Fassade mit Fachwerk neu gestalten




Hallo,

ich möchte an meinem Haus eine Außenwand neu machen.
Als konkrete Maßnahme schwebte mir vor ein Fachwerkgerüst hochzuziehen und dann auszumauern.

Welches Holz und in welcher Stärke sollte ich für das Fachwerkgerüst nehmen?
Kann das Fachwerk auch mit Winkeln und Kammnägeln zusammengesetzt werden?

Da dieses Fachwerk als Vorwand vor die bestehende Außenwand kommt, wie befestige ich dieses an der alten Außenwand?

Die Wand hat die Maße von ca. 12m x 6m.

Vielen Dank für Eure zeitnahen Antworten!

MfG
Mirko



Fachwerk als Bild



Hallo Herr Janke,
Oh , Oh, Was Sie da vorhaben, hört sich nach "Mickey Mouse" -Architektur an.
Fachwerk hat immer eine statische Funktion zu haben.
Fachwerk war immer konstruktiv und wurde nicht wegen der Touristen so gebaut.
Malen Sie es doch einfach auf Ihre Mauer auf , das wird billiger. Oder habe ich was missverstanden?
Fachwerkliche Grüße aus Nordhessen



Interessant.! ?



Im Westen heißt das Mickey Mouse-Architektur, im Osten Potemkinsche Dörfer.

Nun, Herr Janke,
wenn Sie Ihr Ortsbild "verschönern" möchten, dann tun Sie es.
Aber mit Fachwerk hat es, wie Robert Göbel als Architekt schon schrieb, wirklich nichts zu tun. Dabei ist es auch egal, welches Holz Sie verwenden. Und Ihre angedachten Winkelbleche halten auch nicht so lange, wie Sie es gern hätten.

Was halten Sie denn von einem "Fachwerk" aus Mörtel ???
- http://www.fachwerk-hopf.de/
Als Denkmalpfleger möchte ich es nicht kommentieren.

Nachdenklich-schmunzelnde Grüße von der Elbe
D.Fr.



Architektur soll sein:



Gut, wahr (echt) und schön!



Fachwerk Vorwand



Moin Mirko
Die Frage war ja nicht, sieht es aus, sondern wie kann ich's machen.
Zur Frage welches Holz, wende dich an eine Zimmerei in deiner Nähe. Sie werden dir auch bei der Stärke weiter helfen können. Ist eine Preis und Statik Frage.
Zur Verbindung der Hölzer unter einander würde ich zu Zapfenverbindung raten. Auch verzinkte Winkel halten nicht ewig. Zapfenverbindungen halten länger.
Wie die neue Wand an der alten zu befestigen ist sehe ich als größtes Problem wegen der Höhe von 6 Meter. Meine Vorredner könnten dies alle beantworten, wollen es aber nicht. Die Herrn Akademiker sehen sich mehr für die Geschmacksfragen zuständig.Die war zwar nicht gestellt, wird aber gern beantwortet. Also wird dir auch bei dieser Frage das Handwerk, die Zimmerei, in deiner Nähe helfen.
Baupysikalisch ist das ganze auch noch einmal kompetent zu überdenken, Fensteranbindung, Hinterlüftung und der gleichen sind nicht ohne.
Gruß Jürgen
PS: @ Architekturbüro Robert Göbel
"Fachwerk hat immer eine statische Funktion zu haben."
In meinem Niederdeutschen Hallenhaus haben alle Fachwerkwände nur die Funkion sich selbst zu tragen und sonst nichts.



Pseudo Fachwerk...



...ist mein Fall auch nicht. Jürgen, vielleicht wollen meine Vorredner den Fragesteller ja einfach vor einem (Geschmacks)Fehler bewahren? Den Unterschied zu echtem Fachwerk wird man immer sehen. Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt... Lieber einen schönen Verputz ausführen lassen, evtl mit historisch anmutender Struktur. Wirkt ehrlicher, ist billiger und hält länger...
Gruß vom Edersee



Nachbau? Aber dann konsequent!!


