Fachwerkhaus Baujahr 1939 - Was muss man beachten?

29.11.2015 Der_Rob



Hallo liebe Fachwerkfreunde,

ich bin auf der Suche nach einem Haus für meine Familie auf ein Fachwerkhaus mit Baujahr 1939 gestoßen.

Was ist bei einem Fachwerkhaus mit speziell diesem Baujahr beachten? Es ist ja weder "normal" alt, noch neu.

Folgendes ist für mich unsicher, erkennrbar an den unten verlinkten Fotos:

- An einer Seite kein Fachwerk von außen erkennbar - wwas ist ein möglicher Grund?

- Die Außenmauern scheinen relativ dünn zu sein, von einem Bauleiter wurde jedoch nur eine Innendämmung in Teilen empfohlen. Welche Art Innendämmung wäre zu empfehlen und welche Kosten würde dies verursachen?

- Der Keller ist an einer Ecke feucht (Leerkabel kommt aus der Wand). Wie hoch könnten die Sanierungskosten dafür sein?


Weitere Fotos von innen und aussen!



Fachwerkhaus von 1939 beurteilen



Auf den ersten Blick sieht es solide gebaut aus.
Klinkersteine sind unverwüstlich und sehr pflegeleicht- haben aber schlechte Dämmwerte, besonders bei einer 12 cm Wand.

es ist durchaus möglich dass die Fachwerkwand nur aus optischen Gründen auf der Haupt-Sichtseite erstellt wurde oder dass die setliche Klinkerwand stärker schlagregenbelastet ist.

Über die Feuchtigkeit an der Kellerwand würde ich mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen-
ich vermute, daß ein undichtes Fallrohr die Ursache ist oder es wurde nur in ein Kiesbett an der Hausecke entwässert.

Die Qualität der bisherigen Sanierung lässt sich kaum beurteilen da in weiten Teilen Verkleidungsplatten oder Holzverkleidungen montiert worden sind.
Es wäre interessant dahinter zu sehen ob sich zum Beispiel Schimmel gebildet hat oder ein sonstiger Schaden vorliegt.

Teile doch mit ob das Fachwerk aus Eiche erstellt wurde und wie dick die Außenwände und die Fachwerkausfachungen sind.
Dann Informationen über den Dachausbau und die Dämmung einholen. Ist ob eine Unterspannband verlegt wurde und wenn welche und wie die Dämmung aussieht bzw. ob eine Dampfbremse verlegt wurde.
Am besten wäre es, Rechnungen dazu einzusehen, sofern diese existieren und nicht alles in Eigenarbeit ausgeführt wurde.

Hast du einen Energieausweis zu dem Gebäude?
Es wäre auch gut, wenn du die Energieverbrauchsdaten der letzten mindestens drei besser fünf Jahre bekommen könntest.

Zumindest mittelfristig würde ich jedoch davon ausgehen, dass sämtliche Dämmmaßnahmen dem heutigen Stand entsprechend neu ausgeführt werden müssen.
D.h. die Innenwände wahrscheinlich mit Schaumglasplatten oder Kalziumssilikatplatten zu verkleiden, gegebenenfalls darauf eine Wandheizung verlegen, die Schimmelfreiheit garantiert-
desweiteren möglicherweise neue Fenster einbauen und die komplette Dachdämmung erneuern sowie die Fußbodendämmung oder die Kellerdecke dämmen.

Ihr werdet sicher auch im jetzigen Zustand in dem Gebäude wohnen können, wenn es bisher immer bewohnt war.
Die Frage wäre aber wie hoch die Heizkosten sind, ob es versteckte Mängel gibt und ob es nach und nach möglich ist, Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Wenn du noch mehr Informationen zum Gebäude hast oder Pläne
kannst du mir das mailen oder mich gerne anrufen.

Andreas Teich