Fachwerkwand neu auffüllen

10.10.2014 gustaf



Hallo

Ich habe in der Küche eine Fachwerkwand freigelegt, die zwischen Tür und Außenwand steht. Dahinter ist der Flur.

Der Wandaufbau besteht aus Backsteinen, Lehmsteinen und Lehmgefache. Das meiste davon ist porös und bröckelt nur so ab.

An 2 Eichenbalken ist Würfelbruch zu erkennen. Dort sind auch 2 - 2,5 mm große Löcher vorhanden. Es sind aber nur Teilstücke. Sie sind an den Stellen weich.

Mit dem Messer kann man 1-2 cm einstechen. Der Rest ist hart. Der Deckenbalken ist im Bereich der Außenwand morsch.

Es ist kein Würfelbruch zu erkennen, dennoch kann man Holz mit dem Finger oberflächlich entnehmen. Darunter ist es von staubig-krümmeliger Konsistenz. Es geht mit dem Fingernagel abzukratzen.

Die Eichenbalken haben eine Holzfeuchte von 8 - 13 Prozent.

Die Lehmgefache von 23 - 25 Prozent.

Die Lehmsteine von 28 - 33 Prozent.

In der Küche ist momentan eine Luftfeuchtigkeit von 70 - 80 Prozent.

Bis auf den Balken neben der Tür, der keine Schäden aufweist, möchte ich alles entfernen und auffüllen.

Welches Material außer Kalk und Lehm ist dazu am Besten geeignet?


Gruß

Gustaf



Der Würfel bricht.



Schwer zu sagen ohne es wirklich gesehen zu haben. Wenn es in der Nähe ist kann ich aber mal einen Blick drauf werfen.
Wie das unten aussieht ist da nichts mehr kraftschlüssig verbunden und die Strebe ist ohne Wirkung. Beim Austausch dürfte einem das Meiste entgegen kommen.

Ist die Außenwand gemauert oder handelt es sich dort um Fachwerk? Wenn es gemauert ist kann man das Ganze absprießen und entweder durch tragfähiges Mauerwerk ersetzen oder die Holzkonstruktion wieder herstellen und neu Ausfachen. Handelt es sich um Fachwerk muss sich das jemand ansehen um festzustellen wie weit die Schädigung geht und vor allem woraus diese resultiert – um letztlich die richtige Entscheidung treffen zu können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Gustav,

korrekt wäre;

- oberhalb des Riegels durchstoßen und die Konstruktion mittel Absprießen sichern. Dabei die Sprieße sicher auflagern.
- entnehmen und austauschen des beschädigten Holzes.
- wieder ausmauern und verputzen.
- das mit dem Gipskarton wird nichts. Wenn Holz im Gefüge vorhanden ist wird es immer minimale Bewegungen geben, die zu Rissbildungen an den Platten führen. Im Übrigen sollte immer hohlraumfrei und niemalsnicht hinterlüftet im Innenraum gearbeitet werden.
- Absprießen, und der Ersatz von Hölzern ist Zimmermannssache und nichts für einen Laien.

Um das dauerhaft unbeschädigt zu halten eröffnen sich noch folgende Fragen:
- Woraus resultiert die hohe Luftfeuchtigkeit und wie hoch ist die wirklich? Messen Sie mal vergleichend immer innen und außen, morgens und nachmittags.
- Ist das Ganze unterkellert in diesem Bereich?
- Wie sieht der Bodenaufbau aus?