Jenalöbnitz: Repro eines Fachwerkhauses als Neubau mit Ziegel und aufgebrachter Fachwerkaufdopplung

Wir haben so eine Komplexmaßnahme bei einem Kunden durchgeführt, aber aus dem Gedanken heraus, weil es ursprünglich ein Fachwerkhaus gewesen ist.
Der Bauherr wollte wieder die örtliche Regionalität bewahren, nachdem das Gebäude eingefallen war.
Schauen Sie sich doch die Bilder unter "Jenalöbnitz" einmal an.
Die Lösungsfindung wurde aber dann auch konsequent durchgeführt.
Mit dicken Holzaufdopplungen (mind. 70 mm), Lehmausfachungen und sogar 70% Lehmaußenputz. Der restliche Teil mit Kalkputz (Bewitterungsfläche!).

Hier noch die Möglichkeit, weitere Info's sich abzurufen bzw. zu erfragen:

Torsten Deppner

07751 Jenalöbnitz
Fon: 03641-638790
eMail: torsten.deppner@gmx.de

Grüße

Udo Mühle





Hatten Sie nach einer zeitnahen Lösung gefragt ?
Dazu gehört Fachwerk sicher nicht. Zeitnah wäre eine materialsparende Vorhangfassade.

Grüße



Fachwerk Vorwand



@Herr Weiss,
Haben Sie noch ein Haus im Haus?
Oder anders gefragt: An welchem Haken hängt denn Ihr Dach?
Viele Grüße



Fachwerk



@ Architekturbüro Robert Göbel
Sollte auch in der FH Ausbildung zum Architekten vorkommen.
Wie bereits geschrieben. Niederdeutsches Hallenhaus oder auch dreischiffiges Zweiständerhaus.
Wie der Name schon sagt, zwei innenliegende Ständerreihen tragen die Deckenbalken auf denen das Dach steht. Die Außenwände haben keinerlei Statische Funktion. Sämtliche tragenden Elemente sind weit unter den Dach untergebracht und geschützt. Eine der genialsten Erfindungen im Hausbau, wird von ihnen aber leider nicht gekannt.
Als Architekt, im Forum Fachwerk.de, mit diesem Fachwissen über Fachwerk, sollten sie vielleicht erstmal mitlesen. Mit Äußerungen über Fachwerk sollten sie sich zurückhalten.
Gruß Jürgen



Zweiständerkonstruktion



@Hallo Herr Weiss,
Jetzt haben wir ja gleich zwei Außnahmen , die die Regel bestätigen:
1.Außenwände des Zweiständerbaues sind unbelastet. (Wo liegen eigentlich die " Zusparren ","Aufschieblinge" auf?)
2.Alle Beiträge im Forum sind qualifizert.

Ein Niederdeutsches Hallenhaus (oder auch Längsdielenhaus )nur mit einem Zweiständerbau in Verbindung zu bringen halte ich für ziemlich lokalpatriotisch.
Die Niederdeutsche Hausprovinz erstreckt sich von Holland bis Danzig und endet südlich von Kassel.
Der Zweiständerbau hat sich in verschiedenen Regionen zum Vierständerbau weiterentwickelt.
Unser eigenes Haus in Zierenberg wird von der neueren Hausforschung als dreizoniges Niederdeutsches Hallenhaus , diemelländischer Prägung eingeordnet.Es gibt auch 2-zonige NDHH, sogar welche mit aufgesetzten Speicherstock. (Obwohl Ständerbau)Die Längsdiele und die additive Reihung der Quergebinde sind wohl die Gemeinsamkeiten.
Also nicht das statische Gefüge prägt das NDHH ,sondern viel viel mehr. Niederdeutsches Hallenhaus ist ein Oberbegriff in der Hausforschung.
Viele Grüße Robert



Fachwerkwand



@ Robert Göbel
Eine solch geistige Anstrengung von ihnen, auf die Frage von Herrn Jahnke, hätte ihn sicherlich weiter gebracht, als ihre bisherigen Kommentare.
MfG Jürgen Weiß
PS: Auf die typischen Merkmale des Niederdeutschen Hallenhauses möchte ich hier nicht näher eingehen.