Fachwerkfassade mit Mauerwerk verkleidet

25.10.2018



Hallo zusammen,

mein Mann und ich haben uns in ein Haus von 1871 verliebt. Vorder- und Rückseite sind aus Bruchstein, die beiden Seiten schienen aus "normalem" angestrichenen Mauerwerk zu sein.
Im Gespräch mit den Verkäufern stellte sich heraus, dass die beiden Seitenwände eigentlich Fachwerkwände sind (womit die Gefache ausgeführt sind weiß ich leider nicht), denen Mitte der 80er eine massive Mauer vorgesetzt wurde. Die Verkäufer nannten das Doppelwand. Die Isolierung scheint dadurch wirklich gut zu sein, aber ein schlechtes Bauchgefühl über verkleidete Fachwerkwände bleibt. Vorallem, weil sich in den vorgelagerten Mauern Risse zeigen.
Ich habe keine Möglichkeit das Fachwerk einzusehen und prüfen zu lassen, oder?
Was halten Sie von dieser Dämmung?
Noch haben wir das Haus nicht gekauft und es wäre noch früh genug einen Rückzieher zu machen.

Vorab schon vielen Dank für Ihre Hilfe.



Vormauerung



Solche Konstruktionen sind nicht unüblich und selten fachkundig ausgeführt worden. Risse in der Vormauerung können auf unzureichende Fundamentierung hindeuten und auch auf einen fehlenden Verbund mit der eigentlichen, tragenden Wand durch Mauerwerksanker.

Auch ist die Frage, welche Art von Dämmmaterial wie verarbeitet worden ist nicht uninteressant. Nicht jede Dämmung ist fachwerktauglich. Auch sollte man die Innenseite der Fachwerkwände prüfen, ob dort ggf. auch noch mit selbstgebastelten Innendämmungen gearbeitet worden ist.

Ich rate auf jeden Fall bei anhaltendendem Interesse für dieses Objekt vor einer Kaufentscheidung zu einer Immobilienkaufberatung durch einen Architekten/Bauingenieur. In einem Ortstermin von 2-3 Std. Dauer können wesentliche Aussagen zum Erhaltungszustand, den Sanierungskosten, Umbaumöglichkeiten und der baurechtlichen Situation getroffen werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie z.B. auf meiner Internetseite unter http://pickartzarchitektur.de/beraten/immobilien-kaufberatung-hauskaufberatung/