Frage zur Innendämmung eines Fachwerkhauses

02.01.2010 michael 1610



Hallo erstmal ---
seit geraumer Zeit interessiere ich mich für die wohl proble-
matische Fachwerkinnendämmung und frage mich, ob es nicht auch ohne Lehm und diesen ganzen Aufwand gehen könnte, indem
man das ganze Gefach an den Außenwänden entfernt und ähnlich
wie bei normaler Sparrenzwischendämmung jedoch mit Styropor
(ca.14cm, außen mit dem Fachwerk Plan abschließend)und wohnraumseitiger Rigipsplatte das Gefach auffüllt. Um das
Styropor sicher am Holz zu befestigen, müßte es mit Bauschau
am Rand eingeklebt werden. Außenseitig könnte mit Kunstharz-
putz wasserabweisend beschichtet werden.
Dieses Vorgehen hätte den Vorteil, daß eine sehr gute Wärme-
dämmung stattfindet und das Fachwerk innenraumseitig sicht-
bar bleibt. Falls hierbei Probleme mit der Schalldämmung auf
treten würden, könnte man den Styro-Anteil reduzieren und
mit Holzfaserdämmplatten (ca.4cm stark) ergänzen.
Der Aufbau entspräche dann in etwa der eines Fertighauses.
Über einige Infos, z.B. ob ich hiermit völlig danebenliege
oder ob es so durchaus denkbar wäre, würde ich mich glatt
freuen.
Michael





den einzigen Vorteil den du aus dieser Vorgehensweise bekommst, ist, das du Pilze nicht mehr kaufen brauchst, sondern selber ernten kannst.

Weder Styropor, noch PU-Schaum oder sonstiges haben in einem FWH was zu suchen.

Einzig vernüftige Materialien wären:
-Ausfachung mit Lehmsteinen
-Lehmputz
-Holzfaserplatten



Man kann sich



den Aufwand mit dem Styropor auch sparen und gleich abreissen, das kommt sicher günstiger ;-)).
MfG
dasMaurer



das wird nichts



Guten Tag,
das Holz würde bei dieser Ausführung mit Sicherheit schnell zu feucht werden und von Pilzen zersetzt werden. Bitte machen Sie es nicht so. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Das nenn ich Prioritäten setzen!



„Dieses Vorgehen hätte den Vorteil, daß eine sehr gute Wärme-
dämmung stattfindet und das Fachwerk innenraumseitig sicht-
bar bleibt.“



oh, welch eine Frage



Mach Dir bitte wenig Hoffnung, bei dieser Materialauswahl hier auf eine mögliche Zustimmung zu hoffen. Gegen Deine Idee spricht der Gedanke der Erhaltung der Bausubstanz, die Grundlagen der Bauhysik und nicht zu vergessen - die Nutzung und der Brandschutz !! Wenn Du mal eins über den Durst getrunken hast - dann fällst Du mit der Styropurfassade gleich eine Etage tiefer.
Ehe Du weiter auf Antwort wartest, schau Dich erst mal im Forum um. Dazu gibt es ja wunderschöne Artikel aus vergangenen Tagen, denn mit Deiner Idee liegst Du völlig daneben. Tut mir leid für Dich !



Die Frage zeigt nur



wie sich die Erwartungen an das Fachwerk verschieben: Die wertige Ansicht soll nicht nur den Passanten, sondern auch den Bewohner erfreuen. Das System Fachwerk ist dafür nicht geeignet, die enormen Vorteile gegenüber anderen Bauweisen (Lokale Baustoffe, Reparaturfreundlichkeit, Wiederverwendung und Mobilität) sind aber heute nicht mehr entscheidend.
Es wird auf die leichten, modernen Problemlösungen vertraut, aber hier können diese nichts von den werblichen Versprechungen halten.
Da aber nicht jeder teuer die immer gleichen Fehler machen soll, ist dieses Forum ja da und jede Frage sei auch weiterhin willkommen!





Hallo Michael,

ich möchte mich meinen Vorschreibern anschließen und bin mir ziemlich sicher, dass eine solche Ausführung schief gehen wird. Sind die Gefache wirklich so geschädigt, dass diese entfernt werden müssen?
Zur Zeit bin ich baustellenbedingt ab und zu im Raum Darmstadt / Bergstraße unterwegs, je nach dem wo das Haus liegt kann ich mir das mal ansehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer