Fachwerkhausfinanzierung - Tipps und Tricks

Und da steht es. Ein Traum von einem Fachwerkhaus in einer wirklich wunderbaren Lage. Allerdings hat es so ein bis dreißig Mängel und da stellt sich schon die Frage: Lässt sich so ein Gebäude erwerben? Wenn ja, wie teuer wird es? Und gibt es Fördermöglichkeiten?


Wie finanziert man ein solches Gebäude?

Vor dem Kauf benötigt man einen unabhängigen Gutachter, der ein entsprechendes Gutachten erstellt. Hierbei gilt es festzuhalten, dass dieser Gutachter eine Gerichtszulassung haben sollte. Immerhin kann immer etwas mit dem Gebäude sein, was eine Gerichtsverhandlung nötig macht.

Und auch die Finanzierung stellt sich ein bisschen komplizierter dar, als die eines normalen Hauses. Wie hier schon festgehalten wurde, ist eine Investition in die Sanierung eines Fachwerkhauses ein ziemlich teures Vergnügen. Dies liegt einerseits an der durchaus besonderen Bausubstanz und am Gesetzgeber, der Vorgaben, bezüglich der Denkmalpflege, erlassen hat.

Aber es gibt dennoch entsprechende Optionen.


Die Finanzierungsfrage

Ratsam ist natürlich eine Finanzierung samt Eigenkapital. Theoretisch gibt es auch eine 100%-Finanzierung, welche den Kaufpreis betrifft und eine 110%-Finanzierung, welche bedeutet, dass das Haus tatsächlich komplett fremdfinanziert ist.

Aber gleich, für welche Finanzierungsspielart man sich entscheidet: Man sollte darauf achten, wann durch die Bank sogenannte „Bereitstellungszinsen“ verlangt werden. Diese werden dann fällig, wenn der Kredit nicht sofort, nachdem der Darlehensvertrag abgeschlossen wurde, ausbezahlt wird, sondern später. Diese betragen 3 Prozent im Jahr. Dann wäre ein Baudarlehen mit einem Sollzins, also dem Darlehensnettozins, der etwas höher ausfällt, deutlich praktischer.

Falls nur geringes Eigenkapital vorliegt, wendet man sich am besten erneut an die KfW. Diese hilft erstens bei der Finanzierung jeder Immobilie, solange sie älter als fünf Jahre ist, mit. Zweitens werden entsprechende Mittel bei einigen Banken auch als Ersatz des Eigenkapitals gewertet.

Auch das BMWi, also das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, kann geldzuschießend einspringen.

Und wo wir gerade bei den Banken waren: Diese bewerten Fachwerkhäuser üblicherweise anders, was bedeutet, dass man beim Beleihungswert mit Abschlägen rechnen muss. Da dieser normalerweise zehn bis dreißig Prozent unterhalb des Verkehrswertes, also dem Wert, den die Immobilie unter normalen Umständen erzielt, liegen kann, sollte man dies im Hinterkopf behalten.

Noch höher wird der Abschlag, wenn man sich ein Reetdach für das Fachwerkhaus wünscht.

Hierfür und bezüglich anderer Aspekte gilt: darauf achten bei der Anschlussfinanzierung.

Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-sonnig-ferien-menschen-5091717/


Wie teuer darf ein Fachwerkhaus sein?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt auf die diversen Umstände an. Ist es ein wohl restauriertes Schätzchen? Dann dürfte man kein großartiges Glück haben, es kaufen zu können. Nicht nur, dass der Preis aller Wahrscheinlichkeit nach absurd hoch ist, auch der Hausbesitzer wird sich hüten, diese Immobilie zu veräußern.

Das ist nachvollziehbar, denn höchstwahrscheinlich ist das Gebäude wahlweise seit Generationen im Familienbesitz oder der Hausbesitzer höchstselbst hat viel Zeit, Mühe, Blut, Schweiß und Tränen in die Restauration investiert. Vermutlich soll es gar sein Altenteil werden.

Also bleiben nur solche Häuser, die schon die eine oder andere Macke haben, übrig. Und dann fallen Sanierungskosten an, die sich schlimmstenfalls gar nicht hinter den Kosten einer neuen Immobilie verstecken müssen. Möglich sind da Preise in Höhe von 1200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Aber, wie oben schon festgehalten: Es gibt Zuschüsse.

Und natürlich ist es auch heutzutage noch möglich, ein Fachwerkhaus zu bauen. Damit nicht jeder einfach so sein Fachwerkhaus errichten kann, wie es ihm passt, muss der Bebauungsplan begutachtet werden. Sollten feste Vorgaben existieren, ist die Idee des Fachwerkhauses gestorben. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass genau der umgekehrte Fall denkbar ist.

Wenn eine solche Konstruktion möglich sein sollte, geht es nur noch um den Preis. Zwar ist dieser nicht so einfach zu beziffern, gerade weil es unterschiedliche Optionen des Fachwerkhausbaus gibt, allerdings gibt es Näherungswerte. Wenn man eine kleine Immobilie haben möchte, von einer Größe von 120 bis 150 Quadratmetern, darf man mit 200.000 bis 350.000 Euro kalkulieren. Sollte man eher eine Baufläche von 200 oder gar 250 Quadratmetern im Auge haben, dürfte sich der Preis zwischen 200.000 bis 450.000 Euro bewegen.


Fazit

Sicherlich kann nicht jedes Fachwerkhaus so schmuck aussehen, wie die Mellingburger Schleuse, und die Finanzierungsfragen dürften kompliziert sein, aber dennoch lohnt sich der Erwerb eines alten Fachwerkhauses. Alternativ lässt man sich ein neues Gebäude im Stil des Alten bauen.


Quellen:

https://www.ganz-hamburg.de/essen-trinken/mellingburger-schleuse-hamburgensie-jubilaeum.html
https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/sitemap/Finanzierung.html


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