Hilfe gesucht

01.04.2014 Laufente



Hallo,

ich bin absoluter Neuling und habe mir zusammen mit meinem Freund einen Resthof gekauft....
ein paar Fakten:
- von 1883
- ca 100 qm Wohnfläche + 200 qm derzeitiger Stall (und das ist nur das Erdgeschoss....)
- eine Seite (Nordseite) ist noch komplett Fachwerk (vor 3 Jahren neu aufgebaut worden, nicht von uns)
- die anderen 3 Seiten sind massiv gebaut
- der vordere (nicht-Fachwerk-) Teil wurde in den vergangenen Jahren als Wohnraum genutzt
- der Wohnraum ist uns zu klein (mindestens ein Zimmer fehlt) und nutzt die Charme des Hauses (alte Balken, Weite der Räume) nicht aus
- das Bad ist ein Albtraum und wird wohl einem Durchgang in den alten Stallteil weichen müssen...
- und jetzt schweife ich vermutlich schon zu weit ab...


Nun stehen wir also vor einem großen Projekt, sind voll motiviert, haben auch Ideen und Pläne... aber dann doch nicht da nötige Fachwissen und den Mut alles allein zu machen. Daher: Suchen wir jemanden der im Bereich Stade, Bremerhaven, Bremervörde, vielleicht auch noch Hamburg Ahnung von Umbau und Sanierung solcher Gebäude hat. Unsere Vorstellung wäre eine Baubegleitung, also jemand, der uns mit Ratschlägen, Tipps und Fachwissen zur Seite steht...

Kennt ihr da jemanden? Seit ihr so jemand?

Ich bin gespannt....



Ach ja...



...wo das Haus ist, wäre eine sinnige Information, nicht wahr :-) Es befindet sich in der Nähe von Hemmoor.



Ratschlag:



Nehmen Sie am besten Kontakt mit der IG Bauernhaus auf und lassen Sie sich jemanden als fachkundigen und neutralen Gutachter/ empfehlen, idealerweise einen Architekten/Bauingenieur mit Kenntissen in der Fachwerksanierung/-Instandsetzung

1. Lassen Sie dann durch diesen Gutachter eine Bestandsaufnahme machen, eine Begutachtung des Erhaltungszustandes und ggf. ein Schadenskataster, wenn das Fachwerk geschädigt sein sollte, sowie Bestandspläne anfertigen.

2. Sprechen Sie mit diesem Gutachter alle bau- und planungsrechtlichen Probleme durch, die mit einem Aus- und Umbau Ihres Resthofes verbunden sind: Umnutzung, Dachgeschossausbau, Nutzung grenzständiger Gebäude, Brandschutz, Gebäudedämmung.

3. Sprechen Sie mit diesem Gutachter alle technischen, baukonstruktiven und bauphysikaliischen Problem- und Entwurfspunkte durch, die sich aus Ihrem Umbau ergeben (Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Feuchetproblematik, Bauschäden).

4. Lassen Sie von diesem Gutachter/PLaner eine Kostenschätzung auf dem Detaillierungsstand einer Kostenberechnung (Entwurfsstand) anfertigen und und überdenken Sie danach Ihre Finanzierungsmöglickeiten.

5. Sehen Sie auf jeden Fall davon ab, ohne diese fachkundige Hilfe mit einer ungeplanten Sanierung (Basteln im Bestand) anfangen zu wollen. Wenn Sie von der sehr komplexen und sehr anspruchsvollen Materie der Fachwerksanierung keine oder sehr wenig Ahnung haben, über keine oder nur geringe handwerkliche Kenntisse verfügen und in absehbarer Zeit (spätestens nach 1,5-2 Jahren) den Resthof nutzen wollen, dann ist ungeplantes und improvisiertes Sanieren unbedingt zu vermeiden.

6. Eine Fachwerkgrundsanierung oder die umfassende Kernsanierung eines historischen Gebäudes ist i.d.R. teurer bis wesentlich teurer als neu zu Bauen, wenn Sie eine fachgerechte Sanierung zu Grunde legen die sich an zeitgemäßem Wohnstandard orientiert.

7. Die Pippi-Langstrumpf-Methode führt lediglich zu einer Villa-Kunterbunt mit hohem Fehlerpotential, bescheidenen Ergebnissen unter großem finanziellen und zeitlichem Einsatz.

8. Ratschläge von Zeitgenossen und Selbersanierern, die "alles selbstgemacht haben, mit ein paar Freunden und Handwerkern aus dem Dorf und Abbruchmaterial für paar-Euro-fuffzich und Architekt-brauchste-sowieso nicht" wird es bestimmt auch geben. Diesen ist aber nicht zu folgen, außer Sie stellen sich auf eine Sanierungszeitraum von mehreren Jahren (3-5 Minumum) und ein Leben auf der Baustelle mit sehr ungewissem Ausgang ein.

PS. 1-8 ist die Erkenntnis aus mehreren Fachwerksanierungen und etlichen Bauberatungen vin Bauherren/Baudamen, die sich in der gleichen Situation wie Sie befunden haben. Seien Sie lernfähig und machen Sie nicht jeden Anfängerfehler wieder auf´s Neue.



Resthof



ich bin da mal auf ne Truppe gestoßen, die sich Monumentendienst schimpft (das kann man unter Munumentendienst Niedersachsen googeln). Die bewerten objektiv historische Bausubstanz und geben wertvolle Hinweise zum Umgang mit dem speziellen Gebäude. Das geht von der Analyse von Bauschäden bis hin zu Material- und Ausführungshinweisen. Ich war doch recht überrascht von der Fachkompetenz ohne das die einem was verkaufen wollen, sondern immer nur auf den Status Quo des Gebäudes bezogen.



Zufällig



ist "EmZet" auch im Team des Monumentendientes tätig. Dagegen ist ja auch gar nichts zu sagen, ganz im Gegenteil.

Aber dann machen sie auch deutlich, welche Interessen Sie vertreten. Wenn ich meine Dienste anbiete, dann tue ich das öffentlich.



Frag doch mal



im ABC in Hüll nach. Die selbst machen sowas nicht, aber an Ihren Buden gabs über die Jahrzehnte immer was zu machen. Das sind erfahrene Bauherren und-Damen. Möglicherweise können die jemand aus der Gegend empfehlen.
Ralph Schneidewind
P.S.: ABC = Autonomes Bildungszentrum