Fachwerkhaus, wie findet man Mängel?

11.07.2005



Hallo,

mein Freund interessiert sich für ein altes Fachwerkhaus, welches immer wieder mal von dem Vorbesitzer (leider verstorben) erneuert wurde. Wie findet man heraus, ob die neuerungen dem Fachwerk nicht geschdet haben oder Schaden könnten?

Von Aussen ist nur die Wetterseite verkleidet (die kurze Front), der Rest ist wie Ursprung. Von Innen wurde gemauert und Betonböden gezogen, ca. in den 50igern. Es befindet sich eine Nachtspreicherheizung in dem Haus und ein Teil der Elektroleitungen liegen auf der Wand.

Die Holzbalken von Aussen sehen zum Teil modrig aus. Lässt das darauf schließen, dass die Mauerung dafür sorgt zuviel Feuchtigkeit in den Wänden zu haben, oder könnten das normale "Alterserscheinungen" sein, die sich durch Schleifen und Streichen beheben lassen?

Wir haben vor, wenn wir das Haus kaufen, es in den alten Stall hinein zu erweitern, worauf muss man da achten?

Was kann man als Fachwerkhaus-Laie vor dem Kauf selber "abchecken" oder sollte man lieber einen Fachmann dazuziehen? Wir möchten nämlich nicht das Haus kaufen, es umbauen und nach 10 Jahren fällt uns die Fachwerkfassade von den Mauern...



Fachwerkhaus



Guten Morgen,
als Laie werden Sie mit der Beurteilung eines Fachwerkhauses überfordert sein. Nehmen Sie sich einen Architekten / Bauingenieur / Zimmermann mit einschlägiger Erfahrung.
Zum Angesprochenen: Modriges Holz ist verpilzt und unbrauchbar.
Am Übergang Wohnhaus / Stall ist einer der besonders kritischen Punkte die Fachwerkwand. Hier zerfällt das Haus zuerst wegen der Feuchtigkeit und Stallwärme.

Vor allem aber wird es Ihnen schwer fallen zu beurteilen, was man reparieren kann und was man ersetzen muß.

Grüße vom Niederrhein



Fachwerkfragen



Hallo
Aufgrund Ihrer Schilderungen würde ich die Finger davon lassen: (Betonplatten; Nachtspeicher; modrige Balken; immer wieder saniert …)

Falls aber die Liebe (zum Objekt) zu groß ist, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen und für ein paar 100 € mal einen "Gesundheitscheck" machen lassen.
Meistens schaut es dann zwar schlimmer aus als man es erahnt hat - aber man sieht klarer was Sache ist!
Mit "schleifen und streichen" ist es meist nicht getan ...!
Aber wenn Sie ein Haus "retten" wollen und danach in einem "Unikat" leben wollen - dann nur zu! Das haben schon mehrere geschafft!

Kopf hoch und "auf geht's"

Florian Kurz





Hallo Christina
Am besten ein Haus nehmen das die erste große Sanierung noch nicht hinter sich hat, die sehen oft übel aus, könnten aber unter umständen die gesündere Substanz haben.
Nachtspeicher hatte ich auch mal, die waren ca 40 Jahre alt und heizten noch immer Problemlos, wenn die dinger neu sind(Asbestfrei) und das Haus nicht all zu groß ist (schätze mal - ca 100m2) könntte sich Nachtspeicher gegenüber einer anderen Heizung eventuell rechnen(Stromrechnungen zeigen lassen), denn sie ist Vorhanden (spart bestimmt mal eben 10 -15000 Euro gegenüber Neuanschaffung) und sie ist nahezu Wartungsfrei, die höheren monatlichen Fixkosten relativieren sich gerade in anbetracht das andere Heizungen nicht all zu langlebig sind, und immer strengere Abgaswerte gefordert werden, was teure investitionen zur Folge hat.
Ist die Nachtspeicherheizung aber zu alt würde ich sie gegen eine moderne Heizungsanlage tauschen weil die Wärme von Nachtspeicheröfen einfach nicht so angenehm ist, vor allen wenn man aufgrund der Raumgröße auf das Gebläse angewiesen ist.
Ansonsten würde ich heutzutage auch nicht mehr ohne Fachmann/frau ein Haus kaufen, vieles kann man aber auch selbst Checken wenn man sich vorher Schlau macht und nicht Blind durchs Haus geht.
Wenn das Haus nach Erstbesichtigung noch in Betracht kommt würde ich nochmals mit nem Fachmann rein.
Gruß
Hartmut





Danke für die schnellen Antworten!

Da das Haus direkt gegenüber des Elternhauses meines Freundes liegt, werden wir wohl so schnell nicht aufgeben.

