Zum Thema alte Baustoffe

30.08.2006



Ich habe mir vor ca. 3 Monaten ein Fachwerkhaus bekauft.
Mir war von vornherein klar das wir da sehr viel arbeit reinstecken müssen und das uns dieses auch über mehrere Jahre Zeit und Geld kosten würde.
Da ich handwerklich recht ungeschickt bin und auch keine Ahnung über Fachwerkbauten habe hab ich mir von allerlei Seiten RTatschläge und Meinungen eingeholt.
Wo ich dann auch diese Seite gestoßen bin war ich voll und ganz auf der Lehmwelle (Biobaustoffe).
Doch mitlerweile bin ich von dieser Welle abgesprungen.
Nicht das ich denke das die althergebrachten Baustoffe heute nicht mehr standesgemäß wären, vielmehr aus volgenden Gründen:

-Beschaffungsschwierigkeiten
-keine Anschauungsmöglichkeit des Produkts
-Entwicklung von Außenseiterprodukten zu humanen Preisen zum Hochdotierten meißt viel zu teuren Produkten
-Sehr spärliches Händlernetz

Hier bei uns ist ca. jedes dritte Haus ein Fachwerkhaus und trotzdem gibt es hier kein Direktverkauf solcher Produkte.
Ist doch irgendwie komisch?!
Und wenn ich schon die Sachen bestellen muß dann doch nicht zu mind. 50-70 € Porto pro Lieferung.
Was ist denn wenn mir noch ein Sack von irgendetwas fehlt?
30 € Material und 60€ Tranzport???
Alles etwas komisch!!!!!

MfG
Christoph Löh



darf ich fragen, mit welchen Baustoffen Sie als Alternaive zum Lehm



jetzt Ihr Fachwerkhaus jetzt sanieren werden? Ihre genannte Problematik in Sachen Lehmbeschaffung im "ländlichen Raum"ist bekannt. Deshalb bestellen unsere Kunden das gute Lehmputz-Material nicht Sackweise sondern in großen Big-Bags.



Materialbedarf



Ich wollte meine Innenwand eigendlich mit einer Lehmschüttung (70 € qm) versehen, ich dache auch schon an Lehmbauplatten oder Lehmsteine, aber da ich sowas ja selber machen will und ich nicht den überblick übers gesamte Haus habe wollte ich halt das Material so beziehen wie ich es brauch bzw wie es Finanziel und Zeitlich passt.

Nun bin ich gegen meine Überzeugung eher aus verzweiflung auf Gipskartonplatten umgeschwenkt.Das hält mir auf jedenfall die nächsten 10 Jahre.



Bisher sag ich: schade



Hallo Herr Löh,
versuchen sie zumindest in allen Baufragen rund um Ihr Haus in Jahrhunderten zu denken. Sonst bauen Sie zweimal. Jede(r) der ein bischen Ahnung hat von der Sanierung alter Häuser bekommt Gänsehaut beim Lesen Ihrer eingangs geschilderten Gedanken, so wie Sie vorgehen wollen.
Der bequemste Weg ist nicht immer der beste.
Sehr nachdenkliche Grüße
D.Fr.



hinter jedem Problem stecken neue !



Lieber Herr Löh, ist das Ihr Lebensthema ?
erlauben Sie mir eine launige Antwort!
Es bleibt zu hoffen, das Sie niemand gezwungen hat, dieses Haus zu kaufen, und überhaupt, warum wollen Sie das Netz mit Ihrem Statement belasten?
Ich möchte versuchen Sie in Ihrer Angelegenheit ernst zu nehmen. -warum aber kauft sich jemand, der keine Ahnung hat, und zwei linke Hände hat, und offensichtlich keine Berater an der Seite, ein Fachwerkhaus ? also glaub ich, Ihr eigenes Motto ist der Schlüssel zu dem was da heißt : man baut immer nach außen und nach innen.
Ganz anders gesprochen: ich wünsche Ihnen Viel Spaß mit den Aufgaben , die ein Fachwerkhaus nunmal mitsichbringt, eine schwierige und hochkomplexe Materie, letztendlich eine Königsklasse der Baukunst, vergleichbar mit dem Neuaufbau eines Fahrzeuges, welches die erste Lebensphase hintersich hat, und nun zum zweiten Mal geboren werden will. Erwarten Sie deshalb keine einfachen Lösungen, billige Baumarktantworten, schnelle Konzepte, niedrige Energieverbräuche, besten Komfort. Viel Spass, wie gesagt, bei Ihrer Suche, und fangen Sie bei sich an!



