Fachwerkkonstruktion ergänzen

12.02.2019 Belacol



Hallo Zusammen!

Ich habe eine Frage bzgl. der Ergänzung bzw. Einfügung einer Fachwerkkonstruktion im OG.

Mein Häuschen besteht aus einem massiv gemauerten EG und ab OG aus Fachwerk. Durch die Sanierungsarbeiten ist dem Zimmermann aufgefallen, das die vorhandene Fachwerkkonstruktion nicht im Original besteht. D.h. viele Ständer , Riegel etc. waren zuvor schon an anderen Stellen oder in anderen Häusern verbaut.
Das Fachwerk im OG ist irgendwann in leichte Schieflage geraten. Das DG bzw. der Dachstuhl stehen noch gerade. Sowohl Statiker als auch Zimmermann können nicht genau sagen wodurch das geschehen ist.

Nun möchte ich dieses Jahr das Dach sanieren (Dämmung etc.) und der Statiker hat mir empfohlen zunächst einige aussteifende, lastverteilende und sichernde Maßnahmen im OG und am Giebel durchzuführen.
Unter anderem den Einbau/die Ergänzung eines Fachwerks an einer Zwischenwand, welche sich unter dem stehenden Stuhl des DG befindet.
Ich hoffe das meine Skizze verständlich ist. Ein Teil der Wand bestand aus Lehmziegeln, welche beim berühren schon wackelte. Nach dem Entfernen der Lehmsteine kann man nun erkennen, das an den vorhandenen Ständern keine Zapfenlöcher etc. vorhanden sind.
Der Statiker empfiehlt den Einbau gemäß der linken Seite (Konstruktion). Mir kommen aber Zweifel.
Daher meine laienhaften Fragen:

Kann man ein Fachwerk an einer Stelle einbauen an der eventuell vorher keines Stand?
Ist der Vorschlag des Statikers - die Konstruktion der linken Seite zu kopieren - überhaupt richtig?
Schwächen die Zapfenlöcher nicht die vorhanden Ständer und Querbalken?
Was könnte passieren, wenn der Statiker sich irrt?

Im Voraus schon mal Danke für Hilfe.



Ein versierter Zimmermann



kann soweit ich weis die nowendige Positionierung, Anzahl und vor Allem Art der zimmermannsmäßigen Verbindung der Balken mit den notwendigen Faktoren wie Last von oben, Schub- und Zugkräfte etc. quasi physikalisch "berechnen" (und natürlich in der PRaxis entsprechend umsetzen).

Zapfenlöcher MIT Funktion schwächen die Balken ja nicht, weil sie mit Zapfen gefüllt werden um andere Balken zu verbinden.

Ich glaube mich zu erinnern, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man eine "gewachsene" Konstruktion mit Schieflage wieder gerade drücken will, weil die Hölzer sich über einen langen Zeitraum an die veränderte Belastung anpassen und beim Geraderücken Schäden nehmen können

Komisch, dass hier vorher nichts an "Zwischenkonstruktion" vorhanden war?!



Zweitverwendung



Also ich kann da nichts daran finden. "viele Ständer , Riegel etc. waren zuvor schon an anderen Stellen oder in anderen Häusern verbaut." Bei mir ist das Sichtfachwerk aus einem Guss, aber ich habe eine schöne Innenwand wo unterschiedlichste Balken verbaut wurden. Das alte Fachwerwerk war ein schönes geblattetes alemannisches Fachwerk, das durch gezapfte Balken ergänzt wurden. Kein Problem und die Verwendung alter Balken dürfte zu vielen Zeiten eher die Regel als die Ausnahme sein. Ebenso waren viele Balken in Zweitverwendung im Boden zu finden.

Sowohl Zimmerer als auch Statiker kennen sich mit den Belastungen aus und heute wird eher mehrfach überdimensioniert als zu wenig vorgeschlagen. Bei ihnen ist die Abstützung nur in eine Richtung. Die andere sollte in jedem Fall ergänzt werden. Vermutlich wurde das bei ihnen etwas zu viel gespart.