Fachwerk-Styropor-Steinwand-Dämmung -Nur noch abreißen?

10.02.2005



Wir sind etwas naiv an den Kauf eines Fachwerkhauses herangegangen. Soweit wie ich jetzt die meisten Beiträge des Forums verstanden habe, ist es eine Bausünde eine Styropordämmung zu benutzen. Bei unserem Haus steht außen das alte Fachwerk, dann folgt eine Styroporschicht und dann eine gemauerte Wand. Ein Fall nur noch zum Abreißen? Haben wir den Fehler unseres Lebens gemacht? Feuchtigkeit haben wir natürlich und zwar in den Innenwänden, die neu eingezogen wurden (gemauert kein Fachwerk). Außerdem haben wir Innenfachwerk, was einfach hinter Platten versteckt wurde. Zudem wurde wohl vorher nicht richtig geheizt. Die Feuchtigkeit in den Wänden ist weniger geworden, seit wir Lüften und heizen. Aber ob sie ganz weg ist?
Ein Dämmung nach oben gibt wohl auch nicht. Die eingezogenen Decken waren mit Plastikplatten verklebt, die wir müselig abgratzt haben, um dann festzustellen, dass die Decken wohl ohnehin rausmüssen. Sollten wir den Bodenfußboden dabei gleich miterneuern? Er besteht aus einer Holz-Lehmverbindung. Zwischen Zwimmerdecke und Bodenfußboden ist nichts (außer Katzen, Mäuse und Marder).
Bin für jeden Hinweis dankbar. Ich weiß sehr naiv, aber die Lage des Hauses war so unglaublich reizvoll für uns.



Fehler des Lebens!



Hallo

Am schlimmsten sind die Fehler, die man nicht mehr korrigieren kann oder will!
Aus Ihren Erläuterungen schaut es aber so aus, dass es nicht in Ordnung ist
Tut mir leid!
… hört sich blöd an, ist aber so …!!
Wo ist bei der Erläuterung innenund wo aussen??
Das ist wichtig!

Ich glaube da ist einiges nicht so wie es sein sollte...


Florian Kurz



Fachwerk / Polystyrol



Hallo, erst einmal die Ruhe behalten.
Die meisten Fachwerkhäuser, die baumarktgerecht "saniert" wurden sehen so aus wie Ihres. Einige stehen schon so seit 15 Jahren, einigen sind kaum noch zu retten, andere kann man noch mit einem gewissen Aufwand retten.
Erst müssen Sie systematisch gehen:
Aussenwand: Aufbau und orientierung, kann man noch eine Außendämmung drauf bringen (zumindest im Norden). Wie ist es mit der Wetterseite. Wie sehen die Schwellen aus, haben sie eine Wölbung nach unten?
Innenwände: Die gemauerte Wände haben vermutlich keine Horizontalsperre. Die GK-Platten vor dem Fachwerk kann man wieder wegnehmen.
Fussboden: wie ist der Aufbau, was war drauf? Polyvinyl, Linoleum oder nur x-mal bemalt?
Decken: Die Polystyrol-platten sind schon weg, gut so. Wenn oben nicht beheizt wurde, haben sie kaum Schaden angerichtet, sie haben als Dampfsperre gearbeitet.
Aber wie sieht der Einschub aus: Staken mit Lehmwickel?
Erst sollten Sie alles was geklebt ist (Plastiktapete mit Holzmuster, Polystyrolplatten, alles was porendicht ist) wegnehmen.
Machen Sie eine systematische Liste; Außenwand, Innenwand, Sohle, Decke, Dach, und beschreiben sie es. Nehmen Sie von allen Teilen Maßen als Gedankestütze. Nehmen Sie photos und ordnen sie sie.
Ich habe schon schlimmere Sachen renovieren müssen, allerdings hat das auch sehr viel Einsatz für die Bauherren bedeutet. Sich einfach hinlehnen und jammern hilft nicht, aber auch nicht sich die Sache auf die leichte Schulter nehmen.
Dies als erstes



