Fachwerkhaus kaufen, Fassade-Dämmung-Unklarheiten

23.06.2019 Fabi



Hallo liebe Fachwerkfreunde,

ich bin neu hier und wir wollen ein Fachwerkhaus kaufen.

Es ist aus dem Jahre 1875 soweit wir in Erfahrung bringen konnten.
Desweiteren ist es ausgemauert, mit welcher Art von Steinen wissen wir nicht.

2010 wurde eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit Mineralwolle angebracht.
Es war ein "Spezialist" da, der den Handerwerkern genau gesagt hat, wie die Fassade gemacht werden soll. So die Aussage der Eigentümerin.
Die Fassade soll bis heute keinerlei Probleme gemacht haben. Innen ist auch nichts zu erkennen.
Dennoch bin ich skeptisch, da ich bei meiner Recherche häufig darauf gestoßen bin, dass man Fachwerk wenn dann nur mit Holzfaserdämmplatten dämmen soll.
Desweiteren sind keine Luftöffnungen an der Fassade zu erkennen, die ja aber bei einer VHF vorhanden sein müssten.
DIe Eigentümerin ist schon genervt weil ich so an der Fassade recherchiere. Aber nur weil es bis jetzt keine Probleme gab, heißt es ja nicht, dass ich nicht in vielleicht 10 Jahren damit Probleme haben werde.

Anbei ein Bild der Fassade.

Ich hoffe ihr könnt mir Tipps und Ratschläge geben.



Fassadendämmung beurteilen



Das sieht mir nicht nach einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade aus sondern nach einem WDVS.
Diese können mit unterschiedlichen Materilien ausgeführt werden,
EPS
Mineralwolle,
Holzfaserdämmplatten
Hanfdämmplatten o.ä.

Eine Vorhangfassade setzt eine belüftete Luftschicht und eine Tragschicht, ggf unter dem Putz, voraus.

Bauphysikalisch sind Außendämmungen wesentlich unproblematischer als Innendämmungen, wobei ich EPS Dämmungen nicht verwenden würde.

Mineralwolldämmung ist besser als EPS, da unbrennbar, wegen höherer Masse sicherer und mit deutlich besserer Schalldämmung.

Ökologische Materialien können wegen Kapillarität und Sorptionsvermögen Feuchtigkeit aufnehmen und viel schneller abgeben als andere Materialien.

Wesentlich ist bei der Fassadenausführung neben der Materialauswahl, dass zB.
- auf hinterströmungssicheres Ansetzen der Dämmung geachtet wird
(also je nach Material Punkt-Wulst-Verfahren mit mind 40% Kontaktfläche,
Verarbeitungsvorschriften beachten),
- mögl. mineralischen Putz in entsprechender Stärke ( 5-8 mm) auftragen
- Glasfasergewebe fachgerecht einbetten
- mögl. Silikatfarben als Anstrichsystem verwenden
- Anschlüsse sorgfältig abdichten, um das Eindringen von Wasser zu verhindern

Überprüfung auf evt Hinterströmung ist erst bei kalten Außentemperaturen mit Infrarotkamera möglich.

Mineralwollplatten können durchaus einwandfrei als Außendämmung funktionieren.

Evt kann die Verkäuferin die fachgerechte Ausführung der Fassadendämmung inkl Nebenarbeiten im Kaufvertrag zusichern.

Was steht auf der Rechnung zur Fassadendämmung?



keine Rechnung mehr vorhanden



Danke für die Antwort.

Laut Aussage der Eigentümerin wurde eine Konterlattung aufgebracht, so wie bei einer vorgehängten Fassade. Kann es sein, dass der Aufbau wie bei einer vorgehängten Fassade ist, nur die Hinterlüftung weggelassen wurde?

Es gibt angeblich keine Rechnung, Fotos oder sonstige Unterlagen darüber.
"Und ich kenne niemanden, der Fotos vom Fassadenbau aufhebt" so die Aussage der Eigentümerin...

Allerdings wurde mir die FIrma genannt, die das damals angebracht hat. Ich werde versuchen mich mit der Firma in Verbindung zu setzen.

Der Tipp mit der Zusicherung im Kaufvertrag ist eine gute Idee.

Bringt es etwas, mit einem Feuchteindikator-Messgerät nach Feuchtigkeit in der Wand von innen zu suchen? Habe mir bereits mehrere im Internet angesehen, die Eindringtiefe ist 20-40mm.