Fachwerkhäuser

Diese Bauweise wurde schon vor mehr als 2000 Jahren genutzt. Es finden sich Überreste von Fachwerkhäusern, die beispielsweise beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurden. Bis heute werden Bauwerke in diesem Stil hergestellt. Der Fachwerkbau hat sich in den verschiedenen Ländern unterschiedlich weiterentwickelt. An der Form und Gestaltung ist zu erkennen, wo ein Fachwerkhaus errichtet wurde


Verwandtes Material früher:

Für die Verstrebungen werden feste Holzarten genutzt. Es wurden früher die Hölzer verwendet, die in der Nähe des Baus geschlagen werden konnten. Stieleiche oder Traubeneiche wurden für den Rahmenbau eingesetzt. Je nach Standort wurde auch Tanne genutzt. Die Lücken zwischen den Streben wurden mit Flechtwerk ausgefüllt. Dieses wurde aus den Materialien gewonnen, die vor Ort gefunden werden konnten. Anschließend wurde es mit Kalk- oder Lehmputz abgedichtet. Die Lücken konnten auch mit Lehmbausteinen oder Backstein gefüllt werden.


Verwandtes Material heute:

Die Hauptträger werden aus festen und fäulnisresistenten Hölzern gebaut. Sie werden auch heute oft noch unbehandelt eingesetzt. Es werden nur wenige Nägel und Schrauben verwendet. Daher gibt es kaum Stellen, an denen Feuchtigkeit in das Holz eindringen kann. Die Zwischenräume werden heute oft mit Backsteinen gefüllt. Diese Bauweise ist haltbar und benötigt weniger Arbeitsschritte.


Restaurieren von Fachwerk:

Heute wird diese Bauweise als energiesparend und gesund angesehen. Deshalb werden alte Bauten nicht mehr so oft abgerissen, sondern restauriert. Dafür werden die Lücken zwischen den Trägern herausgelöst. Steht danach nur noch das Skelett des Hauses, können die einzelnen Streben ausgetauscht werden. Sind die Holzbalken weiterhin tragfähig, werden dann die Freiräume gefüllt. Holz ist ein Naturmaterial, das dauerhaft arbeitet. Deshalb müssen zum Füllen solche Produkte gewählt werden, die ebenfalls auf die Umgebung reagieren. Auch heute wird mit Lehmputz gearbeitet. Die Spannung des Holzes führt bei dieser Bauweise nicht zu Rissen.

Wer in einem Fachwerkhaus lebt, wird es auch innen entsprechend einrichten. Holz findet sich daher ebenfalls bei den Einrichtungsgegenständen immer wieder. Wollen Sie Weinschränke aufstellen, können diese auch an den Außenwänden gut stehen. Bei dieser Bauweise entsteht keine Stauwärme an den Wänden. Daher halten sich die Weine länger. Auch frisches Gemüse und Obst kann im Abstellraum in offenen Regalen gelagert werden. Da die Wände eine Zirkulation der Luft ermöglichen, hält sich die frische Ware gut. Besonders alte Häuser verfügen nur über wenige gerade Wände. Deshalb können keine Möbel direkt an der Wand befestigt werden. Stehende Möbelstücke stehen mit etwas Abstand zur Wand. So kann auch im Winter die Wärme zirkulieren. Die Räume werden gleichmäßig warm.

Soll ein altes Fachwerkhaus nachträglich modernisiert werden, benötigen Sie Handwerker, die sich in diesem Arbeitsbereich gut auskennen:

  • Zimmermann
  • Dachdecker
  • Heizungsbauer
  • Installateur
  • Anstreicher

Diese Handwerker sollten die spezifischen Voraussetzungen kennen, die ein solches Haus mit sich bringt. Nur dann arbeiten sie mit den richtigen Materialien. Besonders geschult müssen sie sein, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht. In diesem Fall müssen viele Vorschriften eingehalten werden. Die Handwerker sollten darin besonders geschult sein.


Fazit:

Das Wohnen in einem Fachwerkhaus hat eine besondere Qualität. Die Raumluft wird als sehr angenehm empfunden. Die natürlichen Baustoffe lassen das Haus zudem gemütlich wirken.


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