Fachwerkscheune zum Wohnhaus umbauen, Kosten pro qm mit Eigenleistung???

05.10.2014



http://www.dr-schorn.de/cms/immobilie/wohnen-im-aussenbereich-zu-muenster,i160440

Hallo zusammen!
Mein Mann und ich himmeln alte Häuser mit Charme, speziell Fachwerkhäuser gerne an.
Längerfristig wäre es ein Traum ein entsprechendes Objekt selbst aufzuarbeiten.
Wir sind handwerklich nicht ganz ungeschickt und mein Mann ist gelernter Tischler (heute allerdings in anderem Bereich tätig).

Uns ist klar, dass es sehr viel Aufwand bedeutet, Planung, beim Denkmalschutz noch mehr Behördenabstimmung etc.

Jetzt habe ich euch aber mal einen Link oben reingesetzt und möchte gerne eure Meinung(en) zum Kostenvoranschlag hören :)

Wir haben uns die Scheune bisher nur von außen angeschaut, sieht auf den ersten Blick nicht wie ein Totalschaden aus.
Natürlich ein neues Dach und innen auch alles neu, damit ein Wohnhaus draus wird. Die Ziegel der Außenwand sehen ganz ordentlich aus, die Fachwerkbalken müssten sicher teilweise ausgetauscht werden, aber wohl wahrscheinlich nicht alle.

Das Dach selber hat keine Löcher zum durchschauen ;)
Wenn man jetzt keine größeren Wasser, Schimmel oder ähnliche Schäden einplant:

Findet ihr die Ansage, dass man 2000 euro/qm rechnen muss korrekt?

Das wäre dann nämlich einfach mal zu teuer für uns.

Die Wohnfläche kann auf höchstens 300 qm ausgebaut werden.
Wenn wir aber nur 200 Wohnfläche ausbauen und den Rest als Garage, Werkstatt, Schuppen etc nutzen würden, also in dem Bereich weniger ausbauen müssten, wie viel könnten wir vielleicht damit sparen?

Und wie viel kann Eigenleistung ausmachen, wenn man sich nicht dusselig anstellt und mein Mann ja sicher auch einiges selber könnte, als gelernter Tischler?

Unser geplantes Budget liegt nicht bei 750000, sondern bei 400000+Puffer, besonders wenn man über einen längeren Zeitraum ausbaut.

Habt ihr Tipps und Feedback für mich/uns?
Denn günstiger als 150000 bekommt man hier im Umkreis von Münster eigentlich nichts. Wenn wir so hohe Sanierungskosten im Vorfeld einplanen müssen, ist unser Traum hier im Vorfeld zu Ende.

So, bin gespannt, schönen Abend noch!
Katja





Hallo,

im Vorfeld sollten noch weitere Fragen geklärt werden:
Darf das Objekt überhaupt rein zu privaten Wohnzwecken genutzt werden?
Außenbereich heißt man muß sich "jeden Handgriff" genehmigen lassen, ist die vorgestellte Umnutzung baurechtlich möglich?
Bauamt und zuständige Denkmalschutzbehörde im Vorfeld kontaktieren!

Wieviel Zeit habt ihr für die Sanierung, bis das Objekt wohnfertig sein muß?
Ertragt ihr es auch evt. über mehrere Jahre auf einer Baustelle zu wohnen?
Wieviel Zeit könntet ihr über welchen Zeitraum für Eigenleistungen aufwenden?
Welche Gewerke könntet ihr übernehmen?
Wieviele Arbeitsstunden würde ein Fachbetrieb für diese Gewerke kalkulieren? Wenn ihr das doppelte an Zeit braucht, wird dann der Fortgang der übrigen Arbeiten nicht behindert?
Sind know how und ggfs. erforderlich Maschinen vorhanden?

Welche Gewerke müßt ihr an Firmen vergeben?
Wie umfangreich soll das Objekt überhaupt saniert/umgebaut werden?
Die Kosten können bei einigen hundert aber auch weit über die 2000€ pro m² geraten.

Nehmt einen Architekten, der ++tatsächlich++ altbausanierungs- und fachwerkerfahren ist, mit zur ausgiebigen Besichtigung des Objekts. Formuliert für euch eure Fragen an den Architekten bereits vor dem Termin am besten schriftlich.
Hilfreich ist ein Kontakt oder eine Mitgliedschaft in der IGBauernhaus.de .

Gruß
Detlef



Fachwerkscheune zum Wohnhaus umbauen, Kosten pro qm mit Eigenleistung???



Vielen Dank Detlef!
Unser Gedanke war eher: Wenn man wirklich die angegebenen 2000/qm braucht, müssen wir uns gar nicht an das Projekt wagen, weil es für uns zu teuer ist.
Wenn das auch günstiger machbar ist, wärs einen Versuch wert ;)
Grundsätzlich heisst es, das ganze wäre "projektiert", d. h. es ist schon eine entsprechende Nutzung als wohnhaus genehmigt, oder?
Allerdings dann wohl zu so sündhaft teuren sanierungsplänen...

Vielen Dank soweit!





