Fachwerkböden trittsicher machen

17.12.2019 Bob

Fachwerkböden trittsicher machen

Hallo zusammen!
Unser neues altes Haus ist Bj. 1900, ein Stadthaus in Rheinhessen.
Aussen massiv gebaut finden sich im Inneren einige Fachwerkwände und vor allem Fachwerkdecken bzw. -Böden.

Die Böden sind nun eine meiner Baustellen, weil sie doch recht nachgiebig sind. Aufstellen von Schränken könnte schwierig werden - ich höre schon im vorbeigehen die Gläser klirren. Noch schwieriger dürfte es sein, den Fußboden des Badezimmers vernünftig zu fliesen. Meine Ziele sind also:
+ Böden stabiler machen
+ Schalldämmung (ist aktuell sehr hellhörig)

Es handelt sich nach allem was ich bis dato gesehen habe um Einschubdecken, Füllung undefinierbar (alles rein was weg muß?), Dielen etwa 2 cm dick, keine Eiche, keine Ahnung was es ist - siehe Bild.

Die Spannweiten der Balken reichen von 3,5-4,5 m im Ober- und bis zu 9 (!)m im Dachgeschoss.
Dicke der Balken im OG sind etwa 14cm (bisschen dünn, oder?).

Frage:
Welcher Aufbau macht Sinn, um die oben aufgeführten maximal Ziele zu erreichen?

Bin gespannt auf Ideen und Anregungen.
Danke im Voraus & beste Grüße
Matthias



Bestandsaufnahme



...Du musst doch erst mal eine saubere Bestandsaufnahme machen, d.h. Balkendimensionen, Spannweiten und Balkenabstände. Wie sehen die Decken wirklich aus - sind es Einschubdecken? Was liegt auf/in den Einschüben?

Holzbalkendecken wird man vermutlich nicht schwingungsfrei hinbekommen....

Warum Fliesen - ein geölter Dielenboden bspw. geht auch im Bad...ansonsten wirst du zumindest zum Bad eine Stufe bekommen...passt das dann noch mit der Tür?



dem möchte



ich nur noch hinzufügen, dass gerade das stellenweise deutlich Nachgeben der Dielung ein Hinweis für Schädigung ist. --> Bestandsaufnahme



Dielenboden erstärken



Bei 2 Zentimeter Dielenstärke und Weichholz wundert es nicht, dass der Boden nachgibt, sofern die Balken nicht in Abständen unter 40 Zentimetern gesetzt sind. Dafür braucht es gar keine genauere Untersuchung der Dielen auf Schäden.

Die Balken im Dachgeschoss werden ja nicht alle 9 Meter Spannweite haben. Wenn ich das richtig interpretiere, dürfte es sich höchstens um ein, zwei Balken handeln, unter denen längs ein Flur verläuft oder hat das Stockwerk darunter keine Zimmer mit Wänden, auf den die Balken abgestützt werden?

Die Balkenstärke ist mit 14 Zentimetern nicht nennenswert unterdurchschnittlich, sagt alleine aber wenig aus. Neben der Spannweite ist auch der Balkenabstand relevant. Erst alle drei Faktoren zusammen geben einen ungefähren Eindruck der Stabilität.

Ich würde über einen Austausch der Dielung nachdenken. Mit 27-30 Millimetern Stärke wird der Boden schon deutlich fester sein. Was die Schüttung betrifft, würde ich mir entweder einen Fachmann kommen lassen, der die Tragkraft berechnen kann oder aber moderat handeln. Die Vorspannung durch das Einbringen einer deutlich schwereren Schüttung zu erhöhen, könnte ein Schuss nach hinten sein. Hier sollte man wissen, was man tut.

Viele Grüße
Tilman



DANKE!



Hallo zusammen,

herzlichen Dank für all die Anregungen und Hinweise!

Es ist richtig, dass die Wände des OG die Balken des DG zwischendrin abstützen.

Die Abstände der Balken sind wie bereits geschrieben 60cm.
Die Füllung besteht wie gesagt aus diversem "Gerümpel" - ich würde sagen, Bauschutt.
Unter den Bauschutt habe ich noch nicht geschaut - aber was soll es sein, wenn nicht eine Einschubdecke?
Einen geölten Dielenboden möchten wir nicht im Bad haben - da ist uns die Gefahr von Wassereintritt ins Gebälk irgendwie unheimlich.
Bzgl. der Höhe zur Tür gibt es kein Problem, aktuell sind auf den ca. 2cm Dielen ja Spanplatten & Fliesen.

Was die konkreten Dimensionen der Balken angeht, so werde ich das wohl erst nach Weihnachten ausmessen - also die Bestandsaufnahme komplettieren können.

Fachmann bzgl. Schüttung etc. - ja, da wird es schon schwieriger, einen solchen zu finden.
Suche noch - im Raum Mainz.

Gruß
Matthias



Lewis Platten



Hallo,

den Fußboden im Bad könnten sie mit einem Estrich auf Lewis - Platten machen. Mindeststärke 28mm plus Fliesen. Den Estrich können sie problemlos Abdichten mit Folierung im Nassbereich und am besten umlaufend zur Wand hin als eine wasserdichte Wanne ausbilden.

Decken aussteifen geht gut mit dem sog. "Plattenbalken für Arme". Infos im Archiv von Georg Böttcher (Lesestoff).

Den Schutt lassen sie tunlichst drin oder tauschen ihn aus in Material gleicher Gewichtsklasse oder schwerer, nur wenn Statisch vertretbar (nachrechnen lassen) Auf keinen Fall irgendeine moderne Leichtschüttung, damit wird es nur schlimmer. Der "Schutt" bewirkt durch sein Gewicht eine vorspannung für die Decke zur Schwingungsreduzierung und zum Schallschutz.

Gruß
detlef