Fachwerkhaus mit Erker: Stilgerechtes Balkongeländer?

18.01.2003



Was für ein Balkongeländer ist für eine begehbares Erkerdach am Fachwerkhaus am stilgerechtesten? Zur Diskussion stehen bisher: Lattenzaun, "geköpftes Dächlein" (damit der Regen besser abgeleitet wird) , Schmiedeeisen.
Der Erker wurde bereits von den Vorbesitzern nachträglich angebaut...
Die Dachbefürworter haben Angst vor Schlagregen an den Erker bei einfachem Geländer. Was könnte man dagegen tun?
Daß normale nicht begehbare Erker meist ein Spitzdach haben ist klar, aber wie ist es eben bei Balkon-Erkern?? ( Finde selbst optisch das Dach keine so gute Lösung...)
Danke!



Balkongeländer am Fachwerkhaus



Die Frage läßt sich nur von der Optik her klären; denn vom rein technischen Standpunkt aus gehört an ein, bautechnisch ohnehin sehr sensibles, Fachwerkhaus kein Balkon. Gewiß ist das Haus noch nicht so alt (schätze max. 1850), so dass man sich doch leicht mit dem Geländer an die allgemeine Hausgestalt anpassen kann. Ein Dach drauf kann zwar die (bauliche und gastalterische)Situation des Erkers verbessern, die des Hauses aber verschlechtern; dazu muß man jedoch den Gesamtzusammnehang sehen.



garnicht so leicht...



Sich an die allgemeine Hausgestalt anpassen ist garnicht so leicht, da wie schon gesagt, das Empfinden der einzelnen Leute sehr auseinander geht. Mich hätte interessiert, ob generell ein normales Holzgeländer oder Eisen an ein Fachwerkhaus passt, oder ob ein offenes Dach üblich wäre. Betreffen Ihre bautechnischen Bedenken die Isolation gegen Regenwasser?
Danke schonmal,
Enna.



Balkongeländer am Fachwerkhaus



Regenwasser, ja zum Beispiel. Das Fachwerk ist als Bauteil ja sehr schön und fast immer erhaltenswert; aber von Anfang an in der Verbindung von Halz und Stein/Lehm fehlerbehaftet. Deshalb ist eigentlich eine kompakte Bauweise anzustreben. Jeder Anbau, Einschiftung etc. bringt Innenecken, Kehlen etc. die besondere Angriffspunkte für Regen- und Kondenswasser darstellen und so das Holz schädigen können. Seit den letzten 150 Jahren hat man da nicht mehr so drauf geachtet (Villenbauten im sog 'Schweizer Stil'), der ZUstand des Fachwerk ist dort oft schlechter als bei 500jährigen Gebäuden.
Aber was soll's, wenn man schon mal so ein Gebäude hat, wird es auch immer bautechnische Möglichkeiten geben, um Schäden weitestgehendzu verdrängen.
Zur Anpassung des Geländers an die Hausgestalt meinte ich u.a. die Beachtung des Baustils/Bauzeit. Bei einem Gebäude im 'Villenstil' (mit vielen ornamentalen Fachwerkhölzern) kann durchaus ein, handwerklich aufwendig gestaltetes, Kunstschmiedegeländer passend sein. Bei einem älteren Fachwerkhaus mit ausschließlich 'konstruktiven' Hölzern (Riegel, Stützen, Streben) würde ich doch in Holz bleiben. Entsprechend den Holzverzierungen am Fachwerk (Profile, Schnitzereien oder ohne diese) wäre dann auch die Gestaltung des Geländers zu wählen.



Danke



Jetzt wird es etwas klarer. Es ist eher schlicht, ohne Verzierung. Da Sie auf das Dach ohne Spitze nicht nochmal eingehen, gehe ich davon aus, dass es eher unpassend wäre...
Danke, Enna.