Fachwerkhaus: Holzfassade ohne Hinterlüftung?

18.07.2018 Freud



Hallo liebe Fachwerkgemeinde.
Bei meinem kleinen Fachwerkhaus aus dem 19. Jh. ist mir aufgefallen, dass die Holzfassade die an allen Seiten angebracht ist (Boden-Leisten-Schalung) direkt auf das Fachwerk aufgebracht ist. Es gibt also keine Hinterlüftung. Die Wetterseite ist hier und da schadhaft, so dass ich sie erneuern möchte (nur diese eine Hausseite). Am liebsten würde ich es gerne wieder genau so machen wie es jetzt ist da dann die Fassade wieder fast bündig ist mit dem Feldsteinsockel (ca. 0,8m hoch). Das würde aber gegen die heute gängige Praxis verstoßen, dass Holzfassaden immer hinterlüftet sein müssen. Was denkt ihr?

Zur Info: Das Haus steht im Nordosten Brandenburgs unweit der Oder, mitten im Wald (Forsthaus). Die Gefache sind mit Ziegelsteinen ausgefacht und verputzt. Das Holz des Fachwerks und der Schalungsbretter ist Nadelholz, wahrscheinlich Tanne oder Kiefer. Das Schalungsholz ist sehr dunkel, fast schwarz an dieser Seite, einen Anstrich kann man nicht mehr erkennen.

Danke schon mal,

Freud



Hinterlüftung



Eigentlich ist es ohne Hinterlüftung ein kompaktes Bauteil, was aus Sicht des Feuchtetransportes schon seinen Sinn hat. Das heute verarbeitete Holz ist aber nicht mehr ausreichend gelagert, so das Bretter schnell sich verziehen, was das Eindringen von Schlagregen ermöglicht. Deshalb ist heute wahrscheinlich eine hinterlüftete Fassade sinnvoller. Wenn es keine Behandlung erfahren soll, würde ich Lärche empfehlen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Geht



Ich hatte an einer Gaube von 1954 relativ breite Bretter die nebeneinander am Fachwerk befestigt waren. Die Spalte waren nur wenige Millimeter breit und optisch vom Boden aus nicht sichtbar. Es waren nach 60 Jahren keine Schäden an den Brettern oder am Fachwerk festzustellen, außer dass die Farbe etwas abgewittert war. Für diese Gaube mit Ostausrichtung hat das auch ohne Hinterlüftung funktioniert. Ich kann jetzt auf den Bildern geringe Wasserspuren am Fachwerk erkennen, die aber nie eine kritische Auffeuchtung erreicht haben.

Beim Dachdecken wurde die Gaube dann auch mit Gutex UDP 35 mm wie das restliche Dach verkleidet, um auch die Anschlüsse zum Dach luftdicht zu haben.