ich glaub,das geht jetzt doch zu weit,



das fachwerk-Forum soll kein Tummelplatz für psychologen-Sprüche und andere Weisheiten werden. Jeder kann in unserer freien Marktwirtschaft einen Merzedes,Ferrari oder ein Fachwerkhaus kaufen.
Nach dem Motto: des Menschen Wille ist sein Himmelreich!



Die Alten erhalten



Hallo Herr Schillberg,

sicher haben Sie Recht, wenn Sie schreiben, daß das Forum kein Tummelplatz für Pscho- und Lebensweisheiten sein sollte. Dennoch muss ich Herrn Schmitz im Kern seiner Kritik Recht geben, wenn er problematisiert, daß eine Fachwerksanierung doch etwas "komplizierter" und "teurer" ist als ein Neubau, den man nach Gusto und Geldbeutel mit "moderneren Baumaterialien und Baumethoden" fertigen kann.

Herr Löh hätte sich bestimmt umfangreicher über Material- und dessen Beschaffung informieren können.
Und mit einem PLaner der sich ein wenig damit auskennt, hätte man bestimmt schon mal eine Materialliste für eine fachgerechte Sanierung zusammenstellen könnenund auch mit Sicherheit Anbieter gefunden, die auch über größere Strecken zu fairen Preis liefern.

Wie gesagt, ein Großteil bei solchen Vorhaben ist nunmal eine sinnvolle und umfassende PLanung.

J. Simon



okay, daß man sich beim Fachwerksanieren intensiv kundig machen



soll. Ich bin lediglich der Meinung, daß man/Frau hier im Fachwerk-Forum die Besitzer von Fachwerkhäusern nicht auf diese Weise nicht angreifen sollte.



hart im nehmen*g



Also erst mal danke das dieses Thema hier im Forum auch diskutiert wird.

Aber so wie das hier aufgenommen wird ist es ja auch nicht bei mir!

Ich habe nicht vor aus meinem Fachwerkhaus ein Normbau aus Zement und Styropor zu machen.
Mich wundert es vielmehr nur das wenn schon im Fachwerkbau der Naturbaustoff das A und O ist das es hier so gut wie keine Beschaffungsquellen gibt obwohl hier im Altstadtbereich nur Fachwerkbauten sind.
Sicher ist eine Lehmwand sehr viel besser als eine Gipskartonwand, doch man muß ja auch ein wenig an die umsetzbarkeit in Zeit und Geld denken.
Deswegen kann ich doch besser die nicht so wichtigen Bauabschnitte die nicht in die Substanz des Hauses eingreifen für die nächsten Jahre erst mal auf billigere Art erledigen und mich dann in Zukunft um diese Nichtakkutbaustellen kümmern.
Vielleicht gibt es ja bis dahin auch Lehmprodukte, Kalkmörtel ohne Zementanteilen und usw. hier beim Baustoffhändler.



