Falscher Putz




Hallo in die Runde!

Folgende Problemstellung :

Ein Gründerzeit Backsteinbau. Innenwände ursprünglich mit Kalk verputzt, im Laufe der Zeit mit allem Möglichem ausgebessert. Im Bad wurde mit Knauff LUP222 (Zement-leichtputz) ein Ausgleich flächendeckend geschaffen. Darauf sollte ein Kalk -Zementputz als Oberputz. Der Verputzer hat die Säcke selbst rein geschleppt, dennoch überputzte er mit Gips. Bitte nicht fragen, wieso er das gemacht hat....
Ist noch was zu retten oder muss der Gips wieder raus?

Es handelt sich nicht um meine Baustelle, bin nur der Fragesteller.

Grüße vom Hunsrück, Oliver



Innenputz



Mit Gipsputz als Oberputz weiter zu arbeiten geht wenn der Unterputz a) mindestens 28 Tage gestanden hat oder b) vorher mit einer geeigneten Grundierung versehen wurde.



Neues Problem



Offensichtlich tut sich nach dieser Antwort ein neues Problem auf.
Der Bauherr sorgt sich vielmehr um den Gips wegen der Speicherung der Feuchtigkeit und hatte die Überlegung, den Gips zu imprägnieren und mit dem Kalk-Zement weiter zu arbeiten.
Dass es Verbindungsschwierigkeiten zwischen dem Unter- und dem Oberputz geben könnte, war so nicht bekannt. Der Unterputz wurde zwar mit einem Tiefengrund behandelt,jedoch hat er nicht viel länger als zwei Wochen gestanden.....



Moin



in einem normal genuzten Raum ist gegen einen Gipsputz nichts einzuwenden, es soll sogar Leute geben die sich den Gips in Plattenform an die Wand/Decke kleben/schraubn. Weder ist Gips noch Zement eine Teufelei der Baustoffalchemisten sondern Baustoffe die, richtig angewendet ihre Daseinsberechtigung haben.
Wenn es eine geeignete Grundierung war passt es.



Weder - noch



@olaf

Ich habe weder Gips noch Zement verteufelt. Vielmehr ist mir deren Verwendung gleichgültig. An meinenWänden wurde nur Lehm und Kalk verwendet, ich habe mich mit Gips in (Feucht-) Räumen nicht näher auseinandergesetzt.

Das in der Fragestellung erwähnte Gebäude ist ein vermietetes Objekt. Eine ausgiebige Kontrolle des Lüftungsverhaltens ist nicht zu überwachen. Aus diesem Grunde wollte der Bauherr auf die Verwendung von Gips in den Bädern verzichten.

Ich selbst habe diesbezüglich keine Erfahrung und habe angeboten, hier im Forum zu recherchieren. Kritik an der Verwendung dieser Baustoffe allgemein oder gar den Anwendern liegt mir fern und ist mit keinem einzigen Wort geschehen.

Sachlich neutrale Antworten freuen mich um so mehr.

Grüsse , Oliver



Gipsputz



Als Firma würde ich in Feuchträumen keinen Gipsputz einsetzen bzw. nur mit Bedenkenanmeldung, als Planer ebenfalls. Laut DIN V 18550 ist PIV nicht in Feuchträumen zulässig.
Das heißt nicht das er nicht funktioniert. Man kann ihn in Spritzwasserbereichen mit Abdichtungen und Grundierungen schützen, so wie Holzwerkstoffe oder Gipsplatten.
Es gibt genügend Bauherren die sich Lehmputz ins Bad einbauen.
Man muß hier unterscheiden zwischen gewerblicher Anwendung und dem privaten Baugeschmack von Eigentümern.



Danke



Welches Produkt böte sich als geeignete Grundierung an? Spritzwasserbereiche sollen nach meinem Kenntnisstand gefliest werden.


Vielen Dank für die Antworten!



Gipsputz



Erst mal: Fliesenbeläge sind nicht wasserdicht.
Feuchtebelastungen werden in Belastungsklassen eingeteilt. In privaten Feuchträumen wie Bädern oder Küchen gelten die Klassen 0 für Boden- und Wandflächen außerhalb von Spritzwasserbereichen, für Spritzwasserbereiche an Wand und Boden die Klassen A0 1 und A0 2. Im gewerblichen Feuchtebereich, das sind Klassen die darüberliegen, ist Gips generell nicht zulässig. In der Belastungsklasse 0 kann man ihn einsetzen wenn unter der jeweiligen Beschichtung (wie z.B. Fliesenbelag) im Spritzwasserbereich (A0 1)eine Abdichtung vorhanden ist.
Das können Kunststoffdispersionen oder Flüssigkunststoffe sein. Welche- jeder Markenhersteller wie MEM, STO, PCI usw. hat passende Produkte für die jeweiligen Untergründe und Beläge im Programm.
Unabhängig davon würde ich sowohl als Planer und auch als Ausführender keinen Gipsputz im Feuchtraumbereich einsetzen weil ich dann den Nutzungsgewohnheiten der Bewohner ausgeliefert bin, was die Gewährleistungsproblematik betrifft.
Persönlich, für mich als Nutzer, sehe ich kein Problem darin, Gipsbaustoffe in Küche und Bad einzusetzen. Bei mir im Haus funktionieren sie ohne Probleme.