Die Erstbesichtigung haben wir ja schon hinter uns und das Haus gefällt uns so ganz gut. Uns fallen viele änderungsmöglichkeiten ein, aber ob das alles realisierbar ist?

Wir wollen nur vor dem Kauf wissen, was uns erwartet!!! ...um Überraschungen einzugrenzen! ;-)

Wo kann man noch am besten Infos erhalten, wie etwas NICHT gemacht sein sollte im zusammenhang mit Fachwerk?



So hab ich angefangen



Hallo Christina,

ich habe gesucht, gelesen, gesucht, gelesen ...
Und das wochenlang, u.A. auch hier.

Und dann hatten wir unser Haus gefunden, ich habe hier im Forum nach Unterstützung angefragt, die ich auch sehr schnell bekommen habe. Wir haben das Haus mit Zimmermann erstbesichtigt. Und es dann gekauft, weil wir darauf vertrauen, dass der Spezialist uns nicht über die sichtbaren großen Mängel im Unklaren gelassen hat.

Das Unsichtbare kann auch ein Kenner nicht sehen, ohne auf- / und abzureißen.

Ich würde niemals!!!!, ohne einen Spezialisten zu Rate zu ziehen, solch eine Unternehmung wie den Kauf eines Fachwerkhauses starten. Das wäre mir zu heiß, denn auch wir haben kein Geld zu verschenken.

Außerdem: sooo viel kostet es nicht, wenn man einen Zimmermann, Architekten, etc. mitnimmt. Wenn ich dieses Geld nicht habe, wie will ich mir dann eine Sanierung leisten? Das passt doch irgendwie nicht zusammen. Ein altes Haus zu kaufen; das heißt, auch mit Unwegbarkeiten rechnen und so manches zu vergessen was Neubauten so bieten.

Sorry für die klaren Worte. Sie sind nicht böse gemeint, sollen aber zum Nachdenken anregen.

Liebe Grüße
Ulrike Nolte





Hallo Ulrike,

wir sehen das ja genauso! Deshalb bin ich ja z.B. hier! Und wir wollen auch einen Fachmann, wenn es akut werden sollte zu rate ziehen. Ich sehe es auch so, lieber vorher einen Betrag x für fachmännische Hilfe zu zahlen, als hinterher eine Überraschung zu erleben!!!

Danke für deinen Beitrag!



Unser Betrag X



bei der allerersten Besichtigung eines Hauses war tatsächlich € 0,00. Der Mensch bekommt jetzt eine nette kleine Weinkiste zugeschickt, denn das Haus haben wir nicht gekauft.

Bei der zweiten Besichtigung lief dann schon anders, weil ich mich hier schlau gemacht hatte. Der Mensch wird uns nun für alles Weitere zur Verfügung stehen, also Betrag X auch = 0

Allerdings kosten der Sachverständige für Bauschäden und der für Heizung und Energie noch ein paar Kröten. Aber was solls, das wird sich ganz sicher lohnen.

Lies Dich hier durch. Du wirst verwirrt sein, wie ich. Aber wenn man den Verstand einschaltet und auch mal nachhakt, geht es schon.

Mittlerweile träume ich schon von Architekten und anderen Experten ... *Augen roll* und *breit grins*

Herzliche Grüße
Ulrike Nolte





Für mich ist auch noch alles "Fachchinesisch"! ;-)

Auch auf der Seite von Herrn Fischer blicke ich noch nicht durch, aber ich hab schon einige brauchbare Infos gefunden.

Da der Kauf eh nicht übereilt wird, weil uns als allererst der Preis zu hoch ist! ...kann ich mich sicher noch genug schlau machen!!

Liebe Grüße
Christina



Gegen Fachchinesisch



kann man sich wappnen. Hier stehen zwischenzeitlich ein paar Bücher rum, die mir beim Durchblick, vor allem bei den Fachbegriffen, sehr helfen. Ich muss das Vorhaben ja quasi alleine stemmen (Schatzi ist vielbeschäftigter Projektmanager und steckt z.Zt. in einem brisanten Projekt, bis mind. 2007). Mehr als einen Tag in der Woche kann er für unser Haus nicht opfern :-(

Gegen zu hohe Preise gibt es auch ein sehr probates Mittel: Fachmann mitschleppen, das hat schon oft mehr geholfen als alles andere. ;-)

Wenn Du willst, schicke ich Dir gerne die Adresse von unserem Unabhängigen per Mail.

Viel Glück und gute Nerven wünscht
Ulrike Nolte





Ja gerne! Bei uns wirds eher Schatzi richten! ;-) Aber ist ja gut wenn ich weiß wie es geht und er machts!!! *zwinker*

Was für Bücher gibts denn?



OK



kommt später, jetzt ist erst mal der Garten and er Reihe