Fachwerkwand Vorsatzschale

04.01.2014



Hallo!
Eine kleine Frage an die Fachwerkspezialisten: Wir haben vor zwei Jahren eine Doppelhaushälfte erworben, Baujahr um 1900. Die Häuser sind sehr unterschiedlich erbaut - bei unseren Nachbarn Fachwerk, bei uns massives Mauerwerk plus Außendämmung. Die Trennwand, die wir uns teilen, ist auch eine Fachwerkwand. Im Erdgeschoss wurde eine Mauerwerksschale davor gesetzt, im Dachgeschoss aber nicht. Das heißt hier haben wir eine "richtige" Fachwerkwand mit Ziegeln und Lehmputz. Unsere Nachbarn haben das Dachgeschoss ausgebaut, also eigentlich eine reine Innenwand, von beiden Seiten beheizt. Diese Wand wollen wir nun verkleiden. Da unser Innenausbau im Dachgeschoss mit Mineralwolle und Gipskarton erfolgen wird, wollten wir auch die Fachwerkwand mit verkleiden (der Lehmputz ist extrem uneben und an mehreren Stellen brüchig oder schon abgeplatzt...) Geplant ist hier der folgende Aufbau: auf die Fachwerkwand eine Lattung aber keine Dämmung, darauf dann Rigipsplatten... Ist dieser Aufbau für eine Innenwand denkbar oder kann es hinter den Rigipsplatten zu Problemen kommen? Muss die Dampfbremse von den Dachschrägen auch hier weiter geführt werden (also Aufbau: Lattung, Dampfbremse, Rigips...)?
Für eure Hinweise vielen Dank!
Diana



Schallschutz ...



... könnte das Thema bei Ihrem Vorhaben sein. Eine einschalige Fachwerkwand als gemeinsame Haustrennwand hat allein auf Grund ihrer Masse/ihres Gewichtes nur ein recht bescheidenes Schalldämmmaß; ganz abgesehen von den vielen Fugen, die prinzipiell als "Schall-Leckage" berücksichtigt werden sollten.

Als Mindestanforderung an gemeinsame Haustrennwände nach DIN 4109 sind 57 db Voraussetzung. Die Schalldämmung ist abhängig von der Masse der Wand. Die FAchwerkwand mit Strohlehm (1.200-1.700 kg/m3) und einer Stärke von 14-16cm (ohne Putz) hat eine Masse von ca. 200kg/m2 und damit ein Schalldämmmaß von ca. 44 dB, also absolut unzureichend.

Mit einer Vorsatzschale , die vollkommen unabhängig vor der FW-Wand steht und die zweilagig mit Gipsfaserplatten (Fermacell) oder mit einer Spanplatte und GKB beplankt ist, kann das Schalldämmmaß um 13-15dB verbessert werden, erreicht also im Idealfall den Mindeststandard.

Der lichte Abstand zwischen FW-Wand und der Rückseite der 1. Plattenlage sollte etwa 5-7cm betragen. Zwischen die Ständer werden im Hohlraum 4cm Dämmmaterial montiert (Mineralfaser-Trittschalldämmplatte, Typ T)

Die Vorsatzschale sollte vor der Montage der Verkleidung auf der Unterseite der Sparren errichtet werden, nicht umgekehrt, um Fugenundichtigkeiten zu vermeiden.

Vorher könnten Sie noch einen flächigen Lehmputz auf die FW-Wand aufbringen und durchgehende Spalte schließen und zugleich das Flächengewicht erhöhen.