Fachwerk-Styropor



Danke für die Antworten! Ruhe bewahren scheint mir ersteinmal das Wichtigste bei der ganzen Sache. Mit dem Jammern sind wir durch, wir wollen das beste daraus machen! Das ist eben eine Frage für mich, kann man diese Fehler wirklich nicht mehr korrigieren. Von wollen kann hier nicht die Rede, alles, was noch irgendwie bezahlbar ist, möchten wir im Laufe der Jahre in Angriff nehmen.
Eine Frage denke ich müssen wir zügig klären, womit fangen wir an?
Noch ein paar Details zum Haus: der Fußboden ist aus Estrich und mit Linoleum ausgelegt. Wir hatten uns eigentlich Holz vorgestellt ... Die Sache mit der Außendämmung habe ich nicht verstanden, außen ist ja das Fachwerk, was natürlich zum großen Teil neu ausgemauert werden muß (ist teilweise mit Lehm, teilweise auch schon neugemauert). Könnte, sollte man dabei das Styropor entfernen und durch irgendetwas ersetzen? Oder ist das ein nicht realistisches Unterfangen, wir wohnen ja in dem Haus und müssen das ganze ja auch noch bezahlen können.
Auf jeden Fall werden wir jetzt etwas systematischer vorgehen, der Vorschlag mit der Liste gefällt mir gut, da kann man auch bei Nachfragen sortierter vorgehen und mehr Klarheit über die Situation gewinnen. Denn eine Frage müssen wir dringend lösen, womit fangen wir an? Im Moment favorisieren wir das Aufstellen eines Ofens (in Absprache mit Schornsteinfeger natürlich), das Ofenwärme nicht nur für uns, sondern auch für das Haus wohl eine gute Lösung ist? Dennoch, erst außen oder erst Horizontalsperre in den Innenwänden, dann Boden (wie der genau aufgebaut ist, weiß ich nicht, muß ich klären, um irgendwann einmal nicht mehr auf abgerissene Tapetenwände zu starren!?



Fachwerkfragen



Hallo Frau Sauerwein

Das mit der genauen Auflistung der Schäden und der unterschiedlichen Baustoffe und Aufbauten ist ein logischer Weg!
Nach dieser Anamnese kann man dan ein "Sanierungskonzept" erstellen und es Schritt für Schritt abarbeiten ohne wieder grosse Fehler zu machen.
Eines der vielen Bücher, die es über Fachwerk und Sanierungen geht, kann ich Ihnen da wärmstens empfehlen: M.Gerner; Schäden an Fachwerkfassaden; IRB - Verlag ISBN 3-8167-4690-x

Aufgrund der Beschreibung der Schäden und Aufbauten empfehle ich Ihnen aber professionellen Rat einzuholen, der über Forentips wohl nicht umfassend abzudecken ist!

mit freundlichen Grüssen aus Nürnberg

Florian Kurz



Fachwerk + Styropor



Hallo,
ich vermute die polystirolplatten wurden außen angebracht dann kommt die Mauer. Für diese Mauer ist vermutlich ein neues Fundament eingebaut worden. Was jetzt passieren kann ist dass die Feuchtigkeit, die sich im Inneren des Hauses zwangsläufig durch die Heizung und den Menschen, sich einen Weg nach Außen sucht und dann auf die Polystirol Platten und auf die Klinkerwand stosst und nicht mehr weiter kann. Die Feuchtigkeit sammelt sich im Fachwerk, und in einigen Jahren ist es soweit: das Holz ist verottet. Meine Befürchtung ist dass diese Wand und die Polystirolplatten raus müssen. Versuchen Sie einen sich mit Fachwerk gut auskennenden Architekt oder Ingenieur in Ihrer Region zu kontaktieren. Wenn Sie mir Ihren Postleitzahl geben könnte ich in meine IGB Liste gucken. Im Bereich des Fussbodens vermute ich dass den Estrich als Dampfsperre wirkt, und dass die Feuchtichkeit ihren weg durch die angrenzenden Wände nach oben sucht.
Mit freundlichen Grüßen
J.E.Hamesse