Hallo,

es kann ihnen hier niemand sagen wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden. Die 2000€ sind ein Faustwert, im konkreten Fall völlig ohne Belang. Die Angaben des Makler können sie ebenso in die Ablage "P" legen, egal was er schreibt oder sagt. Einen Kostnvoranschlag gibt es nicht auf der Werbeseite des Maklers. Etwas sei "projektiert" hat keine rechtliche oder praktische Bedeutung. Für die Baugenehmigung und deren Einhaltung sind sie als späterer Bauherr zuständig, ebenso ob das Bauvorhaben überhaupt genehmigungsfähig ist.
Ohne Planer/Architekten kommen sie hier nicht weiter.

Gruß
Detlef



Denkmalschutz,



wunderbar.
So richtig schlau werde ich aus dem was man auf der Seite des von Ihnen gesetzten Links liest nicht. Handelt es sich bei dem Kaufpreis um das gesamte Objekt (Scheune und ehemalige Gastronomie sowie Grund und Boden) oder nur um die Scheune und ist somit von einer von mehreren Parteien genutzten Zufahrt auszugehen?
Ich lese immer, soll ausgebaut werden. Da sehe ich viele Fragezeichen. Denkmalschutz kann Ihr Ruin sein, wenn sie schon darüber nachdenken selbst mit Hand anzulegen um Kosten zu sparen. Meines Wissens nach sind in Münster seit 2011 5% Grunderwerbssteuer zu zahlen. Mit Maklerprovision kommen Sie da locker auf über 166 Tausend Euro. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?
Auch ohne das Objekt gesehen zu haben würde ich mich aus meiner Erfahrung heraus auf Kostenangaben mit einer bestimmten Summe pro Quadratmeter überhaupt nicht verlassen.
Ist das Objekt an das örtliche Abwassernetz angeschlossen?
Ich finde es aus meiner Sicht verwunderlich, dass man nur Außenansichten von dem Objekt sieht? Warum ist das so?
Ganz wichtig finde ich die Punkte die Detlef angesprochen hat.
Objektiv betrachtet sollten Sie wohl besser noch eins zwei Nächte darüber schlafen.
Vielleicht sollten Sie sich das Objekt auch ansehen um ein Feeling für den Umgang mit Maklern zu bekommen, falls es ihr erstes Objekt ist. Empfehlen würde ich Ihnen sich zum Besichtigungstermin jemanden mitzunehmen, der etwas davon versteht und lieber demjenigen seinen Aufwand bezahlen, wenn nötig auch noch bei weiteren Objekten als hinterher auf einer denkmalgeschützten Bauruine mit viel Schulden zu sitzen.
MfG
Chris Heise



Fachwerkscheune zum Wohnhaus umbauen, Kosten pro qm mit Eigenleistung???



Hi Chris,

vielen Dank für die Rückmeldung.
Grundsätzlich haben wir nicht vor, irgendeine Immobilie zu kaufen ohne einen Sachverständigen vorher mitzunehmen.
Genauso sieht es mit Eigenleistungen ohne Abstimmung mit der Denkmalbehörde aus.
Die Frage war eher, ob wir das überhaupt mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umsetzen können.

Und ja, 5% Grunderwerbssteuer in Münster, außerdem hohe Provisionen von 5,95% als Standard und 2% für den Notar kommen auch immer noch obendrauf.
Das ist hier aber der Regelfall.
Und wir suchen nun mal im direkten Umfeld von Münster.

Die Anzeige fand ich auch so lala, deshalb frage ich ja auch hier an. Für das Gastro-Gebäude gab es allerdings eine gesonderte Anzeige über 180.000, die ist inzwischen offensichtlich schon weg.
Angeblich soll es um die Scheune und ca. 1700 qm gehen, allerdings gehen die Grundstücksgrenzen aus der Anzeige nicht klar hervor.

Auf jeden Fall werden wir noch einige Nächte darüber schlafen. Ich hoffe, dass das Objekt dann nicht weg ist. Aber wenn doch, haben wir wieder etwas für das nächste Angebot gelernt.



Hallo,



nun ich kenne Euch nicht, allerdings würde ich bedenken ob man wirklich soviel Geld in die Hand nimmt um dann sein Grundstück mit anderen zu teilen?
Euch jedenfalls viel Glück und vielleicht irgendwann Freude mit Euerer Errungenschaft.
lg



Flächennutzungsplan



Und sich vor dem Kauf vielleicht auch informieren, ob nicht vor der eigenen Haustür ein Windpark bereits projektiert ist. Im Außenbereich zählen einzelne Gehöfte und ihre Bewohner nicht viel bis nichts.



An



sich sind die 2000 Euro/m2 nach der Aussage unseres Architekten schon eher in der Größenordnung Luxusausstattung und Ausführung komplett durch Fachfirmen (Preisniveau Ostösterreich, Raum Wien), wobei sich diese Aussage aber auf Objekte OHNE Denkmalschutz bezieht. Ich hatte in MS nie Kontakt mit Handwerkern (jedenfalls in deren beruflicher Tätigkeit, ansonsten recht unerfreulichen, aber das gehört hier nicht rein), daher kann ich über das Preisniveau wenig sagen.

Die Aussagen bezüglich Windpark finde ich interessant, in Österreich gelten in den meisten Bundesländern reichlich große Mindestabstände, Größenordnung 1,5 km von jeglicher Wohnbebauung.

"Projektiert" ist ein hübsches Wort, soll vermutlich heißen, dass sich mal jemand unverbindlich ein paar Gedanken gemacht hat und ein paar Striche auf eine Skizze geworfen.