Das Problem ist nur,



dass in ein paar Jahren die falschen Baustoffe vielleicht schon so einiges was dann richtig saniert werden soll, so angeriffen hat, dass die Arbeiten wesentlich aufwendiger und natürlich auch wieder teurer gemacht haben.
Im Kern gebe ich auch Karl Schmitz und Joachim Simon recht. Aber ich habe den Eindruck, dass auch Christoph Löh nicht so ganz weit weg ist von diesen Äußerungen. Jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass man ein paar nicht wichtige Arbeiten aufschiebt. Man diese aber jetzt nicht falsch anpacken darf und darauf hoffen, dass es vielleicht gut geht bis wieder Geld genug vorhanden ist und es darf auf keinen Fall daran scheitern, dass es die Materialien nicht um die Ecke gibt.
Vielleicht hilft ja folgendes: Ich hab mal kurz im grünen Branchenbuch nachgeschlagen und auf Anhieb 5 Baustoffhändler mit Naturbaustoffen Postleitzahl 745.. gefunden. Sollte mich wundern wenn da keiner in der Lage wäre Lehmprodukte gleich welcher Art zu liefern. Außerdem läßt sich sicherlich ein Baubiologe in der Umgebung finden. Diese wissen eigendlich meistens wo die Baustoffe zu beziehen sind.



Nachträgliches



Hier in der Plattform finden Sie eigentlich fast alles, was Ihnen weiterhelfen kann.
Fachbetriebe, Ansprechpartner etc.
Das es keine direkten Bezugsmöglichkeiten gäbe, dementieren wir.
Über hier zu findende Fachpartner kann man eigentlich alles erfragen, beziehen,organisieren oder anderweitige Informationen erhalten.
Dazu soll ja diese Plattform auch diehnlich sein, um genau diese Engpässe zu kompensieren.

Grüße Udo Mühle



Udo, du hast natürlich recht!





Schon richtig



1. man kann alles kaufen.

Ich bin aber ein Mensch der nicht unbedingt aus einem Katalog etwas bestellen möchte. Ich möchte die Sachen schon gern vorher sehen und evt hier und da noch etwas was ich vergessen hab oder mir kurzer Hand eingefallen ist schnell nachkaufen.

Ich stimme eigendlich allen zu die sagen das das über jahrhunderte bewärte Material das (beste) ist was man einbauen sollte.

Doch hier nur ein kleines Rechenbeispiel

Innenwandaufbau mit

Lehmschüttung 60-70€

mit Gipskarton und Kalkputz ca. 15 €


Ich denk mal das dadurch die Gefachwand nicht angegriffen wird und ich Finanziell mich erst mal um wichtigere Dinge im Haus kümmern kann.

Bezugsquellen gibt es sicherlich hier aber die bestellen das auch nur.

Beratung war in dem einen Laden den ich hier vor Ort kenne duch ungeschultes Personal leider nitcht vorhanden. Es wurde zwar viel mühe gezeigt aber leider halt unproffesionell.

Und für einen Baubiologischen Architekten oder Berater hab ich zur Zeit das Geld nicht über.



Ich möchte auch hiermit nicht die Bioprodukte oder diese Webseite in irgendeiner weise in Frage stellen, ich bin sogar froh das ich hier rumstöbern kann, nur frag ich mir bei manchen Sachen.....ist das denn nu wirklich unbedingt notwendig oder ist das nur Bio.



Ihre Betrachtungen...



...sind oberflächlich!!
Gut und billig, ewig haltend und Baumarkt, Bedürfnisse und Ansprüche, das sind alles betrachtungen, die einmal überdacht werden sollten.
Gipskarton und Fachwerk, ist wie Ehefrau und Nachbar1
Leider wird es Sie zwar 10 oder 12 Jahre aushalten, doch dann sollten Sie schnellstmöglich einen Käufer finden!
Doch diese sind aber dann auch bereits etwas mehr informiert und somit wird es stets als Klotz bei Ihnen verbleiben.
Nachhaltig heißt auch, bauphysikalisch sinnvoll und überlegt investieren.

Grüße Udo



das für SelbstbauerInnen notwendige Sanierungs-Know-how



kann sehr preiswert -in Theorie und Praxis-durch den Besuch eines unserer zahlreichen Bauherrenseminare rangeholt werden. Kostet: 50 Euro pro Person + Mwst., Tagesseminar von 10.00 bis ca 18.00 Uhr. Nebenbei lernen Sie viele Leute mit den gleichen Problemen kennen. Nächster Termin: 9.September im Freilichtmuseum Hessenpark/Neu-Anspach.