Einbau Holzfensterbank innen




Hallo!

Ich lese hier ja schon seit einiger Zeit mit (anfangs vorallem fuer Kalktechniken (Kellerwerkstatt wurde mit Kalkmoertel, -putz und -farben hergerichtet - bin stolz drauf), und finde viel, aber eines nicht:

Wie wird denn sinnvoll (d.h. nicht mit PU-Schaum oder so Zeugs, sondern handwerklich traditionell) eine Holzfensterbank innen auf einer Ziegelwand befestigt? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dasz es einfach reicht, sie nach dem Einrichten und Verkeilen dann nur zu verputzen...

Eine Idee, die ich hatte, waren Gratleisten, die ich auf die Ziegel Schraube und das Fensterbrett dann drueberschiebe - aber finden kann ich zu dem ganzen Thema der Befestigungen nicht wirklich viel...

Vielleicht hat wer ein paar Informationen dazu? Wuerde mich sehr freuen!

Danke,
Oliver



Pu-Schaum ist gar nicht so teuflischhh:-)



Servus Oliver!

So denn:

An der Unterkante Deines Fensters sollte sich ein Falz befinden.

Du machst drei längliche Haufen (quer zum Fensterbrett) aus recht festem Mörtel auf die Ziegel. Links, rechst und in der Mitte des Fensters. Die Haufen sollten ein gutes Stück höher sein als die Unterkante des Falzes an der Fensterunterseite.
Dann steckst Du das Fensterbrett in den Fensterfalz, dabei hältst Du das Fensterbrett aber schräg. Also die äussere Längskante in den Falz, die innere (zum Zimmer hin) Längskante schön hoch, damit Du über die Mörtelhaufen kommst. Dazu ist es nötig das Mauerwerk links und rechts vom Fensterbrett schön groß auszustemmen. Lässt Du das Fensterbrett jetzt los, hängt am Fenster im Falz und liegt auf den Mörtelhaufen auf. Es hängt also stark nach aussen, weil der Mörtel ja höher ist.
Jetzt kannst Du das Brett an der inneren Längskante nach und nach niederdrücken, der Mörtel gibt ja nach. Immer wieder mit der Wasserwage kontrollieren. Man lässt es normalerweise etwas zum Zimmer hin hängen.
Dann lässt Du die Sache einen Tag aushärten. Nun hast Du zwischen den Mörtelhaufen aber Luft. Diese hab ich mit PU-Schaum verschlossen(Asche auf mein Haupt:-)

Ich hoffe, man kanns nachvollziehen, ist ein wenig schwer zu erklären...

Viel Erfolg!



Die Sache mit dem Falz...



Hallo!

Danke fuer die prompte Antwort!

Das ist sehr anschaulich und verstaendlich beschrieben. Sehr fein! Danke!

Falz werde ich mir bauen muessen, da es im Keller unterhalb der Fenster noch eine Schraege gibt, unterhalb der erst die Fensterbank eingebaut werden kann. Aber da einen Falz (bzw. oberen Anschlag) zu konstruieren, ist nicht das Problem. Da kann man dann das Brett quasi "einhaengen" und in das Moertelbett reindruecken. Ja, kann ich mir vorstellen, dasz das so gehen kann.

Sooo, die Frage, die sich dann stellt, ist, inwiefern sich Kalkmoertel mit Eiche vertraegt. Durch den hohen Gerbsaeuregehalt der Eiche reagiert das ja mit dem basischen Kalkmoertel. Und ich denke, diese Verfaerbungen kommen irgendwann auch durchs dickste Brettl durch, oder? macht man das nicht, oder verhindert man das irgendwie? Hat da wer eine Idee?





Hallo Oliver!
Warum nicht Lehm als Mörtel? Er wird schon Jahrhunderte im Fachwerkbau mit Eiche zusammen verarbeitet.
Ich würde auch statt drei Klecksen eher ein Lehm-Bett erzeugen - der Überschuss kann ja an der Innenwand weggenommen werden.
Viele Grüße
Silke



Lehm



Ja, natuerlich, warum eigentlich nicht!

Ah, ein fuer mich gaenzlich neues Betaetigungsfeld. Jetzt hab ich mich so schoen in die ganzen Kalkthemen eingelesen und -experimentiert, kommt jetzt was Neues. Herrlich :)

Da musz sich hier im Forum ja eigentlich noch viel mehr dazu finden lassen, denk ich mir, in Bezug auf Beschaffenheit, Reinheiten, Arten, Trocknung, Verarbeitung, etc...

Danke!



mechanische Befestigung



Eine verdeckte mechanische Befestigung ist hier sicherlich sinnvoll.
Warum derart aufwendige Lösungsfindungen?
Die Länge der Fensterbank so wählen, dass beidseitig mindestens 25 mm eingeputzt werden kann (Ästhetik).ö
Somit ergibt sich ein Bereich, den ich zur mechanischen Befestigung (Schrauben und Dübel) nutzen kann.
Die Unterseite der Fensterbank (Auflageflächen) mit Hanfvlies versehen und in ein dünnes Lehmmörtelbett verlegen.
Allseitig beiputzen und "ewige" Haltbarkeit.

Mitdenkender Gruß

Udo