Fachwerk, Xylamon, Sachverständigen, Holz, Wände




Guten Tag,
ich bin grade dabei ein Fachwerkhaus zu erwerben und bin sehr beunruhigt durch die Baubeschreibung des Vorbesitzers betreffend der Aussenwände.
Das 200 Jahre alte Fachwerkhaus wurde Mitte der Siebziger Jahre vom Vorbesitzer saniert.
Dabei wurden das Eichenfachwerk gereinigt und mit Xylamon gestrichen. Die Gefache wurden mit Lehmsteinen ausgemauert, Außen mit Kalkzementmörtel und Innen mit Lehmmörtel verputzt.Anschließend wurden die Puztzflächen mit Außenbinder weiß gestrichen. Die Innenwände würden begradigt und mit Rigipsplatten verkleidet.
Soweit man sehen kann, sehen die Wände gut aus. Es sind keine feuchten Stellen zu sehen. Auch das Holz wirkt intakt.

Ich habe vor das Haus in ca.5-7 Jahren grundlegend zu sanieren, den Außenputz durch Kalkputz zu ersetzen, bzw. die Innenwände mit Lehm zu dämmen, nur muß ich dafür noch etwas sparen.

Wie ist Ihre Einschätzung betreffend der Außenwände. Sind sie durch den derzeitigen Kalkzementpuzt stark gefährdet?
Muß ich befürchten, dass hinter den Rigipsplatten, bzw durch den Kalkzementputz die Fachwerkbalken gammeln? Bzw. Kann man es verantworten, diesen Zustand noch weitere 5 Jahre zu belassen?

Vielen Dank und mit freundlichem Gruß

Christian Bauer



Sachverständigen suchen



Hallo,

ich würde einen Sachverständigen für Holz das Haus untersuchen lassen.
Vielleicht hier im Forum suchen oder bei der IG Bauernhaus nachfragen.
Wo kommen sie denn her?
z.b. Raum Hannover
Bürogemeinschaft Sachverständigenbüro für Holzschutz
Hans-Joachim Rüpke / Dr. Ernst Kürsten
BS
Schierwater und Partner, Boris Blenn
und viele weitere.
Die Kosten sind moderat in Relation zu Folgekosten und Kaufpreis.

Eine Ferndiagnose halte ich hier für schwierig.
Das Problem bei harten Baustoffen ist, dass sich Risse zwischen Mauerwerk/Putz und Fachwerk bilden. durch die Feuchtigkeit eindringen kann, welche nur über den gleichen Weg und über das Holz wieder austreten kann. Sind diese Risse gar noch mit Silikon abgedichtet kann Fachwerk regelrecht absaufen. Vorwandschalen aus GK o.ä. verhindern lange das man auf der Innenseite vom Zersetzungsprozess etwas mitbekommt.
Xyladecor und Xylamon wurden allen Warnhinweisen zum trotz auch gern mal innen eingesetzt. Wurde dannauch noch der Stoff aus den 70gern verstrichen hat man ein Problem.
Leider ist diese Bauweise auch heute noch sehr beliebt selbst bei hiesigen regionalen "Star"architekten, die auch auf die Dreikantleiste verzichten meinen zu können. I.v.m. Innendämmung und Dampfsperre hat der Neuerwerber der Immobilie dann nach Ablauf der Garantiezeit schnell die A****karte.

Gruß
Gruß
Detlef



Xylamon...



war in den 70ern für Innenräume zugelassen! Was eine Katastrophe war, die Wirkstoffe PCP und Lindan sind pures Gift für Mensch und Tier.

Kaufen Sie ein anderes Haus. Anhand der Sanierungsbeschreibung sind weitere Analysen verschwendetes Geld. Selbst mit sehr aufwändigen Sanierungsmethoden können Sie eine Gefährdung nicht sicher vermeiden, falls Sie nicht alle Wesensmerkmale des Fachwerkhauses hermetisch verpacken wollen.

Grüße

Thomas



Das Fachwerk



unseres Hauses von 1798 hat uns nach Entfernen der Tapete auch erst sein wahres Gesicht gezeigt. Leider war vom Gesicht nicht mehr viel übrig, obwohl von außen fast keine Anzeichen sichtbar waren. Wenn also die Möglichkeit besteht vorm Kauf mal stichpunktmäßig nachschauen.
Bei uns waren die schlimmsten Stellen unter den Fenstern und die Schwelle auf den Deckenbalken.
Außerdem ist unser Fachwerk aus Fichte und Eiche ist schon ein bisschen robuster.
Bitte aber nicht gleich entmutigen lassen!!!Man wächst mit der Aufgabe:-)



Finger weg ...



... den Rat von Thomas würde ich bedenken.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de