Lehmboden haben, würden wir gern diesen Lehm verwenden. Lehm+Sand+Holzhäcksel oder lieber Stroh (hätten wir auch noch da)?
- Wie muß das Mischverhältnis sein?
- Wie viel Holzhäcksen müsen rein, damit eine vernünftige Wärmedämmung erreicht werden kann.

Wir haben noch nie mit Lehm gearbeitet und sind demzufolge absolute Laien auf diesem Gebiet.

- Als weiteres stellt sich die Frage, wie lange sollte der Fußboden offen bleiben, bis ich die Dielen aufbringen kann? Der Lehm muß ja sicher erst trocknen.
- Muß unbedingt ein Rieselschutz rein, wenn ja aus welchem Material?
- Gibt es sonst noch etwas, was wir beachten müssen?

Vielen Dank schon mal im voraus. Gruß Kerstin